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Landsberg

01.10.2020

Bauprojekt in Landsberg: Ein klares Nein zu Balkon und Fenstern

In diesem Anwesen in der Helfensteingasse in Landsberg ist eine Erweiterung geplant.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Ein Gebäude beim Neuen Stadtmuseum in Landsberg soll erweitert werden. Im Bauausschuss gibt es Kritik an einigen Punkten. Was die Mitglieder vom Bauherren jetzt fordern.

Es ist ein Privatgebäude mit schöner Aussicht auf die Landsberger Altstadt. Im Jahr 1988 wurde es unweit des Neuen Stadtmuseums am Ende der Von-Helfenstein-Gasse gebaut, nun soll es erweitert werden, indem das Dach angehoben wird. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrats hat dem Vorhaben grundsätzlich zugestimmt, an einigen Details entzündete sich im Gremium aber Kritik.

Das Gebäude selbst ist kein Einzeldenkmal, liegt aber im Ensemblebereich der Altstadt, wie es in der Sitzungsvorlage für die Stadträte formuliert ist. Für die Erweiterung planen die Eigentümer demnach, die westliche Wand um etwa 2,50 Meter und den First um rund 1,20 Meter anzuheben. Darüber hinaus sei eine Dachterrasse in der südwestlichen Ecke des Gebäudes vorgesehen. Für die äußere Gestalt des Gebäudes ergeben sich durch die geplanten Maßnahmen einige Änderungen, wie die Stadtverwaltung mitteilt.

Eine Dachterrasse auf dem Anbau

So sollen im neu geschaffenen Obergeschoss zwar im Wesentlichen die vorhandenen Fensterformate aufgenommen werden, es seien jedoch auch ein großformatiges Fenster und ein französischer Balkon vorgesehen. Im ansonsten unveränderten Erdgeschoss soll eines der Bestandsfenster durch einen französischen Balkon ersetzt werden. Auch für die Ostfassade seien ein großformatiges Fenster vorgesehen sowie ein französischer Balkon und eine verglaste Eingangstür. Das Dach des Anbaus werde entfernt und an dessen Stelle eine Dachterrasse errichtet.

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„Die Gestaltung der Fenster weicht von den Vorgaben der Altstadtsatzung ab, da zum Teil großformatige Fenster vorgesehen sind und auf horizontale Sprossenteilungen verzichtet werden soll“, heißt es in der Sitzungsvorlage für die Stadträte. Dennoch ist nach Einschätzung der Verwaltung eine Abweichung von der Satzung hinsichtlich der Fassadengestaltung vertretbar. Der Planer reagiere „sensibel“ auf den Bestand und die Umgebung, sodass es nicht zu einer Beeinträchtigung des Stadtbilds komme.

„Wir dürfen an dieser Stelle keinen Präzedenzfall schaffen“

Die Stadträte Petra Ruffing (CSU) und Jonas Pioch (Landsberger Mitte) teilten diese Einschätzung nicht. „Wir dürfen an dieser Stelle keinen Präzedenzfall schaffen“, sagte Pioch. Er und Ruffing störten sich vor allem an den geplanten französischen Balkonen und dem Verzicht auf Sprossenfenster. Ähnlich sahen es wohl auch ihre Kollegen im Ausschuss. Der Erweiterung wurde mit 12:1 Stimmen zugestimmt, die Abweichungen bei den Fenstern und die französischen Balkone mit 13:0 beziehungsweise 11:2 Stimmen abgelehnt.

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