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Landsberg

31.05.2018

Bankenfusion spaltet Verwaltungsrat

Die mögliche Fusion der Sparkasse Landsberg-Dießen mit Dachau und Fürstenfeldbruck hat nicht nur Befürworter.
Bild: Thorsten Jordan

Nachdem der Landrat seine Bedenken geäußert hat, melden sich die übrigen Verwaltungsräte zu Wort. Auch die ÖDP bezieht Stellung.

Nachdem sich Landrat Thomas Eichinger (CSU) via Pressekonferenz öffentlich gegen eine Fusion der Sparkasse Landsberg-Dießen mit den Sparkassen in Dachau und Fürstenfeldbruck ausgesprochen hat, melden sich jetzt die sechs übrigen Verwaltungsräte der Sparkasse via Pressemeldung zu Wort, darunter auch Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU), der Vorsitzende des Verwaltungsrates der Sparkasse Landsberg-Dießen. Sie sprechen sich für eine Fusion der Bankhäuser aus.

Neben Neuner haben Renate Standfest, Dießens Bürgermeister Herbert Kirsch, Harry Reitmeir, Michael Riedle und Michael Gerum die Pressemeldung unterschrieben. Darin erklären sie unter anderem, dass alle Entscheidungsträger im Gemeinde-, Stadt- und Kreistag, unbeeinflusst vom Verwaltungsrat, die Möglichkeit zur Abstimmung haben. Das Schreiben soll nur die Fakten darlegen, jedoch keine Empfehlung zur Abstimmung sein. „Wir haben es uns in den letzten 16 Monaten nicht leicht gemacht und auch durchaus die emotionale Komponente zu ,unserer’ Sparkasse abgewogen, haben aber unter Abwägung aller sachlichen Fakten uns zur Nutzung dieser vielleicht einmaligen Chance für eine jetzige Fusion ausgesprochen“, heißt es.

Eine „besondere Chance“

Auch das neue gemeinsame Institut bleibe eine Sparkasse, verbunden mit einem öffentlichen Auftrag, der ihr eigenen Kundennähe, einem verantwortungsvollen Umgang mit den Mitarbeitern und der engen Bindung an ihre Träger. Alle zukünftigen Fusionen könnten unter Beachtung der langen Vorlaufzeiten, eines möglichen höheren wirtschaftlichen Drucks und der absehbaren Tatsache, dass Landsberg auch dann immer der deutlich kleinere Partner bleibe, nachteilig für die Sparkasse sein. „Wir appellieren daher an alle Entscheidungsträger, den sachlichen Argumenten zu folgen und die besondere Chance zum Wohle aller Beteiligten zu nutzen.“

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Eine „ideale Konstellation“

Die durch die Fusion erhofften Synergien, wie die Investitionen in die Weiterbildung der Mitarbeiter oder eine angemessene Eigenkapitalbildung, können nach Ansicht der sechs Verwaltungsräte nur durch größere Fusionen generiert werden. „Aus unserer Sicht kann nur eine dauerhaft starke und ausreichend große Sparkasse diesem Anspruch gerecht werden.“ Einige Punkte überzeugen die Unterzeichner besonders: die ideale Konstellation, da keine Sparkasse die Mehrheit besitzt; Dachau sei die ertragsstärkste Sparkasse Bayerns; beide Fusionssparkassen würden über attraktive Geschäftsgebiete im Münchener Speckgürtel verfügen, alle Standortgemeinden würden in den Folgejahren der Fusion höhere Gewerbesteuereinnahmen erzielen. Und speziell aus Landsberger Sicht: das verbindliche Fortbestehen des Standorts in Landsberg; die zahlreichen Vetorechte bis hin zu dem Recht, Geschäftsstellenschließungen bis 2026 verhindern zu können, das 25-prozentige Stimmrecht im Verwaltungsrat (bei 22 Prozent Anteil) und den 33-prozentigen Verwaltungsrats- und Zweckverbandsvorsitz des Landsberger Oberbürgermeisters (bei 22 Prozent Anteil).

Landrat betont lokalen Bezug

Landrat Thomas Eichinger hatte vor einer Woche in einem Pressegespräch erläutert, warum er am 5. Juni im Kreistag gegen eine Fusion der Sparkasse Landsberg-Dießen mit den Sparkassen Dachau und Fürstenfeldbruck stimmen wird. Er betonte unter anderem den lokalen Bezug und sieht den Auftrag einer lokalen Sparkasse darin, Geschäftspartner von „mittelständischen Unternehmen und dem Häuslebauer“ zu sein. Eine Sparkasse dürfe nicht alleine nach betriebswirtschaftlichen Kriterien beurteilt werden, so Landrat Eichinger.

ÖDP stimmt gegen Fusion

Gegen eine Fusion der Sparkassen werden auch die Vertreter der ÖDP in Stadtrat und Kreistag stimmen. Das teilen Stadtrat Stefan Meiser und Kreisrat Wolfgang Buttner jetzt ebenfalls in einer Pressemeldung mit. Sie sehen die wohnortnahe Präsenz der Sparkasse in Gefahr, wenn Filialen aus Gründen der Gewinnmaximierung geschlossen werden könnten, ohne dass die Träger, der Landkreis oder die beiden Kommunen (Landsberg und Dießen), ihr Veto einlegen können. Zudem würden sämtliche Gutachten belegen, dass die Sparkasse Landsberg-Dießen hohe Gewinne erzielt und auch in Zukunft eigenständig betrieben werden kann. Für die Landkreisbürger würden sich keinerlei Vorteile aus einer Aufgabe der Selbstständigkeit ergeben.

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31.05.2018

Man appelliert und spricht damit keine Empfehlung aus...
Ja, spitzen Logik.

Wenn es so Vorteilhaft für alle ist, warum lief die Diskussion nichtöffentlich? Die Sparkasse ist Teil der Öffentlichkeit auch wenn es manchen Aushilfsbankdirektor mißfällt wenn die normalen Mitbürger, viele davon Kunde der Sparkasse, eine eigene Meinung haben.
Sah man schön auf der Bürgerversammlung dieses Jahr.

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