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Landsberg

10.12.2020

BayernHeim greift am Papierbach in Landsberg zu

Im Südwesten des künftigen Papierbach-Quartiers hat die staatliche BayernHeim-Wohnungsbaugesellschaft 56 Wohnungen gekauft.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die staatliche Gesellschaft BayernHeim kauft etliche Wohnungen am Papierbach. Eine ähnliche Überlegung gibt es bei der Stadt Landsberg schon länger. Die Oberbürgermeisterin räumt einem anderen Projekt Vorrang ein.

Die neue staatliche Wohnungsbaugesellschaft „BayernHeim“ ist jetzt im Urbanen Leben am Papierbach (ULP) in Landsberg eingestiegen. Wie der dortige Investor, die Am Papierbach Entwicklungsgesellschaft (APE), mitteilt, hat das staatliche Unternehmen 56 Wohnungen mit einer Fläche von 4086 Quadratmetern gekauft. 51 der 56 Wohnungen werden einkommensorientiert im Rahmen des Bayerischen Wohnungsbauprogramms gefördert. Überlegungen, Sozialwohnungen am Papierbach zu kaufen, gibt es seit Längerem auch bei der Stadt Landsberg. Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl äußert sich dazu aber zurückhaltend.

Die von der BayernHeim gekauften Wohnungen stehen dauerhaft für Haushalte und Familien mit niedrigerem Einkommen zur Verfügung, teilt dazu das Bauministerium in München mit. Die Wohnungen befinden sich in einem L-förmigen Baukörper – einem von vier Baukörpern in Baufeld (A3) „Am Papierbogen“. Dieses liegt im südwestlichen Bereich des Quartiers, westlich der Bahn und südlich der neu entstehenden Fußgängerzone am Oberbürgermeister-Hamberger-Platz. Die Größen der geförderten Wohnungen reichen von Ein-Zimmer-Wohnungen mit etwa 32 Quadratmetern bis zu Vier-Zimmer-Wohnungen für Familien mit 115 Quadratmetern.

Der Hochbau soll im Frühjahr beginnen

„BayernHeim ist für unsere Zielsetzung der sozialen Durchmischung unserer Quartiere der ideale, strategische Partner. Wir freuen uns, mit BayernHeim einen Eigentümer gefunden zu haben, der Am Papierbach einkommensorientiert bezahlbaren Wohnraum anbietet“, wird Stefan Klein, geschäftsführender Gesellschafter von ehret+klein, in einer Pressemitteilung zu dem Kaufabschluss zitiert.

So sollen die Gebäude aussehen, in denen ab 2023 auch 56 Wohnungen der BayernHeim zu finden sein werden. 
Bild: Inception Agency/ehret+klein

Aktuell wird der Bauabschnitt „Am Papierbogen“ (A3), bestehend aus einem L-Riegel und drei Punkthäusern mit Tiefgarage, für den Hochbau vorbereitet. Dieser soll voraussichtlich im Frühjahr 2021 beginnen. Bezugsfertig werden die Mietwohnungen nach aktuellem Stand Mitte 2023 sein. Für 2024 ist die komplette Fertigstellung des gesamten Papierbachquartiers mit mehr als 600 Wohnungen, Büros, Einzelhandels- und Gastronomieflächen, Hotellerie, Kindertagesstätte und einem Kulturzentrum geplant. Im Rahmen der „Sozialen Bodennutzung“ (SoBoN) wird ein 30-prozentiger Anteil von sozialem Wohnraum realisiert.

Der Käufer „BayernHeim“ war 2018 als staatliche Wohnungsbaugesellschaft gegründet worden. Ministerpräsident Markus Söder ( CSU) kündigte damals an, mit „BayernHeim“ bis 2020 zusätzlich 2000 neue Wohnungen zu bauen, bis 2025 sogar 10.000. Davon ist man allerdings noch weit entfernt: Selbst gebaut hat BayernHeim bislang keine einzige Wohnung. Wie die Antwort auf eine Anfrage der Grünen im Landtag im November ergab, hat das Unternehmen bislang nur 71 Wohnungen in seinem Bestand, die es in der Münchener Hansastraße gekauft hat. Weitere 33 Wohnungen wurden in einem neuen Quartier gekauft, das gerade in Freising gebaut wird. Insgesamt habe das Unternehmen „rund 2900 Wohnungen auf den Weg gebracht“, heißt es weiter.

Von BayernHeim war in Landsberg schon öfter die Rede

In Landsberg wurde die BayernHeim seit ihrer Gründung mehrfach ins Spiel gebracht, um die Wohnungssituation zu verbessern, beispielsweise im Zusammenhang mit einer Bebauung an der Pfettenstraße im Westen der Stadt. So hieß es vor einem Jahr im Finanzausschuss, dort wolle BayernHeim „schnell vorangehen“ und zwischen 2023 und 2026 rund 240 Wohneinheiten erstellen. Seither hat sich nach den Worten von Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) jedoch nichts Wesentliches verändert. Zum Sachstand gehört auch, dass die Stadt einen Planungswettbewerb durchführen möchte. Momentan laufe aber schon ein Wettbewerb für den Schlossberg, zum Landratsamtsneubau komme ein weiterer, und dann müsse auch das Klinikum erweitert werden. „Wir müssen unsere Ressourcen so einsetzen, dass alles nach und nach gemacht werden kann“, verweist sie auf die Kapazitäten in der Verwaltung.

Im Haushalt stehen sechs Millionen Euro für den Kauf von Wohnungen

Der frühere Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) hatte BayernHeim auch beim „Wiesengrund“ an der Schongauer Straße ins Gespräch gebracht. Er schlug seinerzeit vor, den städtischen Grundbesitz dort an BayernHeim zu verkaufen. Die Stadt könnte dann mit dem Erlös aus dem Verkauf 70 Wohnungen am Papierbach kaufen, um ihren eigenen Bestand aufzustocken, ohne selbst Baumaßnahmen schultern zu müssen. Daraus wurde zwar bekanntlich nichts, ein Wohnungskauf am Papierbach könnte aber für die Stadt ein Thema bleiben: Der aktuelle Haushaltsentwurf weist dafür einen Ansatz von sechs Millionen Euro auf. Ob es zu einem Kauf kommt, lässt Oberbürgermeisterin Baumgartl offen: „Da sind wir noch ganz am Anfang, das steht drin, für den Fall, dass man zu einer solchen Entscheidung kommt.“ Sie macht auch deutlich, dass für sie die Bebauung am Wiesengrund Priorität hat. „Wir haben endlich einen Bebauungsplan und versuchen, das zügig zu realisieren.“

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