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Eching

09.01.2017

Autofahrer sehen rot

Der Hinweis auf die Höhenkontrolle am Echinger Tunnel ist aus Richtung Landsberg in Höhe der Autobahnanschlussstelle Greifenberg angebracht. 

Seit Weihnachten ist die Höhenkontrolle auf der A 96 am Echinger Tunnel in Betrieb. Sie sorgt nicht nur für mehr Sicherheit.

Manchmal sind es nur kleine, flatternde Teile an einem Lastwagen oder das Gespann schaukelt sich im Moment der Messung auf. Die Folge ist die gleiche. Die beiden Lichtschranken der Höhenkontrolle vor dem Autobahntunnel bei Eching lösen eine Reaktion aus, die bei vielen Verkehrsteilnehmer in den vergangenen Tagen für Ärger sorgte. Die Ampeln schalten auf Rot. Der Tunnel wird gesperrt und der Verkehr staut sich, bis die Polizei die Sperrung wieder auflöst. Die Höhenkontrolle ist Teil des neuen Sicherheitskonzepts, das mit dem Umbau der Tunnel in Eching und Etterschlag installiert wurde und kurz vor Weihnachten in Betrieb ging.

Seit Ende November rollt der Verkehr wieder durch beide Röhren des Echinger Tunnels. Eine Woche vor Weihnachten führte die Autobahndirektion Südbayern mehrere Sicherheitstests durch – in Eching und in Etterschlag. Dabei war unter anderem ein Brand im Tunnel simuliert worden. Christian Hocke, von der Dienststelle Kempten der Autobahndirektion Südbayern, ist verantwortlich für die technischen und baulichen Maßnahmen in den beiden Tunneln. Er sagt, die Höhenkontrolle sei gut und sorge für mehr Sicherheit, aber auch nicht perfekt.

Wer aus Richtung Landsberg in den Echinger Tunnel fährt, dem fallen vielleicht die Hinweisschilder auf die Höhenkontrolle an der Anschlussstelle Greifenberg auf. Dort ist zu lesen, dass die Durchfahrtshöhe mit 4,30 Meter angegeben ist. Die beiden Lichtschranken, die in einem Abstand von ein bis zwei Metern angebracht sind, reagieren, wenn ein Fahrzeug mit 4,38 Metern Höhe die Stelle passiert, erläutert Christian Hocke. Nur wenn beide Lichtschranken auslösen, werde die entsprechende Röhre des Tunnels gesperrt. Die Ampeln schalten dann auf Rot. Und was passiert dann?

Polizeibeamte müssen vor Ort messen

Wird der Tunnel gesperrt, wird die Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck informiert. Die Beamten kommen an Ort und Stelle und messen nach, ob das Fahrzeug tatsächlich höher als 4,38 Metern ist, oder ob sich vielleicht nur eine Plane gelöst hat. Ist alles in Ordnung, wird der Tunnel wieder frei gegeben. Soweit die Theorie. Polizeihauptkommissar Heinz Angermeier von der Verkehrspolizei Fürstenfeldbruck berichtet aus der Praxis. Mitunter würden die Beamten vor Ort gar kein haltendes Fahrzeug antreffen. So mancher Lastwagenfahrer setzte seine Fahrt einfach fort. Ihn ausfindig zu machen, sei schwer. „Rotlicht auf Autobahnen ist für viele Verkehrsteilnehmer neu“, sagt Angermeier. Aus Unwissenheit würde daher so mancher die Sperre ignorieren und weiterfahren.

Im Idealfall halte der Fahrer seinen Lastwagen an, wenn dieser die Höhenkontrolle ausgelöst hat. Die Straßenmeisterei sichert das auf dem Seitenstreifen haltende Fahrzeug ab und die Polizei misst nach. Ist die zulässige Höhe von vier Metern tatsächlich überschritten, muss ab- beziehungsweise umgeladen werden, sagt Heinz Angermeier. Es gebe auch die Möglichkeit zu wenden. Dann müsste die Autobahn komplett gesperrt und die Mittelleitplanken entfernt werden. Vor jedem Tunnel gebe es eine Stelle, an der der Mittelstreifen überfahren werden kann. Doch das sei bislang noch nicht notwendig gewesen.

Wer eine Sperrung des Tunnels in eine der beiden Fahrtrichtungen auslöst, muss mit einem Bußgeld rechnen. Laut Bußgeldkatalog werden 160 Euro fällig wenn die Ladung oder eine Plane nicht richtig befestigt waren und die zulässige Höhe von vier Metern dadurch überschritten wurde. Ist das Fahrzeug generell zu hoch, müssen 240 Euro bezahlt werden.

Nach der Inbetriebnahme der Höhenkontrolle gab es am Echinger Tunnel einige Sperrungen. Christian Hocke glaubt, dass sich das Ganze schnell einspielen wird. Seines Wissens nach, seien immer die gleichen Speditionen betroffen gewesen. Auch am Aubinger Tunnel auf der A99 gibt es seit einigen Jahren eine automatische Höhenkontrolle. Sie schlägt nach Informationen unserer Zeitung immer noch zwei- bis dreimal die Woche an, worauf der Tunnel geschlossen wird.

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10.01.2017

Es ist doch immer erstaunlich, mit welcher Gelassenheit Behördenvertreter mit Problemen umgehen:

Auf der A96 - einst aus politischen Gründen schmäler als normale Autobahnen gebaut und deshalb den aktuellen Verkehrsbelastungen eigentlich schon länger nicht mehr gewachsen - gibt es wahrlich schon genügend Staus, wie zum Beispiel heute Abend zwischen Schöffelding und Landsberg. Und da werden zwei oder drei Totalsperrungen pro Woche über 30 Minuten und länger mit der unausweichlichen Folge kilometerlanger Staus als absolut hinnehmbar dargestellt.

Aber liegt der Fehler nicht vielleicht woanders?

Denn 8 cm (!) Toleranz bei einer Durchfahrtshöhe von 4,30 m sind wirklich nicht viel; da muss es ja zu einem regelmäßigen Fehlauslösen kommen.

Und können nicht vorbeugende Maßnahmen getroffen werden, wenn die immer wieder verursachenden Speditionen schon bekannt sind?

Über den durch die regelmäßigen Staus verursachten volkswirtschaftlichen Schaden wird leider auch in diesem Fall nicht nachgedacht; hauptsache die Vorschriften werden erfüllt.

Aber die A96 ist die wesentliche Grundlage dafür, dass es nicht nur dem Landkreis Landsberg so gut geht. Es wird somit Zeit, dass unsere Politiker aufwachen und sowohl einen baldigen sechsstreifigen Ausbau in die Wege leiten, gleichzeitig aber auch ein wachsames Auge auf die verantwortlichen Behörden haben und die eine oder andere unsinnige Vorschrift rasch aus der Welt schaffen.

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