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Dießen

07.06.2019

Bürgermeisterwahl: Marianne Scharr will in Dießen gestalten

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Marianne Scharr will für das Bürgermeisteramt in Dießen kandidieren. Dafür soll ein Wahlverein gegründet werden.
Bild: Stephanie Millonig

Jetzt sind es drei Kandidaten, die in Dießen das Bürgermeisteramt übernehmen wollen. Die Dettenschwangerin Marianne Scharr ist Bäuerin und Coach. Ihre bisherige Partei verlässt sie.

Derzeit sitzt Marianne Scharr noch für die Dießener Bürger im Gemeinderat, mit einem Wahlverein will sie jetzt für das Amt der Bürgermeisterin kandidieren – gegen die Kandidatin der Dießener Bürger, Sandrat Perzul.

Lesen Sie hier, wer sich bisher als Kandidat vorgestellt hat: Dießener Bürger: Sandra Perzul ist Bürgermeisterkandidatin Freie Wähler wollen mit Florian Zarbo das Dießener Rathaus erobern


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Wie Marianne Scharr dem Landsberger Tagblatt erläuterte, hatte es mit den Dießener Bürgern Gespräche über ihre Kandidatur gegeben, dann habe es sich aber so entwickelt, dass Sandra Perzul als Kandidatin vorgeschlagen wurde. „Ich wollte keine Stichwahl innerhalb der Gruppierung“, erzählt die Bäuerin aus dem Dießener Ortsteil Dettenschwang.

180 Personen müssen unterschreiben

Außerdem habe sie es als Vorteil erkannt, über einen Bürgermeister-Wahlverein unabhängig zu sein und mit allen Gruppierungen zusammenarbeiten zu können. „Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt, woanders zu kandidieren.“ Also will die 53-Jährige einen Wahlverein gründen, wie sie bei ihrer Vorstellung am Donnerstagabend im Gasthof Tannenhof erläuterte. Zur Wahlversammlung brauche es zehn Personen, dann werde eine Liste im Rathaus ausgelegt, die von 180 Personen unterschrieben werden muss. Eine Gemeinderatsliste wird es nicht geben, wie Scharr dem LT sagte.

Marianne Scharr kennt die Kommunalpolitik nicht erst, seit sie 2008 - damals noch für den Offenen Kreis von Franz Sanktjohanser - in den Marktgemeinderat gewählt wurde: Ihr Vater Rudolf Renner war langjähriges Mitglied in diesem Gremium. Aufgewachsen in einer Landwirtschaft in St. Georgen, arbeitete Marianne Scharr als Arzthelferin, wie sie erzählt. Seit 32 Jahren ist sie mit Thomas Scharr, einem Milchviehhalter aus Dettenschwang verheiratet und hat vier erwachsene Kinder und eine Enkelin. Als ihr Mann 1998 den Betrieb übernommen habe, seien es 28 Kühe gewesen, erzählt sie, jetzt stünden 115 Kühe im Stall.

Coach und Trainerin

2003 machte sie ihren Meister in der ländlichen Hauswirtschaft, einer Ausbildung, die sie in Kursen absolvieren konnte. Sie ließ sich auch an der Andreas-Hermes-Akademie in Bonn zur Trainerin ausbilden und war in dieser Funktion bis vor zwei Jahren im landwirtschaftlichen Bereich unterwegs. Weitere Coaching- und Mediationsausbildungen folgten. „Das kommt mir zugute, ich bin eine Teamworkerin.“ Außerdem war sie stellvertretende Vorsitzende des Bundesverbandes für landwirtschaftliche Fachbildung.

Wie wirbt ein politischer Kandidat für sich? Statt kleiner Giveaways wie Kugelschreiber setzt Marianne Scharr auf etwas, „was zu mir passt“. Selbst gebackene kleine Plätzerlherzen mit einem Papierdeckel, auf der ihr Wahlspruch zu lesen ist, hat sie mitgebracht: „lebensnah, tatkräftig, herzlich“.

Ihr sei ein wertschätzender Umgang wichtig, sagt Marianne Scharr – ebenso wie Nachhaltigkeit und auch individuelle Lösungen. „Es gibt keine Lösung für alle, aber für jeden eine Lösung.“ Konkrete Projekte, die ihrer Meinung nach angegangen werden müssten, nennt Marianne Scharr in ihrem Vortrag keine, reißt aber einige Themenfelder an, die ihr wichtig sind.

Ein Appell, in Dießen einzukaufen

Beispielsweise, dass regional gehandelt wird: Wenn man darüber klage, dass Dießen auszusterben drohe, müsse man in Dießen einkaufen. Viel zu tun gibt es ihrer Meinung nach noch bei der Nachfrage von Bioprodukten. Denn jeder Milchbauer, der derzeit umstellen wolle, finde keine Abnehmer. Die Molkereien hätten zwar noch Produktionskapazitäten, aber keine weitere Nachfrage.

Für Marianne Scharr ist Dießen „die Perle am Ammersee“, ein Künstlerort, und solle dies auch bleiben. Sie skizziert, wie sich der Ort verändert und wie eng gebaut werde. Um die Lebensqualität zu erhalten müssten Behörden, Gemeinde und Bürger zusammenarbeiten. Auch für Marianne Scharr stellt sich die Frage, wie sich der Mittelstand künftig das Wohnen in Dießen noch leisten können soll, sie setzt auf individuelle Betrachtung: „Es gibt nicht eine Lösung.“

Als Bürgermeisterin will sie vermitteln

Im Spannungsfeld Individualität contra Gemeinschaft sieht Marianne Scharr die Aufgabe eines Bürgermeisters darin, „zu vermitteln, zu coachen, zu managen.“Als Motivation Bürgermeisterin werden zu wollen, nennt Marianne Scharr den Wunsch zu gestalten, nicht nur zu schimpfen. „Wenn ich nur repräsentieren wollte, hätte ich Vizepräsidentin des VlF bleiben können.."

Die politische Konkurrenz, Sandra Perzul und der Kandidat der Freien Wähler, Florian Zarbo, verfolgten die etwas über einstündige Vorstellung der Kandidatin. Auch Bürgermeister Herbert Kirsch und einige Gemeinderäte waren in den Tannenhof gekommen – insgesamt an die 40 Personen.

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