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Gastronomie

12.11.2016

Beim Heini in Egling brennt wieder Licht

Die Türen öffnen sich bald wieder: Zoltan Doboczi ist der neuen Wirt von „Widmanns Wirtshaus“ in Egling.
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Die Türen öffnen sich bald wieder: Zoltan Doboczi ist der neuen Wirt von „Widmanns Wirtshaus“ in Egling.
Bild: Julian Leitenstorfer

Vor einem Jahr starb Franz Widmann überraschend. Mit dem Tod des Wirts schloss das gleichnamige Gasthaus. Jetzt haben die Erben der Traditionsgaststätte einen neuen Pächter gefunden

Am Samstag ist der erste Todestag von Franz Widmann. Der Betreiber der Eglinger Traditionsgaststätte war am 12. November 2015 völlig überraschend im Alter von 49 Jahren gestorben. Das Gasthaus Widmann musste von einem Tag auf den anderen schließen. Lange Zeit war die Zukunft des Hauses ungewiss, nachdem sich ein Verkauf der Immobilie an die Gemeinde zerschlagen hatte (LT berichtete). Doch jetzt hat die langwierige Suche der Erben nach neuen Pächtern ein Ende. Zoltan Doboczi will dem Gasthaus neues Leben einhauchen. Am Volkstrauertag treffen sich bei ihm die Eglinger Vereine nach dem Gedenken zum Weißwurstessen. Die offizielle Eröffnung ist für nächsten Mittwoch beziehungsweise Donnerstag geplant.

„Es war ein schweres Jahr für uns“, sagt Christine Klaßmüller. Für die Schwester und Bruder Heinrich brach mit dem überraschenden Tod ihres jüngsten Bruders Franz im November 2015 eine Welt zusammen. Und dann kam die Ungewissheit. Wie geht es mit dem Wirtshaus weiter? Franz Widmann hatte den Betrieb, den sein Großvater im Jahre 1925 eröffnet hatte, in der dritten Generation geführt – und bekannt gemacht. Über die Landkreisgrenzen bekannt geworden war der „Widmanns Wirtshaus“ nicht nur wegen seiner Küche, sondern auch wegen der zahlreichen Veranstaltungen – angefangen von Tanz über Kabarett bis hin zu Musik und Gesang. Einige Veranstaltungen fanden nach dem Tod von Franz Widmann noch statt im Saal beim „Heini“. Aber die Zukunft der Gaststätte war mehr als offen.

Auch ein Verkauf an die Gemeinde wurde diskutiert

Beim Heini in Egling brennt wieder Licht

Sogar ein Verkauf an die Gemeinde stand im Raum. Denn ihr war sehr daran gelegen, dass das Wirthaus erhalten wird. Auch die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern in dem Gebäudekomplex, der auf rund 12000 Quadratmetern Grund steht, war im Gespräch. Doch beim Kaufpreis wurden sich Erbengemeinschaft und Kommune nicht einig. „Wir hätten gerne an die Gemeinde verkauft. Denn wir sind nicht mehr die Jüngsten. Aber wir waren mit dem Betrag, der uns geboten wurde, nicht einverstanden“, sagt Christine Klaßmüller und spricht von einem sechsstelligen Betrag, der geboten worden sei. Sie betont, dass man – entgegen anderslautender Gerüchte im Ort – bei Weitem keinen Betrag von zwei Millionen Euro aufgerufen habe. Denn so viel (genauer gesagt 2,1 Millionen Euro) hatte die Gemeinde Egling im vergangenen Jahr insgesamt unter dem Sammelposten für Grundstückskäufe im Etat verankert.

Im Haus wurden im vergangenen Jahr einige Sanierungsarbeiten durchgeführt und Christine Klaßmüller und ihr Bruder Heinrich führten viele Gespräche mit potenziellen Interessen für das Gasthaus. „Wir hatten zuletzt einen Griechen im Visier, aber das hat sich zerschlagen. Viele sagen auch, dass es auch ein Risiko ist auf dem Dorf.“ Über eine Brauerei kam schließlich der Kontakt zum neuen Pächter zustande. Der neue Wirt kommt aus Ungarn und ist ein gastronomisches Multitalent. Zoltan Doboczi stammt aus Budapest. Der gelernte Koch und Konditor kam im April 2012 nach Deutschland und arbeitete zunächst in einem Hotelbetrieb in Wessling und wechselte schließlich in einen anderen Beherbergungsbetrieb im selben Ort. Der 47-Jährige verfügt aber auch über Erfahrung im Service, wie er im Gespräch mit dem LT sagt. Im Gasthaus Widmann möchte er eine internationale Küche anbieten. „Zu 80 Prozent deutsch und bayerisch, aber auch Ungarisches und Speisen vom Balkan“, so Doboczi, der gemeinsam mit seiner Frau Annamaria und den beiden Kindern auch irgendwann nach Egling ziehen möchte.

Ob es in Zukunft auch wieder Kabarettveranstaltungen im Gasthaus Widmann gibt, ist noch offen. Die Diskothek befindet sich auch noch im Dornröschenschalf, wie Christine Klaßmüller sagt. Der Biergarten soll 2017 wieder eröffnen. „Wir sind wahnsinnig froh, dass es jetzt weitergeht. Das Haus war zuletzt dunkel und tot. Jetzt brennt wieder Licht.“

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