1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. BRK-Wirbel: Er hat lange versucht, die Wogen zu glätten

Landsberg

23.05.2018

BRK-Wirbel: Er hat lange versucht, die Wogen zu glätten

leit6734346.jpg
2 Bilder
Ein eisiger Wind weht derzeit beim BRK-Kreisverband Landsberg. Zwischen Geschäftsführung und Vorstand auf der einen Seite und der (ehrenamtlichen) Kreisbereitschaft auf der anderen Seite kriselt es.
Bild: Julian Leitenstorfer

Jetzt spricht der Bezirksbereitschaftsleiter des Roten Kreuzes. Volker Schneider bedauert vor allem, dass Landsberg mit der Rettungshundestaffel ein Aushängeschild verliert.

Die Serie von Rücktritten ehrenamtlicher Führungskräfte beschäftigt nicht nur den Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Auch der Bezirks- und der Landesverband befassen sich mit den jüngsten Vorgängen. Volker Schneider ist der für Oberbayern zuständige Bezirksbereitschaftsleiter. Er kritisiert Geschäftsführer Andreas Lehner und stellt sich hinter die Ehrenamtlichen. Er hat klare Forderungen an den Kreisverband. „Trotz der Wirtschaftlichkeit müssen die Grundidee des Roten Kreuzes und die Menschlichkeit geachtet werden.“ Wie mehrfach berichtet, war vergangene Woche Kreisbereitschaftsleiter Thomas Wagner zusammen mit einigen Fachdienstleitern zurückgetreten.

Wusste die Verbandsspitze doch von der Auflösung der Rettungshundestaffel?

Volker Schneider schwärmt regelrecht von den Ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Helfern im Landkreis Landsberg. Bei kurzfristigen Anfragen des Bezirksverbandes – zum Beispiel bei Hochwasserlagen – habe der Kreisverband immer rasch Hilfe losgeschickt: „Das ist eine super Mannschaft.“ Schneider schickt jedoch ein Aber hinterher. „Landsberg hat 500 PS Kraft im Ehrenamt, aber man bringt sie nicht mehr auf die Straße.“ Damit spricht er von jahrelangen Misstönen. Auf der einen Seite die Geschäftsführung mit ihrer wirtschaftlichen Orientierung, auf der anderen Seite die ehrenamtlichen Helfer in den Bereitschaften. Dass nun binnen drei Jahren der dritte Kreisbereitschaftsleiter das Handtuch geworfen hat, sei geschehen, obwohl Schneider „lange versucht habe, die Wogen zu glätten“.

Vergangene Woche habe es ein kurzfristig anberaumtes Treffen gegeben. Teilgenommen hatten 70 Leute – sowohl aus dem hauptberuflichen als auch aus dem ehrenamtlichen Bereich. „Dort wurden die Rücktritte offiziell verkündet.“ Nicht teilgenommen an dieser Veranstaltung hätten Geschäftsführer Andreas Lehner und Kreisvorsitzender Alex Dorow. Schneider zeigt sich angesichts unseres gestrigen Berichts unter anderem irritiert darüber, dass die Geschäftsführung von der Auflösung der Rettungshundestaffel erst vor Kurzem auf anderem Wege erfahren haben will. „Zwischen 23. und 30. April wurde ich informiert. Und ich gehe davon aus, dass der Kreisverband da bereits Bescheid wusste.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Kritik am Geschäftsführer

Bezirksbereitschaftsleiter Volker Schneider bedauert das Ende der Rettungshundestaffel in Landsberg sehr. „Das war eine der top drei Staffeln in Bayern. Sie hatte viele ausgebildete Hunde. Aber da ist leider sehr viel vorgefallen. Das tut sehr weh.“ Der 59-Jährige spricht von tiefen Gräben zwischen Geschäftsführung und den Ehrenamtlichen. „Es geht nicht, wie der Geschäftsführer mit den Mitgliedern umgeht. Das ist nicht der Stil des BRK.“ Dennoch biete sich Schneider an, als Moderator weiterer Gespräche innerhalb des Kreisverbands zu fungieren – obwohl er hinter der Entscheidung des zurückgetretenen Kreisbereitschaftsleiters Thomas Wagner stehe. „Mir tut jeder Ehrenamtliche weh, der uns den Rücken kehrt. Es sind in den vergangenen Jahren einige gegangen.“

Schneider betont aber: „Alle Leute, die vergangene Woche bei der Infoveranstaltung waren, kommen, wenn der Piepser geht. Sie helfen, wenn Not am Mann ist.“ Allerdings ist die Frage, wer die anstehenden Großeinsätze bei Veranstaltungen wie Ritterturnier und Musikfestival auf Schloss Kaltenberg koordiniert. Denn aktuell steht die Kreisbereitschaft ohne Führung da. Hier kommt nun der Bezirksverband ins Spiel.

Helfer aus dem Umland sollen es richten

Wie Volker Schneider sagt, würde man helfen, dass die geplanten Veranstaltungen wie geplant über die Bühne gehen können. „Da soll kein Besucher darunter leiden“, meint er. In den nächsten Tagen soll es entsprechende Gespräche der Fachstellen darüber geben, wer die Planung und Koordination der Sanitätsdienste übernimmt. Dann könnten auch Führungskräfte und Helfer aus anderen Kreisverbänden in Kaltenberg zum Einsatz kommen.

Was die Zukunft im Allgemeinen anbelangt, sagt der Bezirksbereitschaftsleiter: „Die Lage wird sich nicht beruhigen, solange nur die wirtschaftlichen Interessen im Vordergrund stehen. Wir sind nach wie vor ein ehrenamtlich geführter Verband.“

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
jor060.jpg
Landsberg

Lechland-Center öffnet erst am 29. November

WhatsappPromo.jpg

Alle News per WhatsApp

Die wichtigsten Nachrichten aus Augsburg, Schwaben
und Bayern ganz unkompliziert auf Ihr Smartphone.

Hier kostenlos anmelden