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Bad Wörishofen

29.09.2020

Berauschender Facettenreichtum beim Festival der Nationen

Die Pianistin Alice Sara Ott spielte beim Festival der Nationen in Bad Wörishofen.
Bild: Bernd Feil MIS

Plus Die Pianistin Alice Sara Ott, deren Eltern im Landkreis Landsberg leben, spielt im Kursaal Bad Wörishofen. Was eine kaiserliche Hoheit mit den Zuhörern gemeinsam hat.

Man muss nicht zwingend großer Kenner klassischer Musik sein, um beim Besuch eines Konzerts der Pianistin Alice Sara Ott unverzüglich mitgerissen zu werden. Dazu reicht alleine der Blick in das ausdrucksstarke Gesicht der deutsch-japanischen Pianistin, die schon mit vier Jahren am Klavier saß. Ihr berauschendes Spiel dürfte bei den Zuhörern einen ähnlichen Wunsch geweckt haben, den sich der österreichische Kaiser nach der Premiere des Konzertes von Wolfgang Amadeus Mozart erfüllte.

Beim diesjährigen Festival der Nationen spielte die 32-Jährige, deren Eltern im Landkreis Landsberg leben, begleitet vom vbw Festivalorchester unter der Leitung des Dirigenten Christoph Adt, Mozart. Konzert für Klavier und Orchester Nr. 13 in C-Dur, KV 415 – so der doch eher nüchtern anmutende Titel des Stücks, mit dem es Ott, die barfüßig auf die Bühne gekommen war, brilliant verstand, die Zuhörer im – coronabedingt spärlich besetzten – Kursaal in ihren Bann zu ziehen.

So wie sich Wolfgang Amadeus Mozart seinerzeit (die Uraufführung fand am 23. März 1783 statt) in die Herzen des Wiener Publikums, einschließlich keinem Geringeren als dem Kaiser höchstpersönlich, spielte, so gelang es der mehrfach ausgezeichneten Pianistin, das Publikum in Bad Wörishofen zu begeistern. Das Konzert, in der Zählung der reinen Klavierkonzerte Mozarts ist es das siebte, beginnt mit einem marschähnlichen Thema des Orchesters. Gesellten sich in Wien Pauke und Trompete dazu, war es in Bad Wörishofen durchaus dem Können der jungen Orchester-Mitglieder zu verdanken, dass das große „Bäng“ auch dort im ersten Satz alles für „das Klavier“ vorbereitete.

Eine atemberaubende Technik

Selbst wenn ihre Finger gerade mal nicht anmutig oder fordernd über die Tasten flogen, zeigte Alice Sara Ott ihre tiefe Verbundenheit mit der Musik. Die Augen geschlossen, ergab sie sich ganz den Klängen aus Mozarts Feder, dessen Ansinnen es damals war, ein Konzert zu schreiben, „das so verständlich ist, dass ein Fiaker-Fahrer es versteht“. Und Alice Sara Ott verstand es brillant, ihren Facettenreichtum zu zeigen. Leise, pointiert, berauschend und im dritten Satz mit langsameren Tönen spielte sie eine Hommage an den großen Mozart, die nicht zuletzt dank ihrer atemberaubenden Technik in den Zuhörern den gleichen Wunsch aufleben ließ, den im Jahr 1783 der österreichische Kaiser hatte. Er besuchte das Konzert gleich zweimal. Das zweite Konzert des Tages bestritt Ott allerdings dann vor einem anderen Publikum.

Serenade mit dem Festivalorchester

Abgerundet wurde der Samstagnachmittag im Kursaal in Bad Wörishofen von der Serenade für Streichorchester in C-Dur, op.48, gespielt vom vbw Festivalorchester, ebenfalls unter der Leitung von Christoph Adt, Dirigent, künstlerischer Leiter und Präsident der Hochschule für Musik in Nürnberg.

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