1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. „Bitte bleiben Sie auf dem Holzweg“

Jubiläum

04.02.2019

„Bitte bleiben Sie auf dem Holzweg“

Copy%20of%20jor159.tif
2 Bilder
Feierstunde im Waldhackschnitzelheizwerk Landsberg. Mit dabei waren unter anderem OB Mathias Neuner, Bezirksrat Josef Loy, Reiner Jonen (Geschäftsführer) und Abteilungsleiter Thomas Schneider.

Seit zehn Jahren gibt es das Waldhackschnitzelwerk Landsberg. Wie viele Liter Heizöl dadurch eingespart werden

Eine Erfolgsgeschichte mit Höhen und Tiefen und einer guten Perspektive: Dieses Zeugnis stellten die Festredner dem Waldhackschnitzelwerk Landsberg aus, dessen zehnjähriges Bestehen jetzt gefeiert wurde.

Die Idee für das Waldhackschnitzelwerk, durch das jährlich rund eine halbe Million Liter Heizöl eingespart werden können, entstand, wie Geschäftsführer Reiner Jonen in seiner Ansprache erläuterte, aus einem Arbeitsprojekt des Agrarbildungszentrums. Benedikt Ley und seine Mitstreiter, die vor gut zehn Jahren Schüler am Agrarbildungszentrum waren, widmeten sich der Aufgabe, eine alternative Beheizungsform zu erarbeiten. „Aus der Theorie entwickelte sich eine Machbarkeitsstudie, die schließlich zum vorliegenden Projekt einer ökologischen Lösung für öffentliche Gebäude wurde“, heißt es in einer Pressemitteilung über das Heizwerk. Das Holzheizwerk erfülle die Kennwerte des Centralen Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerkes (C.A.R.M.E.N), ist dort zu lesen. Zudem werde der Brennstofffeinsatz im Schnitt zu mehr als 95 Prozent mit Waldhackschnitzeln abgedeckt. Rund 2600 Tonnen pro Jahr werden gebraucht, wobei die Hackschnitzel aus der direkten Umgebung der Stadt kommen.

Im Dezember 2007 wurde zur Verwirklichung des Projekts die Waldhackschnitzelheizwerk Landsberg GmbH gegründet, die sich aus den Gesellschaftern Bezirk Oberbayern, Stadt und Landkreis Landsberg zusammensetzt. Gleich im Anschluss begannen die Planungen und Vergabe der einzelnen Gewerke durch den Verpächter des Heizwerkes, die Stadt Landsberg.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Oberbürgermeister Mathias Neuner lobte im Rahmen der Feierstunde den ideologischen Ansatz, den das Projekt von Anfang an verfolgt habe – nachhaltig Energie zu erzeugen. Dass es finanziell nicht immer eine einfache Aufgabe gewesen sei, daraus machte Neuner keinen Hehl. „Der Gewinn ist sicherlich nicht immer berauschend, aber unterm Strich funktioniert es.“

Den Blick in die Zukunft gerichtet, stellte er in Aussicht, dass weitere Gebäude angeschlossen werden könnten und damit dem Caritas-Seniorenzentrum folgen könnten. Neben dieser Einrichtung gehören auch das städtische Heilig-Geist-Spital und das Internat des Agrarbildungszentrums aktuell zu den Abnehmern. Auch wenn nach der energetischen Sanierung des Heilig-Geist-Spitals dort künftig weniger Energie benötigt werde, sehe er positiv in die Zukunft des Waldhackschnitzelheizwerkes.

Als Vertreter des Landkreises sprach auch stellvertretender Landrat Peter Ditsch von einem „guten Grund zum Feiern“ und erinnerte daran, dass sowohl der Kreisausschuss als auch der Kreistag seinerzeit einstimmig der Gründung der GmbH zugestimmt hätten. Er sei sich, angesichts des Erfolges der vergangenen zehn Jahre, sicher, dass auch heute die gleichen Beschlüsse gefasst würden wie damals.

Josef Loy, der als Vertreter des Bezirkstags an der Veranstaltung teilnahm, fragte in die Runde: „Was gibt es Besseres als die Tatsache, dass ein Schulprojekt in die Realität umgesetzt wird?“ Aus eigener Erfahrung in seiner Gemeinde Eresing, in der es im Gewerbegebiet ebenfalls ein Biomasseheizwerk gebe, wisse er, dass sich die Wirtschaftlichkeit im Laufe der Jahre einstelle. „Wir schreiben in den letzten drei Jahren gute Gewinne.“

Zuletzt ergriff Benedikt Ley das Wort. Es sei eines seiner schönsten Erlebnisse gewesen, Schüler im Agrarbildungszentrum gewesen zu sein und ein Projekt erarbeiten zu dürfen, das dann auch realisiert werde. Ley ist heute der Lieferant, der Hackschnitzel aus der ganzen Region zum Waldhackschnitzelwerk Landsberg liefert. An die Verantwortlichen der GmbH und mit Blick auf die von den Vorrednern angesprochenen Höhen und Tiefen sagte Ley: „Bleiben Sie bitte auf dem Holzweg.“ Auch wenn dieser Ausspruch nicht unbedingt positiv behaftet sei, lohne es sich, am Waldhackschnitzelwerk festzuhalten. (vang)

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20jor174.tif
Landsberg

Mica Knorr-Borocco: Schon als kleines Kind wollte sie alles zeichnen

ad__pluspaket@940x235.jpg

Webseite und App freischalten!

Die schnellsten Lokalnachrichten - live, aktuell und multimedial.
Alle Online-Inhalte auf allen Endgeräten zu jeder Zeit, mtl. kündbar.
Damit sind Sie daheim und im Büro immer auf dem Laufenden.

Plus+ Paket ansehen