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Säulenhalle

26.05.2014

Boxenstopp ohne Gummigeruch

Bei der Ausstellung „Boxenstopp“ in der Landsberger Säulenhalle unter anderem zu sehen: „Lulu“ von Isolde Egger.
Bild: löbh

Fünf Künstlerinnen präsentieren ihre Werke

„Boxenstopp“ – das hört sich nach rauchenden Motoren, nach Gummigeruch und auch nach heißen Frauen an. Aber in der Landsberger Säulenhalle neben dem Stadttheater, wie es der Titel der aktuellen Schau verheißt? „Wir haben nach einem passenden Namen für unsere Gemeinschaftsausstellung gesucht“, erzählt Isolde Egger, eine der fünf ausstellenden Künstlerinnen, „der besondere Grundriss der Säulenhalle mit den Nischen inspirierte uns zu dieser Bezeichnung.“

Boxenstopp, das zeigt sich beim Rundgang durch die Schau, erweist sich als durchaus treffend, nicht nur im Bezug auf die Nischen, in denen die verschiedenen Künstlerinnen ihre technisch recht unterschiedlichen Arbeiten relativ abgeschlossen präsentieren können. In der vom Eingang aus gesehen ersten „Box“ hat Beate Berndt angehalten, auf ihr bisheriges Leben zurückgeblickt, eine ganze Bilderserie ihrer eigenen Welt gewidmet. Auf großen Flächen, mit nur wenigen, ruhigen Farben hat die Künstlerin Stationen ihres Lebens nachgezeichnet. Von größeren Farbnestern aus – lokalen Fixpunkten – strömen mehr oder weniger starke Linien in alle Richtungen. Mal scheinen sie gerade auf etwas zuzusteuern, mal wurden sie von Stürmen durchgebeutelt und sind schwankend unterwegs.

Beim nächsten Stopp offeriert Anna Ottmann Aktzeichnungen/-malerei. Allerdings hat sich der Betrachter etwas länger mit den Arbeiten auseinanderzusetzen, denn Ottmann deutet nur an. Das Figurative hebt sich erst nach und nach vom pastellfarbenen Untergrund ab, lässt sich zu Körpern formen. Breite, orangefarbene Pinselstriche deuten auf lodernde Leidenschaft hin.

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Die Architektin Nina Zeilhofer scheint die Kunst zu brauchen, um ihre Kreativität und Fantasie ausleben zu können. Wer bei ihrem Werk stoppt, landet in einer regelrechten Traumbox. „Schutzstäbe“, behängt mit für die Lebensreise wichtigen Dingen, lehnen an den Säulen. In kleinen Objektkästen, „Poesieräume des Glücks“ genannt, hat die Künstlerin Fundstückchen so platziert, dass Puppenstübchen entstehen. Aus benützten, von afrikanischen Frauen teilweise bemalten Teebeuteln ist ein Kleidchen entstanden. Und zwischen all den gesammelten Fantastereien schweben federleichte „Gedankenwolken“.

Nester, Waben, Halskrause, Hut, Pilz: schier überbordend ist Monika Gebhardts Fantasie, wenn sie Malerkrepp zweckentfremdet. „Ich klebe daran fest“, sagt die Künstlerin über den Allerweltswerkstoff. In ihrer Box – es sind die Fensternischen in der Säulenhalle, sind alle Objekte und Skulpturen aus Klebeband und dünnem Draht gestaltet.

Schlussendlich kreuzen sie aber doch noch auf, die Boxenluder: Isolde Egger hat, ganz in der Tradition großer Maler, frivole Mädels mit verruchtem Blick und in aufreizenden Posen, zwischen lackglänzenden Luxusschlitten gemalt. Und dafür frech große Werke der Kunstszene aufgepeppt: Franz von Stucks „Akt mit schwarzem Strumpf“ beispielsweise wird bei Isolde Egger zum „Titelthema 6“ und Lulu rekelt sich mit ihrem Liebhaber zwischen Ketchup und Mayo. (löbh)

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