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Hurlach

31.08.2020

Bürgermeister in Hurlach: Ein Ehrenamt, das oft bis Mitternacht geht

Andreas Glatz ist neuer Bürgermeister von Hurlach und neuer Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Igling. Er hat noch viele Themen auf der Agenda.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Andreas Glatz wusste, welche Aufgaben auf ihn zukommen. Trotzdem ist der neue Hurlacher Bürgermeister in vielen Bereichen mehr eingespannt als erwartet.

Bei den Kommunalwahlen im vergangenen März sind in mehreren Gemeinden im Landkreis Landsberg neue Bürgermeister gewählt worden. Am 1. Mai sind sie ins Rathaus eingezogen. Im LT ziehen sie eine Bilanz nach 100 Tagen im Amt. Heute: Hurlach.

Morgens um Acht im Hurlacher Rathaus: Bürgermeister Andreas Glatz erwartet den Gast bereits freundlich und bestens gelaunt. 100 Tage ist er nun Bürgermeister der Gemeinde – Zeit für ein erstes Resümee. Doch noch bevor das Gespräch beginnt, klingelt sein Bürgermeister-Handy. Das wird im Verlauf der kommenden Stunde noch öfter passieren. Stets geht es um Erledigungen im Gemeindebereich.

„Die Arbeit, die anfällt, ist immens“, sagt der 44-Jährige, der das Bürgermeisteramt ehrenamtlich ausübt. Nach zwölf Jahren als Gemeinderat, davon sechs als Zweiter Bürgermeister, habe er aber gewusst, was auf ihn zukommt. „Meinen Vorgänger habe ich mehrfach vertreten“, so Glatz, „und vor meiner Kandidatur gab es viele Vorgespräche mit Willi Böhm.“ Hin und wieder greife er auch jetzt noch auf den Erfahrungsschatz seines Vorgängers zurück, so Glatz. Für gute Einarbeitung und eine ordentliche Übergabe der Amtsgeschäfte habe er von Mitte März bis Mitte Juni bei seinem Arbeitgeber in Kaufering Urlaub genommen und Überstunden abgebaut.

Andreas Glatz arbeitet auch noch einige Stunden in seinem Hauptberuf

Seither arbeitet Glatz 15 Wochenstunden in seinem Beruf und legte diese so, dass die Zeiten der Bürgersprechstunden beibehalten werden konnten. „Oft geht es dann am Abend mit Bürgermeistertätigkeiten weiter und das kann zuweilen bis Mitternacht dauern.“ So spät werde es meist auch bei Gemeinderatssitzungen – seit Mai wurde bereits sieben Mal getagt. „Mir geht es um Transparenz und darum, dass Themen ausdiskutiert werden,“ rechtfertigt Glatz die Sitzungslängen und lobt das „sehr gute Verhältnis zwischen Bürgermeister und Gemeinderat.“ In seiner bisherigen Amtszeit hat Andreas Glatz mit der Einweihung der Westumfahrung ein von seinem Vorgänger begonnenes Projekt abgeschlossen. Die ebenfalls übernommene Erweiterung des Feuerwehrhauses „ist am fertig werden“.

Die Erschließung eines Baugebiets sei zu beenden und der Bau einer dreigruppigen Kinderkrippe in die Wege zu leiten. Dort hatte sich der Gemeinderat mehrheitlich für einen Bau auf einem gemeindeeigenen Grundstück in der Angerstraße entschieden. Bei der Um- und Neugestaltung des Friedhofs an der Meitinger Straße seien erste Entscheidungen getroffen worden. Ein großes Zukunftsprojekt ist für Glatz die Verlagerung des Sportgeländes an die Sport- und Kulturhalle. „Dort werden wir erst Kies abbauen und die Sportplätze anschließend tiefer legen.“ Ebenfalls Zukunftsmusik ist die Ausweisung weiterer Baugebiete, Baugrund für Einheimische sei nach wie vor sehr gefragt. Anfragen gebe es auch für Gewerbeflächen, auch dort werde es wohl eine Erweiterung geben.

Hurlach hat mittlerweile über 2000 Einwohner

Und dann sind da noch die Beschäftigten der Gemeinde Hurlach. Andreas Glatz nennt als Beispiel die Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung. Allein in diesem Bereich seien es 24 Angestellte. Er sei sich der Verantwortung bewusst, sagt Glatz dazu, dass er als Bürgermeister Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens ist. Aber gerade diese Vielseitigkeit finde er schön, schätze er an dem Amt als Bürgermeister einer erst jüngst auf 2000 Einwohner angewachsenen Gemeinde.

Ist die Belastung nicht sehr groß? Eine Herausforderung sei es schon, Beruf, Bürgermeister und Familie in Einklang zu bringen, erklärt der verheiratete Vater von zwei Kindern, die im Kindergarten- und Grundschulalter sind. Andreas Glatz ist auch im ersten Wahlgang zum neuen Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft Igling gewählt worden. „Der Mensch Andreas Glatz kommt gut damit zurecht. Und letztendlich erfahre ich durch die Verwaltung in Igling alle erdenkliche Unterstützung.“

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