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14.09.2007

Baureif, ohne Keller und Wohnung

Utting (smi) - Für die Flächen auf der ehemaligen Kiesgrube am Sulzfeld in Utting wird der Verkehrswert ermittelt. Der Uttinger Gemeinderat ist damit dem Antrag der Gewerbegemeinschaft in einem ersten Schritt nachgekommen. Der Gutachterausschuss im Landratsamt soll feststellen, welchen Wert baureife Gewerbegrundstücke dort haben, die mit der Einschränkung behaftet sind, dass keine Keller gebaut werden dürfen und auch keine Betriebsleiterwohnungen möglich sind.

Die Einschränkungen ergeben sich aus den Untersuchungen der Firma Crystal Geotechnik: Danach wurde in der Kiesgrube neben Hausmüll auch Grüngut deponiert, welches bei der Zersetzung Methangas bildet. Gasdrainagen sind deshalb notwendig, außerdem bedarf es wegen der nicht verfestigten Füllschicht einer aufwändigen Gründung.

Bei der Ermittlung des Verkehrswertes wird jetzt davon ausgegangen, dass diese Sanierungsmaßnahmen bereits getätigt sind, die Grundstücke somit baureif sind. Außerdem soll auf Antrag von Karl Sauter (CSU) auch der Verkehrswert der Grundstücke im derzeitigen Zustand als potentielle Gewerbeflächen ermittelt werden.

Später Grundsatzentscheidung

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Beide Beschlüsse erfolgten einstimmig, es herrschte Einigkeit darüber, dass dies der erste Schritt sein müsse. Dann könne die Gemeinde die politische Entscheidung darüber treffen, die Kiesgrube zu sanieren und die Gewerbetreibenden so zu subventionieren, wie Josef Lutzenberger (GAL) es formulierte. Die Gewerbegemeinschaft geht in ihrem Antrag davon aus, dass die Sanierung eine gesetzliche Aufgabe der Gemeinde ist und plädiert dafür, unverbrauchtes Land zu schonen.

In die Bauleitplanung steigt die Gemeinde derzeit nicht ein, erst wird das Wertgutachten abgewartet.

Die städteplanerische Stellungnahme von Ulrike Angerer vom Planungverband Äußerer Wirtschaftsraum sorgte aber für Kontroverse. Die Planerin sprach sich gegen ein Gewerbegebiet auf der Kiesgrube aus. Utting würde sonst vom Norden her und vom Süden her mit einem Gewerbegebiet beginnen. Außerdem müsse alles abgedeckelt werden, es dürfe kein Baum drauf sein und in der besonderen Situation der Ortseinfahrt mit der zum Tal des Lebens abfallenden Straße würde man dieses Tal nicht mehr erleben, "städtebaulich eine Sünde".

Noll kritisiert "Krokodilstränen"

Lutzenberger merkte zu Angerers Ausführungen ironisch an, dass er froh sei, wenn Planer einmal das sagten, was sie dächten, doch für Lutzenberger hätten diese Argumente dann auch für die durch einen Bürgerentscheid abgelehnte Ansiedlung von Lidl gegolten. Auch Helmut Schiller (SPD) kritisierte die Argumentation "Lidl haben wir gewollt, aber das Gewerbe wollen wir nicht". Michael Weber (CSU/Bürgerblock) erinnerte daran, dass Webasto im Norden kaum zu sehen sei, da die Flächen vorbildlich eingegrünt seien. Peter Noll (GAL) sprach von "Krokodilstränen", schließlich handle es sich um eine ehemalige Mülldeponie. Wertvoller sei die Fläche am Gewerbegebiet, dessen Erweiterung beschlossen worden sei (Bericht folgt).

Karl Sauter argumentierte, dass "bei Lidl das Charmante war, dass er abdeckeln wollte". Außerdem wären es nur 7000 Quadratmeter gewesen und 1000 davon für den Markt. "Es ist genau das eingetreten, was wir gesagt haben vor dem Bürgerentscheid, es gibt keine Zuschüsse und wir haben eine diffizile Fläche, auf der keine Wohnungen und Keller gebaut werden dürfen." Horst Schnappinger (CSU) hatte schon bei Lidl "Bedenken", er würde die Fläche am liebsten grün liegen lassen.

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