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Bräuche: Süßer Vorgeschmack auf Weihnachten

Bräuche

Süßer Vorgeschmack auf Weihnachten

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    Mit guten Wünschen für Weihnachten füllen sich an den Klöpflesnächten die Taschen der Kinder, wie hier von Ayessa, Emilia, Katja und Luisa in Eresing.
    Mit guten Wünschen für Weihnachten füllen sich an den Klöpflesnächten die Taschen der Kinder, wie hier von Ayessa, Emilia, Katja und Luisa in Eresing. Foto: Foto: Stefanie Merlin

    Eresing „Da sind ja die Klöpfleskinder“ mit diesen Worten öffnet eine ältere Dame den vier Mädchen die vorweihnachtlich geschmückte Haustür. „Wir klopfen an und sagen an, dass Jesus Christ bald kommen kann“ erwidern die vier. Sie wünschen ein frohes Fest und werden mit Plätzchen, Orangen und Süßem beschenkt. An diesem Nachmittag freuen sich gerade die älteren Eresinger über den Besuch der Kinder, denn der Vers weckt Erinnerungen an ihre eigene Kindheit. Seit jeher zogen die Eresinger Kinder nach dem alten Brauch der Klöpflesnacht durch das Dorf, um das bevorstehende Weihnachtsfest anzukünden.

    Die Mandarinen und Süßigkeiten stehen in manchem Haus schon bereit und wie früher tragen die Kinder stolz die Taschen voller Naschwerk vor sich her. Da im alten Dorfkern um die Kirche heute weniger Kinder wohnen und der Brauch teils in Vergessenheit geriet, ist der Klöpfelbesuch in vielen Häusern eine willkommene Überraschung.

    Die genauen Anfänge des Brauchs von den es im süddeutschen Raum, in Österreich und der Schweiz verschiedene Ausprägungen gibt, liegen im Dunkel der Geschichte. Seit dem 15. Jahrhundert ist der Brauch als Vergegenwärtigung der Herbergssuche von Maria und Josef belegt. Seine Ursprünge dürften aber in der germanischen Zeit liegen. Als Klöpflesnächte gelten die drei Donnerstage vor dem vierten Advent. In Eresing hat sich der letzte Donnerstag vor dem Thomastag, dem 21. Dezember (zugleich Wintersonnenwende), eingebürgert.

    Das Jesuskind fehlt noch

    Auch in der Kirchstraße wartet man schon auf die Klöpfleskinder. Sie werden hereingebeten und bewundern dann die liebevoll hergerichtete Krippe. Maria und Josef haben hier ihre Herberge in einem ausgehöhlten Baumstamm schon gefunden. Wie die Engel und Hirten scharen sich die kleinen Eresinger um die Figuren. Das Jesuskind fehlt noch, stellen sie fest, aber die Zeit des Wartens war an diesem Vorabend der Klöpflesnacht besonders kurzweilig, finden sie. (sme)

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