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Hurlach

12.10.2019

Bürgermeister-Abschied: Was Wilhelm Böhm in Zukunft plant

Hurlachs Bürgermeister Wilhelm Böhm tritt bei der Kommunalwahl im März 2020 nicht wieder an. Er freut sich schon darauf, sich intensiver um seine Oldtimer-Bulldogs kümmern zu können.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Wilhelm Böhm ist seit 2002 Bürgermeister in Hurlach. Bei der Wahl 2020 kandidiert er nicht mehr. Mit dem LT spricht über seine Pläne und verrät eine Neuigkeit.

Der Entschluss steht schon länger fest: Wilhelm Böhm steht bei den Kommunalwahlen im Frühjahr 2020 nicht mehr als Kandidat für eine vierte Amtszeit als Erster Bürgermeister Hurlachs zur Verfügung. Auch auf einer Liste für den Gemeinderat wird sein Name nicht auftauchen. Nur für den Kreistag will der CSU-Politiker noch einmal kandidieren, „sofern ich aufgestellt werde“.

Das Bürgermeisteramt schon jetzt langsam ausklingen lassen? Davon ist bei Ratssitzungen und in der Gemeinde nichts zu spüren. Der Gemeinderat vergibt laufend Aufträge für Arbeiten am Anbau des Feuerwehrhauses. Ganz aktuell, frisch spruchreif, ist der Kauf des Unteren Wirts in der Meitinger Straße durch die Gemeinde. Davon berichtet Böhm beim Gespräch über seine Zukunft, die Zeit nach dem 30. April 2020. Und erzählt gleichzeitig schmunzelnd, was über ihn gesagt werde: „Du arbeitest, als wärst du noch zehn Jahre im Amt.“ So hat er für das ein paar Schritte vom Rathaus entfernte Anwesen in der Meitinger Straße schon Ideen. Es eigne sich beispielsweise für die Erweiterung von Kindergarten oder -krippe oder für Seniorenwohnungen.

Er ist stolz auf die Sport- und Kulturhalle

Die Weiterentwicklung seiner Heimatgemeinde scheint Wilhelm Böhm sehr wichtig zu sein. Während der vergangenen 17 Jahre, die er bisher im Amt war, wurden viele größere Projekte realisiert. Es wurden Straßen und Radwege gebaut oder ausgebaut, auch um den Verkehr aus dem Ort zu halten. Baugebiete wurden erschlossen und Gewerbegebiete erweitert. Eine Kinderkrippe entstand – längst musste sie gemeinsam mit dem Kindergarten erweitert werden. Froh ist er auch über den Dorfladen und das Bade- und Freizeitgelände. Besonders stolz sei er auf die 2006 eingeweihte Sport- und Kulturhalle.

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Mit dieser ist auch ein Schreckmoment verbunden. Während einer Gemeinderatssitzung blickte Böhm aus dem Fenster. „Da brennt doch hoffentlich nicht die Sport- und Kulturhalle“, war sein erster Gedanke. Das Feuer war während einer Gemeinderatssitzung ausgebrochen, als es gerade um den Bau eines Löschwasserbehälters für diesen Bereich ging. In Flammen stand eine Gewerbehalle. Fast noch wichtiger als dieses Gebäude ist Böhm die Dorferneuerung. Mithilfe von Fördermitteln konnten unter anderem Ortsmitte und Hauptverkehrswege neu gestaltet werden. Und die Fördermittel fließen immer noch. Ein Beispiel ist das kürzlich feierlich eingeweihte Haus der Begegnung.

Das Wort Niederlage kennt er nicht

„Auch eine kleine Gemeinschaft erreicht viel“, ist Böhms rückblickendes Fazit. Dafür sei ein Gemeinderat notwendig, der Vorhaben mitträgt. „Es hat immer alles funktioniert“, so Böhm. Eine transparente Vorbereitung der Themen, viele klärende Gespräche seien dafür wichtig. Schlussendliche Abstimmungen, darauf habe er stets hingearbeitet, sollten möglichst einstimmig ausgehen. War keine Mehrheit in Aussicht, seien Projekte zumindest vorübergehend in einer Schublade verschwunden. Das Wort „Niederlage“ kennt der Bürgermeister nicht.

Von traurigen Nachrichten blieben aber auch Bürgermeister und Gemeinderat nicht verschont. So waren zwei Gemeinderäte zu ersetzen. Einer starb nach schwerer Krankheit, der andere verunglückte tödlich – gemeinsam mit seiner Frau. Vor allem der Tod dieses in Hurlach sehr engagierten Ehepaares habe bei ihm große Betroffenheit ausgelöst.

Und was macht er, wenn er sein Amt im kommenden Jahr aufgibt? „Die Freiheit genießen, nicht mehr täglich pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen zu müssen, mehr Zeit für die Familie, begleitet von der Hoffnung, gesund aus dem Amt scheiden zu können.“ Auch um seinen Wald will er sich dann intensiver kümmern. Jeder, der sich in der Materie auskenne, wisse, was es gerade im Wald alles zu tun gebe, so der 62-Jährige.

Das E-Bike will er häufiger nutzen

Natürlich werde auch die eigene Person nicht vernachlässigt, meint er schmunzelnd. Sein E-Bike, das er zum 60. Geburtstag bekommen habe, werde er dann noch häufiger nutzen. „Bis nach Nesselwang hat eine Stromladung gereicht.“ Dort musste es wieder betankt werden, sagt Böhm.

Und dann gibt es noch ein ganz spezielles Hobby. Er hat sich im Lauf der Jahre eine größere Sammlung an Oldtimer-Bulldogs zugelegt. „Der Erste war ein Güldner, davon hab ich mittlerweile drei.“ Zudem gehören ihm zwei Eicher, ein Deutz und ein Fendt. „Der Fendt ist Baujahr 1951, das ist mein ältester.“ Einen der beiden Eicher hat Böhm angeschafft, „weil er so alt ist wie ich“. Die Maschine habe er stehen sehen, gelesen „Baujahr 1957“ und sofort gekauft. „Der bleibt unberührt, an dem sollen alle Schrunden und Schrammen zu sehen sein, die er sich im Laufe seiner Arbeitszeit erworben hat. Genau wie bei mir“, fügt der jetzige Eigentümer lachend hinzu.

Der Enkel teilt seine Begeisterung für Bulldogs

Die Liebe zu diesen Gefährten habe er auf dem Bauernhof seiner Großeltern entwickelt, erzählt Wilhelm Böhm. Dort habe er als Bub oft die Ferien verbracht und durfte zuweilen auch aufsitzen und mit dem Großvater mitfahren. Einen Fan der Bulldog-Sammlung gibt es auch schon: Sein zweieinhalbjähriger Enkel sei ganz verrückt nach den Maschinen. „Wenn er bei uns ist, dann müssen die Tore, hinter denen die Oldtimer stehen, möglichst geschlossen sein. Sonst rennt er gleich dahin und ist nicht mehr wegzubekommen.“

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