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Denklingen

06.05.2019

Baustelle in Denklingen: Anwohner schimpfen über Verkehrslärm

René Roth (oben) beklagt sich über den Verkehr Am Vogelherd während der Baustelle in der Leederer Straße in Denklingen. Die Fotos unten zeigen die Sperrung innerorts (links) und aus Richtung Leeder (rechts).
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René Roth (oben) beklagt sich über den Verkehr Am Vogelherd während der Baustelle in der Leederer Straße in Denklingen. Die Fotos unten zeigen die Sperrung innerorts (links) und aus Richtung Leeder (rechts).
Bild: Thorsten Jordan

Plus In Denklingen wird die Leederer Straße derzeit saniert. Jetzt weichen Autos und Lastwagen in andere Straßen aus. Gründen die betroffenen Anwohner jetzt eine Bürgerinitiative?

Den Anwohnern in der Straße Am Vogelherd, in der Menhofer Straße, am Burghart und in der Frühlingsstraße in Denklingen platzt der Kragen. Aufgrund der Sanierung der Leederer Straße habe sich der Durchfahrtsverkehr dort massiv erhöht. „Wir haben seit fünf Wochen 24 Stunden am Tag eine unerträgliche Lärmbelästigung“, sagt Anlieger René Roth. Den Grund für diese Verkehrsbelastung sieht er in dem für ihn unsinnigen Umleitungskonzept des Landratsamtes. Daher wollen sich die Anwohner jetzt in einer Bürgerinitiative zusammenschließen. „Wir bereiten gerade alles für die Gründungsversammlung vor“, sagt Roth, der die Federführung übernommen hat.

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Da die Leederer Straße eine Kreisstraße ist, liegt die Zuständigkeit für Bau und Umleitung beim Landratsamt. Dass die Straße saniert werden muss und damit auch einige Einschränkungen verbunden sind, sei allen klar, und das sei auch nicht das vorrangige Problem, so Roth. Vielmehr habe man das Gefühl, dass erst gar nicht nach Lösungen gesucht werde, die zu einer weniger massiven Belastung der Denklinger Bürger führen könnten. „Die derzeitigen Maßnahmen sind nicht zu Ende gedacht und weisen kein Potenzial auf, die Bürger der Gemeinde friedlich zu stimmen.“ Roth sieht beispielsweise einen Lösungsansatz darin, die Leederer Straße zur Einbahnstraße zu machen, das bereits bestehende Durchfahrtsverbot und die Geschwindigkeitsbegrenzungen auch konsequent zu kontrollieren und den auswärtigen Verkehr über die B17 zu leiten.

100 bis 200 Autos pro Stunde?

Bürgermeister Andreas Braunegger war am Montag zu einer Stellungnahme nicht zu erreichen. Denklingens Geschäftsführer Johann Hartmann sagte gegenüber dem LT: „Wir bekommen schon vereinzelte Beschwerden und versuchen, mit den Leuten zu reden. Wenn wir eine Lösung anbieten könnten, würden wir das tun - auch wenn wir eigentlich nicht zuständig sind. Das ist eine Sache des Landratsamtes.“

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Mehr zum Bauprojekt erfahren Sie hier: Ortsdurchfahrt: Im Mai sollen die Bagger anrollen

Laut René Roth geht es in seiner Straße sehr eng zu und vor allem der Schwerlastverkehr stelle ein großes Problem dar. „Außerdem interessiert das die meisten Autofahrer gar nicht. Und die Polizei kontrolliert nicht“, sagt René Roth. 100 bis 200 Autos schätz er, fahren stündlich durch Straßen, die reine Anliegerstraßen seien und auf denen sonst gerade mal rund 50 Fahrzeuge unterwegs seien. „Hier fährt ja der ganze Verkehr durch, der nach Kaufbeuren oder in den Süden will“, sagt Roth. „Warum stellt man sich quer und sperrt nicht schon jetzt im ersten Bauabschnitt die Leederer Straße komplett?“, fragen sich die Anwohner. „Dann müssen wir alle eine Umleitung in Kauf nehmen.“

Landratsamt: "Wir haben erst eine Beschwerde"

Das sei momentan keine Option, sagt Johannes Ried, Sachgebietsleiter Tiefbau im Landratsamt. „Uns liegt eine einzige Beschwerde aus Denklingen vor.“ Die Umleitung ab Leeder über die B17, vorbei an der Firma Hirschvogel nach Denklingen, hält Ried für absolut ausreichend. „Wir können keine öffentlichen Straßen einfach absperren, die darf nun mal jeder benutzen“, so Ried. Dass ortsfremde Auto- oder Lkw-Fahrer trotz aufgestellter Sperr-Hinweise in der Leederer Straße die Route über die Straße Am Vogelherd benutzen, kann er sich nicht vorstellen. „Da muss ich wirklich ortskundig sein.“ Jetzt habe man im Bereich Am Vogelherd/Höhenweg eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern angeordnet.

„Das hilft aber kaum“, so Anwohner René Roth, der jetzt mit anderen Anwohnern eine Bürgerinitiative gegen die in ihren Augen massive Verkehrs- und Lärmbelästigung gründen will. „Wir wollen das bis September nicht hinnehmen.“

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