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12.03.2009

Betreuter Fahrdienst per Ticket

Landsberg Menschen, die einen betreuten Fahrdienst in Anspruch nehmen müssen, sind ohnehin schon in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Seit Januar ist der Weg zum Fahrdienst noch schwieriger. Denn nun sind nicht mehr die Kommunen, sondern die Regierungsbezirke für die Abrechnung mit den Fahrdiensten verantwortlich. Anton Huber, Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) in Landsberg, findet das neue Konzept in Oberbayern alles andere als Bürgerfreundlich. Anlässlich eines Pressegespräches zum 25-jährigen Jubiläum des Fahrdienstes in Landsberg griff er dieses Thema auf.

"Wegen der Änderung kommt es zu vielen Irritationen auf beiden Seiten", so Huber. Die Kostenabrechnung mit dem Landkreis habe bis Ende 2008 sehr gut geklappt. Durch eine Gesetzesänderung arbeitet das Bayerische Rote Kreuz in Landsberg seit Januar aber mit dem Bezirk Oberbayern zusammen. Menschen, die einen betreuten Fahrdienst in Anspruch nehmen möchten, bekommen nun von der Regierung zunächst einen Grundbetrag von 80 Euro für die Fahrten aufs Konto überwiesen. Werden mehr Fahrten benötigt, müssen die Betroffenen das beantragen und mit Belegen nachweisen. Die Fahrdienste müssen dann direkt mit den Betroffenen abrechnen und ihnen Rechnungen stellen. Damit soll nachgewiesen werden, dass das Geld von der Regierung auch wirklich für Fahrten ausgegeben wird. Der Betrag, den die Menschen erhalten, muss jährlich neu beantragt und ermittelt werden. "Das neue Konzept ist nicht bürgerfreundlich", so Huber. Die Menschen seien verwirrt und von dem komplizierten Verfahren abgeschreckt. Laut Marianne Asam, Leiterin der Personalabteilung des BRK, läuft das neue Verfahren zögerlich an. "Die gebuchten Fahrten waren am Anfang des Jahres rückläufig."

Peter Rasch vom Landratsamt in Landsberg sagte gegenüber dem LT, dass die sozialen Aufgaben generell auf die Regierungsbezirke übertragen wurden. "Bis zum Januar 2008 waren die Bezirke für stationäre Maßnahmen, die Landkreise für teilstationäre und ambulante Maßnahmen zuständig." Um in gewisser Weise den Erhalt der Regierungsbezirke zu sichern, sollten nun alle Aufgaben auf diese übertragen werden. Dies sei Stück für Stück im vergangenen Jahr geschehen. Der geringe Grundbeitrag von 80 Euro könnte dazu führen, dass Menschen mit leichter Behinderung statt der Fahrdienste kostengünstigere Alternativen wählen.

Das BRK arbeite mit der Geschäftsführung derzeit an einer sogenannten Ticketverwaltung. Die Betroffenen kaufen für das Geld von der Regierung ein Ticket beim BRK. Die Mitarbeiter verwalten dann die Fahrten und weisen die Menschen rechtzeitig darauf hin, wie viele Kilometer ihnen am Ende des Monats noch zur Verfügung stehen. "Wir möchten den Betroffenen den Verwaltungsaufwand abnehmen, denn wir fühlen uns für die Menschen verantwortlich", so Asam.

Betreuter Fahrdienst per Ticket

Keine Preiserhöhung geplant

Eine Erhöhung der Preise für die Fahrten beabsichtige das BRK nicht. In den nächsten Monaten werde sich zeigen, ob und wie genau eine solche Ticketverwaltung durchführbar ist.

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