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Kaufering

07.10.2019

Bürgermeisterwahl: So lange feierte Thomas Salzberger am Sonntag noch

Thomas Salzberger ist neuer Bürgermeister von Kaufering. Im Bild gratuliert seine Frau Monika. Rechts: SPD-Kreisvorsitzender Thomas Salzberger.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Im vierten Anlauf klappt es für Thomas Salzberger (SPD). So fallen die Reaktionen auf die Kauferinger Bürgermeisterwahl aus. Warum Gabriele Triebel froh ist, obwohl der Kandidat der Grünen unterlag.

Der Markt Kaufering hat mit Thomas Salzberger von der SPD (53) einen neuen Bürgermeister. Am Ende vereinigte er 55,4 Prozent der Stimmen auf sich und setzte sich gegen Dr. Patrick Heißler (37) von den Grünen durch. Das LT analysiert die Wahl vom Sonntag und hat Reaktionen gesammelt. Ein Kommunalpolitiker ist vom Ergebnis enttäuscht.

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Grünen-Kandidat setzt sich nur in zwei von neun Stimmbezirken durch

Thomas Salzberger ist der große Gewinner der Bürgermeisterwahl. Sein Kontrahent hatte nur in zwei von neun Stimmbezirken die Nase vorn: Die Wähler in den Bezirken Thomas Morus-Haus 1 und 2 entschieden sich mit je etwas mehr als 54 Prozent für Heißler. Salzberger holte in Kaufering-Dorf sein bestes Ergebnis (62,5 Prozent). Auch die Kauferinger, die ins Wahllokal an der evangelischen Kirche gingen, votierten klar für den Sozialdemokraten (60,3 Prozent). Auch bei den Briefwählern lag er vorn. So fallen die Reaktionen auf die Wahl des langjährigen Marktgemeinderats aus.

Am Dienstag hat er seinen ersten Arbeitstag

Für Salzberger, der von der CSU und der UBV unterstützt wurde, ist es das erwartete Ergebnis. „Ich habe vorher schon gesagt, dass ich mit einem Resultat um die 55 Prozent rechne.“ Seinen Sieg hat er am Wahlabend bei einer öffentlichen Party in der Sportgaststätte des VfL Kaufering mit Familie, Freunden und Unterstützern gefeiert. Rund 90 Gäste waren gekommen. „Es ging etwa bis Mitternacht und Montagmorgen war ich dann um 6.30 Uhr wieder ganz normal an meinem Arbeitsplatz bei der Stadt Landsberg.“ Bislang arbeitet er dort in der Vergabestelle und am Montag erst einmal diverse Glückwünsche bekommen.

Bürgermeisterwahl: So lange feierte Thomas Salzberger am Sonntag noch

Ab Dienstag führt ihn sein Weg ins Kauferinger Rathaus. „Es gab seit der Bekanntgabe meiner Kandidatur diverse Gespräche mit meinem Arbeitgeber. Wir haben uns sowohl auf den Fall des Erfolgs als auch des Scheiterns vorbereitet“, sagt Thomas Salzberger, für den es im vierten Anlauf mit dem Sprung ins Rathaus geklappt hat. Mit seinem bisherigen Arbeitgeber werde es künftig mehr Synergien geben. Geplant sei dies für die Bereiche Bauhof, IT und die Vergabestelle.

Fast das ganze Jahr führten die Stellvertreterinnen die Amtsgeschäfte

Froh, dass Kaufering wieder einen Bürgermeister hat, ist Zweite Bürgermeisterin Gabriele Triebel (GAL) – auch wenn sie gehofft hatte, dass es ihr Parteifreund Dr. Patrick Heißler schafft. „Das vergangene Dreivierteljahr war extrem von der Arbeitsbelastung. Die bisherige Bürgermeisterin Bärbel-Wagener-Bühler fehlte schon seit Januar krankheitsbedingt immer wieder.“ Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) hatte im Mai „aus persönlichen Gründen“ ihren Rücktritt eingereicht. Seither wechselten sich Triebel und Dritte Bürgermeisterin Gabriele Hunger (CSU) in der Amtsführung ab. „Ich wünsche Thomas Salzberger vor allem viel Gesundheit“, sagte Triebel mit Blick auf die vergangenen Monate, in denen sie häufiger das Gefühl gehabt habe, dem Markt Kaufering, ihren Verpflichtungen als Landtagsabgeordnete in München sowie ihrer Familie gegenüber nicht ausreichend gerecht werden zu können.

Im Dorf holte Salzberger das stärkste Ergebnis

Auch wenn die Grünen ihren Kandidaten nicht durchgebracht haben, sei das Wahlergebnis „ermutigend“, auch mit Blick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr, so Triebel. Die Partei habe einen „super Kandidaten“ gehabt, der 150 Prozent gegeben habe. Dass Salzberger sich letztlich wegen der Unterstützung von CSU und UBV durchsetze, glaubt sie nicht. „Es ist eine Persönlichkeitswahl. Am ehesten hat diese Allianz vielleicht noch in Kaufering-Dorf funktioniert, wo viele CSU-Wähler leben“. Dort schnitt Heißler mit etwas mehr als 37 Prozent am schlechtesten ab.

Die CSU fühlt sich bestätigt, den SPDler unterstützt zu haben

Auch Manfred Huber, Fraktionsvorsitzender der Kauferinger Mitte, hätte lieber Heißler im Rathaus gesehen. „Das wäre ein Signal für einen Neuanfang gewesen. Wir waren uns in der Vergangenheit immer mal uneins mit Thomas Salzberger, aber der Wählerwille ist zu respektieren und wir blicken nach vorn und werden fair mit ihm zusammenarbeiten.“ Als einer der ersten hatte Sascha Kenzler, Fraktionschef der UBV, im Frühjahr Partei für Salzberger ergriffen und auch die Unterstützung des gesamten Marktgemeinderats für einen Kandidaten ins Spiel gebracht. „Es freut mich für Thomas, dass es geklappt hat.“ Salzberger könne dank seiner Erfahrung im Marktgemeinderat und in der Verwaltung „gleich loslegen“. Zudem kenne er die Kauferinger Verwaltung gut, weil er als Personalreferent des Marktgemeinderats auch Kummerkasten für die Mitarbeiter sei. Dass das Ergebnis trotz der Allianz mit UBV und CSU nicht klarer ausfiel, ist aus Sicht von Kenzler „dem grünen Zeitgeist in der Gesellschaft geschuldet“.

Glückwünsche für den neuen Bürgermeister kommen auch von der Kauferinger CSU. „Wir fühlen uns damit bestätigt, einen Kandidaten unterstützt zu haben, der sich überparteilich und bürgerlich orientiert hat.“ Hervorgehoben werde auch die langjährige und gute Zusammenarbeit. Die Zeiten von Blockaden im Marktgemeinderat könnten vorbei sein. „Wir gehen davon aus, dass sich dies jetzt wesentlich verbessert, da eine große Mehrheit im Marktgemeinderat den Kandidaten unterstützt hat.“ Im Vorfeld war die Unterstützung der Schwarzen für einen Roten nicht unbedingt auf Gegenliebe in der Partei gestoßen.

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