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Kriegsende

28.04.2015

Bedrückende Bilder und Dokumente

Die Protagonisten der Ausstellung: (von links) Dr. Edith Raim, Claudia Flörke, Axel Flörke und Elke Kiefer.
Bild: Ludwig Herold

Ausstellung über Landsberg im Jahr 1945. Sie ist nicht nur für Schüler interessant

Mit einer Ausstellung im Historischen Rathaus erinnern die Stadtarchivarin Elke Kiefer und Claudia Flörke vom Kulturbüro an das Kriegsende in Landsberg vor 70 Jahren (LT berichtete). Unter dem Titel „Ende und Anfang – Landsberg 1945“ zeigt die Präsentation in eindrucksvollen Bildern und Dokumenten das Ende des Zweiten Weltkriegs vor Ort mit der Sprengung der beiden Landsberger Lechbrücken bis hin zum Einmarsch der Amerikaner am 28. April 1945.

Bedrückend wirken auf den Betrachter danach auch jene Bilder und Dokumente, die deutlich machen, wie die Bevölkerung die Monate bis zum wirklichen Neuanfang erlebte: die Konfrontation mit den befreiten Häftlingen und Zwangsarbeitern der KZ-Außenlager, aber auch mit den Gräueln des Holocaust in ihrer unmittelbaren Nähe. Hinzu kamen Plünderungen, Beschlagnahmen, Wohnungsnot und der Kampf ums tägliche Brot.

Bevor Dritter Bürgermeister Axel Flörke die Ausstellung eröffnete, nannte er die auf 16 Schaubildern und Textdarstellungen öffentlich präsentierte Veranstaltung eine „zeitgeschichtliche Dokumentation“. Sie stelle 70 Jahre nach Kriegsende einen wichtigen Teil der Erinnerungskultur dar und solle dazu beitragen, „Teile der Vergangenheit im Bewusstsein gezielt zu vergegenwärtigen“. Deshalb sei es wünschenswert, dass viele Schulklassen beziehungsweise Jugendliche diese Ausstellung besuchen. „Vielleicht kann Landsberg ein Ort der Erinnerung werden. Ein Ort, in dem intensive politische Bildungsarbeit stattfindet“, sagte Axel Flörke.

Noch deutlicher wurde die Historikerin Dr. Edith Raim mit ihrem Vortrag „Die Zäsur des Jahres 1945“. Globalgeschichtlich sei das Jahr 1945 auch der Auftakt einer neuen Weltordnung, befand sie. „Die Welt, wie sie noch 1939 existiert hatte, war nicht mehr wiederzuerkennen.“ Dabei führte sie aus: „Das Dritte Reich endete, wie es begann: mit schrankenloser Gewalt.“ Als die Wehrmacht im Mai 1945 kapituliert habe, habe etwa die Hälfte der Bevölkerung „mindestens ein Familienmitglied verloren“. Auch in Landsberg habe Furcht vor einem sinnlosen „Kampf bis zum Untergang“ geherrscht, sagte Raim.

Im Kapitel „Neuanfang“ stellte Edith Raim fest: „Für die Landsberger Bevölkerung war der Krieg vergleichsweise glimpflich zu Ende gegangen – die Stadt war während des Krieges nicht bombardiert und in den letzten Kriegstagen auch nicht umkämpft worden.“ Die Zerstörung der Lechbrücken sei auf deutsche, und nicht auf alliierte Einheiten zurückgegangen. Ihr positives Fazit aus den Vorkommnissen für die Bewohner während der ersten Monate nach Kriegsende: „Das Jahr 1945 war das Jahr der Katastrophe und gleichzeitig ein Jahr des Neubeginns.“ Der Festakt wurde von den Nachwuchsmusikerinnen „Menninas Musicais“ umrahmt. (her)

Die Ausstellung im Foyer im Anbau des Historischen Rathauses ist bis zum 12. Juli von jeweils 9 bis 17 Uhr an Werktagen sowie von 11 bis 17 Uhr am Samstag und Sonntag geöffnet.

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