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19.03.2009

Bauern diskutieren über "Bauer sucht Frau"

Eresing (rg) - Mit der Erfolgssendung "Bauer sucht Frau" sind Landwirte und ihre Lebensweise ins öffentliche Interesse gerückt. Besonders über Schafbauer Heinrich schüttelten aber nicht nur Landwirte den Kopf. Bei der Jahreshauptversammlung des Verbands für landwirtschaftliche Fachbildung (VfL) Landsberg in Eresing hatte man sich einen Medienprofi als Referenten eingeladen, um mit den Bauern und Bäuerinnen über die Wirkungen solcher Sendeformate zu diskutieren.

Der Verband zählt derzeit 1020 Mitglieder, und der Vorsitzende Josef Arnold aus Stadl hält es für sehr wichtig, dass Landwirte offensiv nach außen gehen.

Ihm geht es um das Image der Landwirtschaft. Der Referent Manfred Mauren, ein Medienprofi aus dem Rheinischen, geht davon aus, dass "die Sendung ' Bauer sucht Frau' die meisten Landwirte betroffen gemacht" hat. Aber er stellte auch fest, dass "das Image des einzelnen Bauern nicht so gelitten" habe, "wie man es vielleicht als Bauer oder Bäuerin empfunden hat". Was dort gezeigt worden sei, sei "nicht der typische Landwirt" gewesen.

Stammtischsprüchen etwas entgegensetzen

Bauern diskutieren über "Bauer sucht Frau"

Aber Mauren warb auch um Verständnis für die Medien. Er erklärte, wie die Massenmedien funktionieren. Entscheidend für die Produktion solcher Sendungen seien letztlich die hohen Einschaltquoten und damit der Zuschauer selbst.

Eine gängige Stammtischparole, mit der Bauern oft konfrontiert würden, sei auch: "Du kriegst dein Geld aus Brüssel". Solchen Sprüchen sollten die Bauern direkt etwas entgegensetzen, meinte der Referent, und empfahl die Sachverhalte in einfachen und anschaulichen Bildern darzustellen. Auch Gefühle anzusprechen und das Vertrauen des Verbrauchers zu gewinnen, zahlt sich nach Meinung des Referenten aus.

Nach dem Fachvortrag drehten sich die Fragen der Bauern dann doch um die polarisierende Sendung. "Wie viel davon wird nachgestellt?", fragte ein Landwirt. Als "ziemlich frauenfeindlich" bewertete ein weiterer das Sendeformat. Mauren erklärte, dass es in den ersten Folgen der Sendung noch normaler zugegangen sei. Dann seien immer originellere Typen gesucht worden, die sich auch vor der Kamera inszenieren wollten. Bestes Beispiel auch hier: Schäfer Heinrich. Dass die Sendung sich durchaus mit einem ernsten Thema befasste, machte auch Vorsitzender Arnold im Gespräch am Rande der Veranstaltung deutlich. Landwirtschaftliche Betriebe seien meist Familienbetriebe, denn alleine sei die Arbeit auf dem Hof oft nicht zu schaffen. Er hoffe, dass mit einem besseren Image der Landwirtschaft auch wieder mehr junge Frauen Lust haben Bäuerin zu werden, wenngleich dieser Beruf auch körperlich viel Einsatz abverlangt.

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