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06.03.2009

Brucker Landratsamt will eine Entscheidung

Eching Über die Wiedervernässung des Ampermooses gibt es womöglich in den nächsten Monaten eine Entscheidung. Das Landratsamt Fürstenfeldbruck als federführende Behörde hat beim Verwaltungsgericht in München um eine Entscheidung in dem ruhenden Verfahren gebeten, das Verfahren wird nun fortgesetzt. Ob es erneut zu einer mündlichen Verhandlung kommen wird, ist laut Auskunft aus dem Verwaltungsgericht München noch nicht entschieden.

Inhaltlich ist unter anderem strittig, inwieweit Anwesen in Grafrath und Eching durch den Bau einer Sohlschwelle in der Amper in Graf-rath negativ betroffen sind oder auch der alte Sportplatzbereich östlich der Echinger Mehrzweckhalle. Die Gemeinde Eching und mehrere Privatpersonen hatten gegen den Planfeststellungsbeschluss vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Sie befürchten, häufigere und längere Hochwasser durch höhere Grundwasserstände. Im Oktober 2007 war in München verhandelt worden, mit dem Ergebnis, dass sich die Parteien noch einmal außergerichtlich über die verschiedenen Einschätzungen austauschen.

Richard Müller vom Wasserwirtschaftsamt hatte in der Verhandlung die Ergebnisse der Pegelmessungen dreier vorausgehender Jahre vorgelegt. Danach wird jetzt schon ohne Sohlschwelle an durchschnittlich 100 Tagen im Jahr ein Zustand der Grundwassersättigung erreicht, "ohne dass Wasser in den Kellern steht", wie Müller gegenüber dem LT erläuterte. Nach Müllers Ausführungen fließt das Wasser, wenn es mal einen Stand über Gelände erreicht hat, dem Gefälle nach, also zum Ampermoos hin.

Müller vermisst angesichts des Zeitraums seit der Verhandlung eine Willensäußerung der Klägerseite: "Das ist jetzt eineinhalb Jahre her." Man habe sich zwei Mal zu Gesprächen getroffen, einmal sei auch der Sachverständige der Kläger, Professor Hans-Jürgen Backhauß, anwesend gewesen. Professor Backhauß habe die Zahlen noch einmal überprüfen wollen. Seitens des Landratsamtes Fürstenfeldbruck hat man laut Müller im November um eine Stellungnahme gebeten und angekündigt, dass man sich Ende Januar ans Gericht wenden werde. Der Pressesprecher des Landratsamtes Marlon Klein sieht einen gewissen Stillstand im Verfahren: "Darum haben wir das Gericht gebeten, eine Entscheidung herbeizuführen."

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Kausalität dürfte schwer zu beweisen sein

Für die Kläger ist der Nachweis nicht gebracht, dass die Sohlschwelle keine negativen Auswirkungen haben wird, so Rechtsanwalt Johannes Mohr von der Kanzlei Labbé & Partner. Für ihn ist die Sache geklärt, "wenn unser Sachverständiger sagt, das passt". Das Thema Versandung sei beispielsweise nicht ausreichend behandelt, so Mohr: "Die Windach bringt Geschiebe mit." Beim alten Sportplatz ist zwar im Planfeststellungsbeschluss festgehalten, dass bei Beeinträchtigung entschädigt werden muss. Doch die Kausalität sei schwer zu beweisen, fürchtet Mohr und auch Echings Bürgermeister Siegfried Luge.

Der Gemeindechef fordert, dass der Sportplatz angehoben und neu angelegt wird, was jedoch 100 000 bis 150 000 Euro kosten könnte. "Wir werden nicht hingehen und Vorschläge machen", ist Luge der Auffassung, dass die Behörden, die die Wiedervernässung erreichen wollen, sich äußern müssten. Rechtsanwalt Mohr will demnächst, wie bereits einmal geschehen, eine Informationsveranstaltung für die Betroffenen in Eching machen.

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