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Landkreis Landsberg

28.05.2020

Babysitter missbraucht fünfjähriges Mädchen

Wegen des Missbrauchs einer Fünfjährigen muss ein Mann aus dem Landkreis Landsberg ins Gefängnis.
Bild: Alexander Kaya (Symbolbild)

Plus Weil er sich an der Tochter von Freunden vergangen hat, muss ein 27-Jähriger ins Gefängnis. Vor dem Landsberger Amtsgericht spricht der Mann von einem „Kick“.

Ein 27-jähriger Babysitter aus dem Landkreis Landsberg hat ein fünfjähriges Mädchen in der Wohnung der Eltern bei „Doktorspielen“ sexuell missbraucht. Hätte die Fünfjährige das ihren Eltern bei ihrer Rückkehr aus Augsburg am späten Abend des 22. September 2019 nicht erzählt, wäre die Tat möglicherweise nie oder erst irgendwann aufgekommen. Denn in der Verhandlung vor dem Landsberger Amtsgericht wurde bekannt, dass das „Geheimnis“ nach Auffassung des Angeklagten ein „Geheimnis“ bleiben sollte. Er räumte die Tat ein, die nach seinen Worten eine Spontanaktion, nach einem plötzlichen Kick in seinem Kopf, gewesen sei.

Diese Version nahmen ihm weder Staatsanwältin Birgit Milzarek-Sachau noch Richter Alexander Kessler ab: „Das war genau geplant“, widersprach der Vorsitzende dem 27-Jährigen. Denn er habe Einweg-Handschuhe bereit gelegt, falls sich die Fünfjährige ekle. Möglicherweise habe der Mann verhindern wollen, dass irgendwelche Spuren zurückbleiben. Er habe sich, so der 27-Jährige, mit dem Mädchen, und ihrem eineinhalbjährigen Bruder gut verstanden.

Der Angeklagte stand bereits unter Bewährung

Im Haus der Eltern des Mädchens sei er ein- und ausgegangen: Zum Reden, Kaffee-Trinken und um bei verschiedenen Arbeiten zu helfen. Zum Babysitten sei er mitunter auch vorbeigekommen. Man habe sich schon länger gekannt, berichtete der Angeklagte. Er gab zu, dass er schon seit einigen Jahren mit pädophilen Neigungen zu kämpfen habe. Diese gingen in Richtung Mädchen: Zunächst sei ihm der Sinn nach 14-Jährigen gestanden, dann nach den Elfjährigen – und schließlich nach noch Jüngeren.

Babysitter missbraucht fünfjähriges Mädchen

Zeitweise habe er Hilfe für seine pädophilen Ambitionen gesucht. Mitunter habe er geglaubt, damit keine Probleme mehr zu haben. So auch am 22. September 2019. Nur kurze Zeit vorher war ihm eine Bewährung von acht Monaten, ausgesetzt für drei Jahre, aufgebrummt worden.

Wegen des Austauschs von kinderpornografischen Bildern und Videos. Da er dagegen verstoßen hat, wird die Bewährung in eine Haftstrafe von acht Monaten umgewandelt. Diese kommt zu dem einen Jahr und neun Monaten hinzu, die Richter Alexander Kessler jetzt verhängt hat – wegen sexuellem Missbrauchs und zwei Diebstählen. „Wenn Sie dann nach zwei Jahren und fünf Monaten aus dem Gefängnis kommen, müssen Sie unbedingt schauen, dass Sie ganz schnell einen Therapieplatz bekommen“, riet der Richter dem Angeklagten. Er müsse Strukturen in sein Leben bringen, so Kessler.

Der Mann schiebt einen riesigen Schuldenberg vor sich her

Kessler konnte es „nicht fassen“, dass der Angeklagte mit seinen 27 Jahren einen Schuldenberg von 80000 Euro aufgetürmt habe – dessen Mutter schon: „Er kann nicht mit Geld umgehen“, stellte die Frau in ihrer Aussage vor Gericht fest. Ihrem Sohn wurde ein Betreuer zur Seite gestellt, wegen geistiger Behinderung, Lernschwäche und Intelligenzminderung. Zu den beiden Diebstählen: Zum einen hat der Mann am Tat-Tag „lange Finger“ bekommen und aus einem Briefumschlag 450 Euro entwendet. Das Geld gehörte dem Vater des geschädigten Mädchens und befand sich in dessen Büro. Der Angeklagte hat den Betrag mittlerweile zurückgezahlt. Bei einem weiteren Diebstahl hat er als Mitarbeiter einer Tankstelle über 500 Euro aus einer Registrierkasse herausgenommen, um sich ein Handy zu kaufen, wie er vor Gericht sagte.

Die Staatsanwältin bezeichnete den Angeklagten als „durchtrieben“. Eine günstige Sozialprognose sei nicht zu erkennen. Sie forderte zwei Jahre Haft. Rechtsanwalt Johannes Siegmund hatte für seinen Mandanten ein Jahr und sechs Monate Haft beantragt.

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