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30.08.2007

Beppi VI. regiert das Wildschwein-Rudel

Landsberg Im Lechpark "Pössinger Au" gibt es einen neuen Herrscher: Beppi VI. heißt der Regent, seit drei Wochen ist er der Herrscher im Wildschweinrudel. Beppi VI. ist ein echtes Prachtexemplar. Graubraun schimmert sein Fell, spitz stehen die Ohren, elegant schnüffelt er mit seiner Schweinsnase über den Boden.

VON BENEDIKT BENTE

Es scheint, als fühle sich der Neuling schon so richtig wohl in seiner neuen Umgebung. "Ein neuer Keiler braucht eine gewisse Zeit, um sich an seine neue Umgebung und die weiblichen Artgenossen zu gewöhnen", sagt der städtische Forstdirektor Dr. Gerhard Gaudlitz. Beppi VI. tritt in große Fußstapfen. Sein Vorgänger, Beppi V., war seit 2002 im Lechpark heimisch - und seine Leistungen sind nicht zu unterschätzen: etwa 75 Frischlinge haben die drei Bachen - das sind die weiblichen Wildschweine - in dieser Zeit zur Welt gebracht. "Jetzt wurde es Zeit für einen Generationswechsel und eine Blutauffrischung", sagt Gaudlitz. Deshalb holte man aus dem hessischen Mittelgebirge Vogelsberg einen neuen Keiler und nannte ihn Beppi VI. "Bei uns werden alle Keiler nach der Erbfolge der blaublütigen bayerischen Regenten benannt", sagt der Forstmann. "So kamen wir auf Beppi, den Kosenamen für Josef."

Nach fünf bis sechs Jahren wird im Lechpark immer ein neuer Keiler gebraucht, damit die Mutter- und Tochtergeneration der Bachen nicht vermischt werden. Dem zweijährigen Keiler Beppi VI., der schon jetzt das zeugungsfähige Alter erreicht hat, kommt also zukünftig die Aufgabe zu, das Bestehen seiner Art in der Pössinger Au zu sichern. Deshalb hat man ihn auch bereits jetzt nach Landsberg geholt, obwohl die Bachen erst im November "rauschig" werden, wie man in der Jägersprache sagt. Er soll sich erst einmal richtig eingewöhnen. Besonders in der ersten Woche sei es eine sehr heikle Situation gewesen, da die Bachen gerade frisch geworfen hätten und ihre Jungen vor dem Neuling beschützen wollten. Es könne nämlich passieren, dass Keiler fremde Frischlinge töten, um ihren eigenen Nachkommen einen Vorteil zu sichern, sagt der städtische Forstdirektor.

Wildschweine seien liebenswürdige Tiere, aber man solle sie nicht unterschätzen. Deshalb ist um das Gehege ein engmaschiger Zaun gezogen, der Kinder schützt. Gaudlitz: "Die Wildschweine haben sich schon so gut an die Menschen gewöhnt, dass sie diese einfach umrennen würden, ohne ihnen etwas Böses zu wollen." Gegen das Füttern der Tiere sei nichts einzuwenden. Man könne ohne Bedenken Brot, Fallobst, Reste von Salaten oder Kartoffelschalen füttern, sofern sie nicht verdorben sind. "Und bitte keine Plastikverpackungen mit ins Gehege werfen", sagt Gaudlitz. "Das kann für die Tiere böse Folgen haben."

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