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Landsberg

07.05.2020

Bürgermeisterwahl: Hat Doris Baumgartl eine Chance verpasst?

Landsbergs neue Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) mit ihren beiden Stellvertretern. Links: Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne), rechts: Dritter Bürgermeister Felix Bredschneijder (SPD).
Bild: Thorsten Jordan

Plus Die Landsberger CSU ist zwar stärkste Fraktion im Stadtrat, geht bei der Wahl zum Zweiten und Dritten Bürgermeister aber leer aus. So reagiert der gescheiterte Kandidat.

Die Stimmungslage bei CSU-Stadtrat Christian Hettmer am Tag nach der konstituierenden Stadtratssitzung war zwar nicht die beste, von einer Enttäuschung wollte der 39-Jährige aber nicht sprechen. Bei der Wahl zum Zweiten und Dritten Bürgermeister war der Kandidat der stärksten Fraktion leer ausgegangen, die Stellvertreter von Landsbergs Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sind Moritz Hartmann (Grüne) und Felix Bredschneijder ( SPD). Hettmer will nun professionell mit der Situation umgehen, wenngleich er auch sagt, dass eine Chance verpasst wurde.

Dass die CSU als stärkste Fraktion keinen Bürgermeister stellt, findet Christian Hettmer bedauerlich. Damit sei der Wählerwille nicht umgesetzt worden. Er kritisiert, dass er und Fraktionssprecher Harry Reitmeir in den vergangenen Wochen nicht in die Gespräche über die Stellvertreterposten einbezogen worden seien. Hängt das vielleicht damit zusammen, dass ihm nachgesagt wird, dass er 2026 als Oberbürgermeister kandieren möchte? „Ich strebe eine Kandidatur nicht an, schließe sie zum jetzigen Zeitpunkt aber auch nicht aus“, sagt Hettmer. Er wolle sich jetzt auf die Arbeit im Stadtrat konzentrieren. Und da wolle die CSU keine Opposition betreiben, sondern konstruktiv mit den anderen zusammenarbeiten.

Bild: Thorsten Jordan

Dass Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl mit Hartmann und Bredschneijder ihre Wunschkandidaten erhalten hat, ist kein Geheimnis. Zu dem Vorwurf Hettmers sagt sie, sie habe im Vorfeld mit allen Fraktionssprechern gesprochen. Ihre Wahl sei unter anderem auf Hartmann und Bredschneijder gefallen, weil diese bei der Stadtratswahl die meisten Stimmen aller Kandidaten erhalten hatten. Damit würde auch der Wählerwille berücksichtigt.

Ihr Stellvertreter Moritz Hartmann sagt, er kenne die Situation aus dem Kreistag. Dort komme seine Fraktion bei den Stellvertreterposten auch nie zum Zug, obwohl die Grünen zweitstärkste Kraft sind. „Mehrheiten finden sich eben“, sagt der 43-Jährige. Wichtig sei, dass Oberbürgermeisterin und Bürgermeister als Team gut funktionieren. Das sieht er nun als gegeben an.

Den Teamgedanken wollen Hartmann und Bredschneijder auch durch eine neue Regelung bei der Entschädigung der Stellvertreter in den Vordergrund stellen. Sie erhalten beide die gleiche Summe, nämlich 700 Euro im Monat. Beide haben laut Hartmann auch keinen offiziellen Schwerpunkt in ihrer Arbeit. Zuletzt war der Dritte Bürgermeister auch Kulturbürgermeister. Die Kultur wird nun im neuen Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss berücksichtigt, zudem gibt es mit Axel Flörke (Landsberger Mitte) und Tom Bohn ( FDP) zwei Referenten für diesen Bereich.

Es gibt keinen Wirtschaftsausschuss mehr

Abgeschafft wurde auch der vor sechs Jahren auf Initiative der UBV ins Leben gerufene Wirtschaftsausschuss. Das könnte als falsches Zeichen bei Unternehmen und Einzelhändlern verstanden werden, sagte Harry Reitmeir (CSU). Doris Baumgartl sieht die Wirtschaft nicht im Abseits. Es gebe schließlich einen eigenen Wirtschaftsförderer.

Im künftigen Stadtrat wird es fünf Fraktionen geben. Denn die UBV und die ÖDP sowie die SPD und die FDP gehen eine Fraktionsgemeinschaft ein. Einen Einfluss auf die Besetzung der Ausschüsse habe dies nicht, sagte Doris Baumgartl.

Neben den einzelnen Ausschüssen wurden unter anderem die Verbandsräte für den Zweckverband der Sparkasse Landsberg-Dießen bestellt. Für einen Posten warf auch Dr. Rainer Gottwald seinen Hut als Externer in den Ring. Er hatte bei der Abstimmung aber keine Chance. Alle vier Posten wurden mit Stadträten besetzt.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie hier: CSU und UBV in Landsberg: So nah und doch so fern

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