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Porträt

31.01.2019

Bewegung ins Bild bringen

Andrea Nisch liebt die Malerei und ist auch in Ausstellungen (wie hier in der Zederpassage) des Regionalverbands Bildender Künstler zu finden.
Bild: Thorsten Jordan

Die Malerin Andrea Nisch ist neu im Regionalverband Bildender Künstler

Jeder Mensch hat seine ganz eigene Persönlichkeit. Situationen, in denen er sich unsicher fühlt, aber auch welche, in denen er selbstsicher agiert. Genau davon lässt sich die Künstlerin Andrea Nisch aus Geretshausen inspirieren. Ihre informellen Gemälde zeigen oft Persönlichkeiten oder Entwicklungsphasen von Menschen. „Ich habe mich schon immer für Psychologie interessiert“, erzählt sie. Studiert hat Nisch aber dann Informelle Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Professor Jürgen Reipka.

„Ich habe schon immer gerne Naturmaterialien genutzt. Deshalb mische ich die Eitemperafarben für meine Bilder auch selber an. Diese bestehen aus Ei, Wasser, Öl und Pigmenten. Ich bin einfach total gerne in Bewegung. Deshalb passt die gestische, expressive Malerei einfach zu mir.“

In ihren Werken stünden die verschiedenen Pinselstriche für die Persönlichkeit eines Menschen. „Je stärker eine Persönlichkeit ist, desto stärker und häufiger sind die Pinselstriche, die ich mache“, sagt sie. Ihre Bilder entstünden bei ihr durch Bewegungen, und zwar genau so, wie diese gerade kommen würden. „Das müssen nicht immer hektische Bewegungen sein. Das können auch ruhige, zarte oder eben auch kraftvolle sein. Ich möchte einfach Bewegungen aufs Papier bringen.“

Die Farben für ihre Bilder wähle sie ganz bewusst aus. „Dabei möchte ich aber niemanden bewerten, sondern etwas so darstellen, wie ich es empfinde. So stehen für mich zum Beispiel helle Farben für Weisheit und dunkle Farben für Nachdenklichkeit oder das Urvertrauen“, erklärt Andrea Nisch.

„Meine Bilder entstehen eigentlich immer in Serien. Meistens besteht diese aus einem großen Bild und drei kleineren. Meine neueste Zusammenstellung zeigt die acht Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erikson.“

Außerdem sagt die 49-Jährige, dass ihre Technik auch etwas Mut erfordere. „Man muss sich auf das Ganze einlassen, muss sich frei fühlen und darf sich selbst nicht einschränken. Beim Malen ist der ganze Körper in Aktion. Wenn der Pinselstrich einmal gesetzt wurde, dann ist es so. Was da ist, ist da. Pinselstriche werden nicht noch einmal nachgefahren.“

Andrea Nisch ist aber nicht nur Künstlerin, sondern auch Mutter und arbeitet hauptberuflich im Bereich der Gastronomie, als Restaurantleitung im Café Zirnheld. „Durch meinen Beruf lerne ich jeden Tag neue Leute kennen. Das inspiriert mich auch sehr.“ Spannend fände sie es auch, in Zukunft mit anderen Kunstformen wie Musik oder Tanz zusammenzuarbeiten.

„Natürlich alles informell“, fügt sie hinzu. „Schön wäre es auch, wenn die informelle Malerei mehr gezeigt und somit mehr ins Bewusstsein der Menschen gerufen wird.“

Deshalb freue sie sich auch sehr, seit Oktober Mitglied beim Regionalverband Bildender Künstler (RBK) zu sein. „Der Austausch mit anderen Künstlern ist einfach toll. Kunst ist so vielseitig, und das merkt man dort.“

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