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Sanierung

10.01.2013

Bürgerengagements für das Herkomer-Anwesen

Ein gangbarer Weg zum Erhalt des Herkomer-Anwesens scheint die Bürgerbeteiligung über Spenden zu sein, von denen erste bereits eingegangen sind.
Bild: Thorsten Jordan

Bislang 121000 Euro an Spenden für den historischen Gebäudekomplex zugesagt. Patronatskomitee soll gegründet werden

Landsberg Den Landsbergern liegt offenbar sehr viel am Erhalt des Herkomer-Anwesens in der Von-Kühlmann-Straße. So scheinen zugesagte Spenden in Höhe von bisher 121000 Euro eine Sanierung des mittlerweile maroden und seit April geschlossenen Gebäudeensembles in greifbare Nähe zu rücken. Nach einem im Finanzausschuss vorgestellten Sanierungskonzept bleibt so noch eine Summe von rund 105000 Euro zur Finanzierung offen.

Insgesamt, so hatte Museumsleiterin Sonia Fischer errechnet, würde die Stadt rund 345 000 Euro benötigen, um das Herkomer-Ensemble wieder in einen vorzeigbaren und sicheren Zustand zu versetzen. Beinhaltet in dieser Kalkulation, die deutlich geringer ausfiel als der ursprüngliche Ansatz (rund 800000 Euro), sind die bauliche Sanierung, die Restaurierung der Objekte und die Vorplanungen der Museumskonzeption. Die endgültige Konzeption sowie die Ausstattung des Museums mit modernen Medien werde noch einmal rund 305000 Euro kosten, soll aber frühestens 2014 begonnen werden. „Zunächst geht es darum, das Anwesen einer Generalsanierung zu unterziehen und damit wieder in einen vorzeig- und nutzbaren Zustand zu versetzen“, gab OB Mathias Neuner die Diskussion in dem Gremium frei. Fischer war mit Stadtkämmerer Peter Jung übereingekommen, den Eigenanteil der Stadt mit 50000 Euro zu beziffern. Über öffentliche Förderungen durch das Landesamt für Denkmalpflege (35000 Euro) und der Landesstelle für nichtstaatliche Museen (33000 Euro) könnten 68000 Euro erzielt werden.

Einzelperson will 120000 Euro spenden

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Allerdings könnte die Sanierung, die auch die Integration eines Cafés in dem Wohnhaus vorsieht, nicht ohne Hilfe aus der Bevölkerung und der Wirtschaft durchgeführt werden. Dr. Reinhard Steuer hatte im Oktober 2012 vorgeschlagen, die Finanzierung einer Generalsanierung, die von der Stadt Landsberg allein derzeit nicht geschultert werden könne, über Sponsoring zu verwirklichen. Inzwischen haben sich Bürger und Organisationen gemeldet, die sich zu finanziellem Engagement bereit erklärten. Darunter, so berichtete OB Mathias Neuner, seien einige Kleinspender und eine Person, die einen Betrag in Höhe von 120000 Euro zur Verfügung stellen wolle. Um wen es sich bei dieser Person handle, wollte Neuner nicht bekanntgeben, nur so viel verriet er: „Es handelt sich um eine Person, der die Stadt Landsberg sehr am Herzen liegt.“

Für Sonia Fischer ist dies ein Zeichen, dass sich die Bürger sehr wohl über den Wert des Herkomer-Museums im Klaren sind. Axel Flörke (Landsberger Mitte) bezeichnet das ehemalige Wohnhaus des in Waal geborenen international bekannten Malers und Wegbereiters des Automobilsports in Deutschland (Herkomer-Rallye) samt Mutterturm als ein „Anwesen von überregional kultureller Bedeutung“ und entsprechend sollte es auch behandelt und erhalten werden. Da sei eine Summe von 50000 Euro als Eigenanteil der Stadt an einer Sanierung nicht zu viel Geld. Außerdem wisse er, dass sich auch die Museumsfreunde mit einer Spende finanziell engagieren wollen, Kulturbürgermeisterin Sigrid Knollmüller hat bereits schriftlich bei den Mitgliedern des Historischen Vereins um deren Hilfe gebeten. Mathias Neuner: „Angesichts dieser Aktivitäten hielte ich es für beschämend, wenn die Stadt keine 50000 Euro als Eigenanteil einbringen würde.“

Museumsleiterin Sonia Fischer glaubt auch nicht an ein Ende der Spendenbereitschaft. Bislang habe sie diesbezüglich nur sehr verhalten“ arbeiten können, da noch immer ein detaillierter Beschluss zur Sanierung des Anwesens fehle. Diesen erwartet sie für Mittwoch, 23. Januar, an dem der Stadtrat zur nächsten Sitzung zusammentreten wird. Dann solle mit der Gründung eines Patronatskomitees auch ein Signal dafür gegeben werden, dass man bereit sei, mit Verantwortung mit dem Erbe umzugehen. Das Komitee, das aus bis zu fünf Personen bestehen könnte, soll sich um die Akquise, aber auch den Umgang und die Verwendung der Spenden kümmern. Laut OB Neuner werde das Gremium allerdings nur projektbezogen für die Sanierung arbeiten, Stiftungsorgan bleibe weiterhin der Stadtrat.

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