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Windach/Schöffelding

21.10.2016

Beim Wegemacher soll weiter gefeiert werden

Das ehemalige Straßenwärteranwesen südlich von Schöffelding konnte seit 2014 als Veranstaltungsort für Feiern gebucht werden. Hierfür braucht es jedoch eine Nutzungsänderung, die der Windacher Gemeinderat ermöglichen will.
Bild: Thorsten Jordan

Mehrheit im Windacher Gemeinderat für Event-Location in altem Straßenwärteranwesen. Kritiker fürchten Präzedenzfall.

Projekte im Außenbereich sorgen derzeit für Diskussion im Windacher Gemeinderat. In der jüngsten Sitzung ging es nicht nur wie berichtet um den Bau eines Rinderstalles im Süden von Windach, sondern auch um das Gehöft Weghäusl südlich von Schöffelding, beziehungsweise um die Nutzung des dortigen Anwesens als Event-Location, also als zu buchende Räumlichkeit für Hochzeiten und größere Feiern.

Die ehemalige Wegemacherei ist südlich der Autobahn und östlich der Straße nach Unterfinning angesiedelt. Hier wohnte im 19. Jahrhundert der „königlich bayerische Wegemacher“, der für einen Teilabschnitt der Landsberger Straße zuständig war, wie bis vor Kurzem noch auf der Homepage „Die Wegemacherei“ zu lesen war.

Die jetzigen Eigentümer erwarben das Anwesen 2014 und beantragten damals neben dem Wohnen eine Nutzung als Atelier und Holzwerkstatt. Das Anwesen, zu dem auch ein 5000 Quadratmeter großer Garten mit altem Baumbestand zählt, wurde aber auch als „die Wegemacherei“ für Feiern vermietet. Ob und wie diese Nutzung baurechtlich legalisiert werden sollte und könnte, war nun Thema in der Sitzung.

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Das Landratsamt habe den Betrieb noch bis 2017 genehmigt, dann brauche es eine Änderung, erläuterte Bürgermeister Richard Michl. Matthias Goetz vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München gab keine Bewertung ab: „Aus städteplanerischer Sicht ist dies weder gut noch schlecht“, sagte er und gab „die Verantwortung zurück an den Gemeinderat“. Wenn das Gremium hier im Außenbereich eine Event-Location wolle, könne möglicherweise eine Außenbereichssatzung das richtige Instrument sein, um diese Nutzung abzusichern.

In der Diskussion gab es mehrere Argumentationslinien. Skeptisch waren vor allem die Gemeinderäte aus Schöffelding, die beklagten, dass die Feiern dort auch im benachbarten Schöffelding sehr laut zu hören seien. „Die Musik der Veranstaltungen hört man manchmal bis 2 oder 3 Uhr in der Nacht“, sagte Wolfgang Hesse. Goetz erläuterte, dass im Rahmen eines baurechtlichen Verfahrens auch der Schallschutz zu prüfen sei. „Um ein Schallschutzgutachten werden wir nicht drumrumkommen.“

Als Bereicherung bezeichneten mehrere Redner den Dienstleistungsbetrieb. „Das ist eine sinnvolle Nutzung“, meinte Dr. Christoph Köhl und Gerd Neugebauer erinnerte daran, dass der Gemeinderat dort auch schon mal einer Hundepension zugestimmt habe. Das Projekt an sich sieht Ingmar Bertling zwar als positiv an, den Gemeinderat aus Schöffelding ärgert aber, dass die Eigentümer nicht von vornherein beantragt hatten, die Räume für Feiern vermieten zu dürfen. Der Betreiber, dem Rederecht erteilt wurde, erläuterte, dass er schon bei der Beantragung der Werkstatt im Bauamt nachgefragt habe, ob er sie gelegentlich für Feste vermieten dürfe. Das Ganze habe sich dann ausgeweitet. „Uns war nicht bewusst, dass das baurechtliche Folgen hat“ Die Einstufung als Gastronomie sei jetzt vom Landratsamt gekommen. Vor Ort gibt es jedoch kein eigenes Lokal, die Bewirtung läuft über Catering.

Kritisch sahen einige Gemeinderäte, dass es auch andere Anwesen im Außenbereich gebe und man diesen dann im Sinne der Gleichbehandlung auch mehr Nutzungsmöglichkeiten zugestehen müsse, wenn es beantragt werde. „Wir haben gerade einen Kuhstall abgelehnt“, sagte Wolfgang Albrecht, der glaubt, dass es viele gibt, „die vielleicht mal was im Außenbereich machen wollen“. Robert Beinhofer beantragte darum auch eine namentliche Abstimmung darüber, ob die Gemeinde in eine Bauleitplanung einsteigen solle. Beinhofer, Wolfgang Albrecht, Stephan Graf, Peter Greger, Wolfgang Hesse, Manfred Schmid und Christa Kreuzer waren dagegen, der Rest des Gremiums befürwortete jedoch entsprechende Schritte. Jetzt wird erst einmal ermittelt, mit welchem baurechtlichen Instrument die Nutzungsänderung dort ermöglicht werden kann.

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