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Rezension

11.11.2019

Bei Eva Rosenkranz ist alles Garten

Eva Rosenkranz

Die Autorin aus Finning führt auf besondere Weise durchs Gartenjahr

Wer dem Herbstblues entfliehen will, kann das mit „Überall ist Garten – Zufluchtsort zwischen Lebenskunst und Überleben“, dem soeben erschienenen Buch der Autorin Eva Rosenkranz. Monat für Monat lässt sie das Gartenjahr vorbeiziehen und stellt die pflanzlichen und tierischen Protagonisten vor, die in ihrem Garten in Finning die jeweilige Jahreszeit mit ihrer Schönheit, ihrem Duft und ihrer lebendigen Vielfalt prägen.

Dass hier nicht ein weiteres, ratgebendes Gartenbuch „was blüht wann und wächst am besten wo“ wiedergibt, verrät schon der erste Satz: „Gärtnern ist der neue Sex.“ Eva Rosenkranz reflektiert in der Einleitung über die Bedeutung des Gartens und des Gärtnerns, das Konjunktur hat. „Natur ist in. Natur ist hochbrisant, Natur ist hochpolitisch. Natur ist in die Philosophie, in die Gesellschaftstheorie und in die Schlagzeilen zurückgekehrt“, heißt es in der Einleitung. Deshalb habe sie ihr Buch „Überall ist Garten“ überschrieben.

Und so wechseln sich in den zwölf Kapiteln poetische Beschreibungen des Wachsens und Gedeihens im eigenen Garten mit naturwissenschaftlichen Informationen, der geschichtlichen Bedeutung des Gartenbaus und so mancher Pflanzen mit der bitteren Wahrheit ab, wie bedroht manche Spezies ist. Naturzerstörung hatte Rosenkranz schon in ihrer vorangegangenen Publikation „Das große Insektensterben“ – einer Gemeinschaftsarbeit mit Andreas H. Seeger – thematisiert.

In ihrem neuen Buch stellt die Literaturwissenschaftlerin nicht nur ihre eigenen Betrachtungen an, sie lässt in einzelnen Zitaten Schriftsteller sprechen. Rosenkranz’ eigene Beschreibungen sind geprägt von einer respektvollen Neugier für das Leben im Garten, das sie als Gärtnerin in gewisser Weise gestaltet, aber immer auch der eigenen Entwicklung überlässt – wohlwissend, dass sich im Garten nichts erzwingen lässt. Aber auch mit der Erkenntnis, dass nichts unnütz ist in der Natur. Selbst die Spanische Nacktschnecke hat ihre Aufgabe, indem sie organische Abfälle vertilgt und nicht nur den Salat.

Als Leser begleitet man Eva Rosenkranz gern auf ihren Streifzügen durch den Garten und erinnert sich an ähnliche Empfindungen: Die Freude, wenn die ersten Frühblüher erscheinen oder die jährlich wiederkehrende Faszination, wenn die verschiedenen Rosen im Garten die Schönheit ihrer Blüten entfalten. (smi)

„Überall ist Garten“, Eva Rosenkranz, oekom verlag München, Hardcover, 352 Seiten, zwölf Illustrationen, ISBN 978-3-96238-107-3.

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