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24.06.2009

Bewegung ist eine wichtige Therapie

Landsberg (lt) - "50 Prozent der Behandlung ist die tägliche Bewegung." Was für viele Bereiche des täglichen Lebens gilt, trifft auch für Parkinsonpatienten zu. Das machten Dr. Jamel Benkhalifa (Landsberg) und Otto Giglhuber (Dießen) bei der jüngsten Patienten-Informationsveranstaltung der Gesundheitsorganisation Gesola deutlich. Die beiden Neurologen verschafften Betroffenen und Angehörigen einen Überblick über die aktuellen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bei Parkinson.

Ein sehr wichtiger Aspekt sei dabei die eingangs erwähnte Bewegung. "Medikamente schaffen nur die Voraussetzung", betonte Giglhuber, ein auf den Patienten zugeschnittenes Gymnastikprogramm müsse täglich durchgezogen werden, da aufgebaute Muskeln nach zwei Tagen bereits wieder rückgebildet werden. "Einzige Entschuldigung für ein Aussetzen der Übungen sind mehr als 39 Grad Fieber."

Tägliche Bewegung kann das von Dr. Benkhalifa zu Beginn vorgestellte Krankheitsbild, das weit über den landläufig bekannten Tremor, das Muskelzittern hinausgeht, entscheidend verbessern. Die Akinese (Bewegungsarmut) beispielsweise sowie ebenfalls krankheitstypische Gleichgewichtsstörungen könnten mit gezielten Übungen entscheidend beeinflusst, die Lebensqualität damit verbessert und die Selbstständigkeit verlängert werden. Neben Akinese und Tremor finden sich im Krankheitsbild von Morbus Parkinson, wie Dr. Benkhalifa darstellte, vegetative Symptome wie Kreislauf- und Verdauungsstörungen, vermehrte Schweißausbrüche und Talgabsonderungen sowie psychische Störungen. Nach einer gründlichen Anamnese stehen mehrere Untersuchungsmethoden zur Verfügung. Unerlässlich sei eine Computertomographie des Kopfes, des Weiteren die Ultraschalluntersuchung des Gehirns. Ein L-Dopa-Test verschafft Klarheit: Ein Ansprechen des Patienten auf das Parkinson-Medikament bestätigt die Diagnose "Morbus Parkinson".

Ausgelöst wird die Krankheit, weil Zellen der "schwarzen Substanz" im Mittelhirn, die den Botenstoff Dopamin herstellen, absterben. Die Behandlung der Betroffenen erfolgt durch Gabe von L-Dopa, einer Vorstufe des aktivierenden Dopamins. Nachteil von L-Dopa, das im Dünndarm aufgenommen wird, ist laut Benkhalifa, dass es sehr schnell abgebaut wird. Diätetische Maßnahmen wie viel Obst und Gemüse, aber wenig Eiweiß unterstützen den therapeutischen Erfolg von L-Dopa.

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Eine Pumpe mit großer Zukunft

Eine Behandlungsmethode, der Otto Giglhuber eine große Zukunft vorhersagt, ist die Duodopa-Pumpe, die seit drei Jahren zum Einsatz kommt. "Damit versucht man, sehr fein zu reagieren." Die "tiefe Hirn-stimulation", bei der eine Sonde ins Gehirn eingeführt wird, berge einige Risiken. Euphorische Berichte habe es über die Transplantation von gesunden Zellen in das Gehirn Erkrankter gegeben. Um diese Methode sei es laut Giglhuber aber wieder ruhig geworden.

Insgesamt, so die beiden Neurologen, könne der Krankheitsprozess bei Morbus Parkinson nach heutigen Erkenntnissen aufgehalten, aber nicht geheilt werden.

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