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Ausstellung

11.03.2014

Botschafterin der Bienen

„Superorganismus“ heißt die Ausstellung im Stellwerk.
Bild: Nue Ammann

Nicola von Thurn und die Superorganismen

Wintertraube, Wabenherzen, Hochzeitsflug, Drohnenschlacht – Begriffe, die vielfältige Assoziationen freisetzen, aber auch als Vokabeln aus der Imkerei bekannt sind. Für die Münchner Künstlerin und Hobbyimkerin Nicola von Thurn verbergen sich darin Erlebnisse und Gedanken, die sie zu einer Serie von Arbeiten verdichtet hat, die im Dießener Stellwerk unter dem Titel „Superorganismus“ gezeigt werden.

Seit dem 19. Jahrhundert werden Bienenvölker als Organismen betrachtet, die aus einzelnen Individuen zusammengesetzt sind. Jeder dieser Superorganismen, ist mehr als die Summe seiner Teile und fasziniert Imker wie Naturwissenschaftler. Auch bei von Thurn kreist alles um die Bienen, um den Bien, wie der Superorganismus auch genannt wird, die Imkerei und die Verbindungen zwischen Mensch und Tier. Sichtbar und fühlbar wird dies eindrücklich in der Installation „Stockdunkel II“, die ein Gesamterlebnis aus audiovisuellen und olfaktorischen Akzenten ist: Zwei Holzrahmen, in der Imker-Fachsprache Zargen genannt, dienen als Sockel für einen beleuchteten Quader aus montierten Holzrähmchen, die mit Bienenwaben gefüllt sind; die durch die Waben scheinende Helligkeit taucht die Umgebung in goldgelbes bis bräunliches Licht; zudem wird durch die moderate Erwärmung der Waben der typische Bienenwachs-Duft freigesetzt und erfüllt den Raum ebenso wie die Geräuschkulisse von Bienensummen im Stock und gleichmäßigen Atemzügen eines Menschen.

Aktuelle Themen wie das Bienensterben und Ernteverluste werden in der Ausstellung zwar nicht thematisiert, sind aber allein durch die idealistische Widmung der Gesamtarbeit an das ‚kleinste Nutztier’ immanent. Mit ihren detailgetreuen Zeichnungen rückt Nicola von Thurn den Lebenszyklus von Bienen in den Fokus – vom Wabenbau über das Honigsammeln und Bestäuben bis zur Überwinterung. Die zart kolorierten Bilder sind mit Bleistift, Tusche und Aquarellfarben auf in der Industrie häufig verwendetem Wabenkarton gezeichnet und verdeutlichen die Leistungen der Bienen. Mit diesen Zeichnungen, der Installation und einer Gussarbeit aus Messing spiegelt von Thurn ihre Bienen-Faszination auf den Betrachter. Ein im Garten des Stellwerks vom Dießener Imker Klement Noll aufgestellter Schau-Stock, in dem die Bienen beobachtet werden können, bereichert die künstlerische Arbeit. Die Ausstellung ist bis 23. März, jeweils zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet. (nue)

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