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Landsberg

08.04.2019

Bruder Barnabas liest den Großkopferten in Landsberg die Leviten

Bruder Barnabas alias Matthias Bartels las zum Ausklang der Landsberger Wiesn den Politikern die Leviten. Im Bierzelt tat er sich aber schwer, sich Gehör zu verschaffen.
Bild: Julian Leitenstorfer

Bei der Fastenpredigt im Wiesn-Zelt bekommen die Lokalpolitiker ihr Fett weg – und der Oberbürgermeister eine Auszeichnung. Doch Bruder Barnabas hat Mühe, sich Gehör zu verschaffen.

Wenn Bruder Barnabas den Heiligen Arnulf anruft, damit dieser den Horizont der Landsberger Kommunalpolitiker mit einem erhellenden Bier erweitert, dann ist Starkbierzeit in Landsberg. Dass aber die Starkbierzeit samt Fastenpredigt auf der Landsberger Wiesn gefeiert wird, ist ungewöhnlich. Auch für Bruder Barnabas alias Matthias Bartels. Zum Glück bescherte Petrus den Landsbergern frühlingshaftes Wetter. Für ein volles Bierzelt sorgten die milden Temperaturen aber nicht. Und diejenigen, die gekommen waren, scherten sich großteils wenig darum, was da so gepredigt wurde. Allerdings machte die schlechte Akustik den Besuchern das Zuhören nicht leicht: Die Folge war, dass sich viele lieber am Biertisch unterhielten.

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Wer soll denn Oberbürgermeister werden?

Diejenigen, die der Fastenpredigt lauschten – zu ihnen gehörte auch Oberbürgermeister Mathias Neuner – erfuhren von so mancher Sensation im Vorfeld der Kommunalwahl 2020. Zum Beispiel, dass in Apfeldorf der amtierende Bürgermeister „Schorsch Epple“ gleich zwei Gegenkandidaten hat. In Landsberg reicht wohl der „schwarze Neuner“, glaubt Barnabas, der es sich aber nicht nehmen lässt, doch ein paar Kandidaten für das oberste Amt der Stadt vorzuschlagen: die „Baum-Gartlerin als Oberbürgermeisterin mit Wespentaille etwa oder den „Wohlfahrt“, bei dem der Name Wahlprogramm genug wäre. „Und auch der Hettmer wäre ein Kandidat für einen tollen Wahlslogan: „Mir hättma gern dies und das.“

Ein Blick ins Fuchstal

Programm ist, wie Bruder Barnabas glaubt, auch im Fuchstal der Name des Bürgermeisters Erwin Karg. „Der Karg hat nämlich schon 2006 in Papier investiert und bürgt mit seinem Namen für Sparkompetenz.“ Da sei es auch verständlich, dass er der Staatsregierung nicht über den Weg traue und weiterhin die Straßenausbaubeitragsbeiträge von den Bürgern eintreiben wolle. „Die zahlen aus seiner Sicht jedenfalls verlässlicher als die Großkopferten aus München.“ Dem Unterdießener Bürgermeister Alexander Enthofer legte er mit Blick auf das umstrittene Baugebiet in Dornstetten ans Herz: „Pass bloß auf Alexander, 2020 treibt man Dich am End’ vom Hof!“

Bruder Barnabas liest den Großkopferten in Landsberg die Leviten

Noch eine Außenstelle fürs Landratsamt?

Auch für Landrat Thomas Eichinger hatte Bruder Barnabas ein paar Tipps: Als Standort für ein weiteres Landratsamt schlug er ihm „auf der richtigen, der oberbayerischen Lechseite“ den ehemaligen Blumenladen am Klostereck vor. „Man muss ja eine Behörde nicht größer machen, als es sie braucht!“ Allerdings müsse Eichinger beim Mietvertrag clever sein, sonst „schmeißt die der Mathias Neuner nach acht Monaten wieder raus wegen Einsturzgefahr oder Eigenbedarf.“ Auch die Klosterkirche sei ein geeigneter Standort. „Platz wär genug da und mehr wie zu uns in die Kirch’ kommen zu dir auch nicht.“

Ein Neuner-Block statt des Schrem-Baus

Die Derivat-Affäre, das Landsberger Verkehrskonzept, das Urbane Leben am Papierbach mit dem Abriss des Karl-Schrem-Baus, an dessen Stelle jetzt ein neunstöckiges Gebäude entstehen solle („wir sprechen vom sogenannten Landsberger Neuner-Block“), waren weitere Themen, die dem Barnabas am Herzen lagen. Zu guter Letzt schlug der Fastenprediger noch vor, neben den vielen Preisen wie Kulturförderpreis, Kunstpreis, Snowdance-Preis und Ellinor Holland Kunstpreis noch einen weiteren zu vergeben. Den Franz Dengler Preis, der erst einmal verliehen worden sei. „Der hat sich in der Weiherstraße in den 50er-Jahren ein wunderschönes kleines Hexenhäuserl gebaut – um jetzt direkt daneben einen klassischen Mini-Neunerblock vor die Nase gesetzt zu bekommen.“ Dafür bekam Oberbürgermeister Neuner den „Franz-Dengler-Gedächtnis-Preis Die Kunst der Bausünde!“ in Form eines Buches. Bevor Barnabas die Bühne verließ, versprach er noch: „Sollte am Papierbach die Lechphilharmonie gebaut werden, dann komme ich im nächsten Jahr nicht mehr als Bruder Barnabas, sondern wieder als Caruso.“

Das ist Matthias Bartels, der "Caruso" aus Landsberg: Matthias Bartels, der Landsberger Caruso

Hinten im Zelt wurde es immer lauter

Und er wünscht sich dann vermutlich eine andere Technik. Denn auch Bartels nahm die Akustikprobleme wahr: „Es war schwierig einen Bezug zum Gast zu bekommen“, erläuterte er gegenüber dem Landsberger Tagblatt. Bartels geht davon aus, dass einige aus akustischen Gründen nicht folgen konnte. „Hinten wurde es immer lauter und die Dinge nahmen ihren Lauf. Zuständig für die Technik war seines Wissens nach die Stadt.

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