Newsticker

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann schließt erneute Grenzkontrollen nicht aus
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Blaue Mädchen am blauen See

Musik

01.06.2015

Blaue Mädchen am blauen See

Die Verantwortlichen des Richard-Wagner-Verbands (RWV) Ammersee mit dem Pianisten Rainer Armbrust (Dritter von links) und der Sopranistin Anahita Josef (Dritte von rechts) sind (von links) Adrian Hellmann, Dr. Sabine Schellberg, Arabelle Hellmann, Eugenia Winckler und Johannes Wagner.
Bild: RWV Ammersee

In Schondorf ist ein Richard-Wagner-Verband gegründet worden. Einige Mitglieder haben eine gemeinsame Vergangenheit

Was es sonst nur in größeren Städten und natürlich in Bayreuth gibt, ist jetzt auch am Ammersee vorhanden: ein Richard-Wagner-Verband. Gegründet hat sich die hiesige Gruppe bereits im April, und vor Kurzem trat sie auch erstmals öffentlich in Erscheinung, mit einer Veranstaltungsform, die nicht unbedingt typisch für Wagner-Freunde erscheinen mag: Bei einem Flashmob am Schondorfer Seeufer präsentierten Anahita Josef (Sopran) und Rainer Armbrust (Klavier) die Senta-Ballade aus dem „Fliegenden Holländer“ vom Segelboot „Mary“ aus – passendes Wolkenbild an einem trüben Tag am Wasser inklusive. Nach dem kleinen Konzert am See folgte im Vereinssitz in Schondorf ein Hauskonzert mit rund 50 geladenen Gästen.

Geleitet wird der Verband, dem derzeit 24 Personen angehören, von der Schondorferin Arabelle Hellmann, die von Jugend an mit dem Werk Richard Wagners vertraut ist. Wie ihre aus Kulmbach stammende Mutter habe sie auch viele Sommer als „Blaues Mädchen“, wie die Türsteherinnen im Bayreuther Festspielhaus genannt werden, verbracht. „Dabei sieht man ja fast jede Vorstellung und man kriegt auch viel drumherum mit“, schwärmt Arabelle Hellmann von den Festspielen und der Musik Richard Wagners, auch wenn sechs Wochen Oper wirklich anstrengend seien. Mit Bayreuth ist die junge Vereinsvorsitzende auch noch in zweiter Weise verbunden.

Sie vertreibt Porzellan aus der Festspielstadt, wie sie erzählt – und zwar von der dortigen Porzellanfabrik, die den naheliegenden Namen „Walküre“ trägt.

Hellmann ist seit Jahren, wie sie weiter berichtet, Mitglied im Münchner Richard-Wagner-Verband, mit der Neugründung wollte sie mit Gleichgesinnten, darunter zwei weiteren früheren „Blauen Mädchen“, einen „etwas jüngeren Verband“ schaffen. Ziel des Vereins ist es, wie es heißt, „seine Liebe zu der Musik Richard Wagners weiterzugeben, indem er Nachwuchstalente fördert, neue Freunde für das Werk Richard Wagners gewinnt beziehungsweise Freundschaften und Verständnis hierfür im Rahmen ganz unterschiedlicher Veranstaltungen und Kampagnen vertieft.“

Erfreut ist der junge Vorstand der Ammerseer Wagnerianer deshalb auch über die Zusammenarbeit mit Doris Pospischil und Hans-Joachim Scholz von den „Ammerseerenaden“: Am 1. September dürfen sie im Rahmen der spätsommerlichen Konzertreihe im Herrschinger Kurparkschlösschen das „Classic Pas des deux“ mit der Sopranistin Anja Silja, die 1960 in der Rolle der Senta aus dem Fliegenden Holländer in Bayreuth debütierte, und der Pianistin Irina Kornilenko präsentieren.

Daneben sind weitere Hauskonzerte geplant, aber Arabelle Hellmann und ihre Mitstreiter haben auch vor, Richard Wagner und seine Musik auf eher ungewöhnliche Weise zu vermitteln: etwa in Form von Picknick-Konzerten und im nächsten Jahr soll es auch wieder einen Flashmob geben. (ger)

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren