1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Bürgermeisterwahl: Was die Kandidaten wollen

Kaufering

16.03.2018

Bürgermeisterwahl: Was die Kandidaten wollen

Bärbel Wagener-Bühler und Thomas Salzberger stellten sich in den Räumen des Landsberger Tagblatts den Fragen von LT-Redakteur Thomas Wunder.
Bild: Julian Leitenstorfer

Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) und Thomas Salzberger (SPD) an einem Tisch in der LT-Redaktion. Sie geben auch private Einblicke.

Wie waren die Tage nach der Wahl am 4. März für Sie?

Wagener-Bühler: Ich habe meinen Flyer überarbeitet und einige Termine wahrgenommen. Am Donnerstag habe ich zum Beispiel frühmorgens am Kauferinger Bahnhof Brezen verteilt.

Salzberger: Am Wahlabend gab es eine kleine Feier, am Tag danach ging der Wahlkampf weiter. Ich habe unter anderem die Gehörlosen in Kaufering besucht.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Wie verbringen Sie den Wahlsonntag?

Salzberger: Ich werde mit meiner Familie gemeinsam Frühstücken und Mittagessen gehen. Am Abend geht es zuerst ins Rathaus und dann zum Brückenwirt. Es wird gefeiert – egal, wie die Wahl ausgeht.

Wagener-Bühler: Meine beste Freundin besucht mich. Wahrscheinlich geht es dann mit ihr und der Familie in die Berge. Am Abend komme ich ins Rathaus.

Sollten Sie gewählt werden, bleibt wenig Zeit. Was müssen Sie bis 1. April noch erledigen?

Wagener-Bühler: Ich hätte am Montag nach der Stichwahl meinen letzten Arbeitstag bei der Stadt München. Danach würde ich nach Kaufering umziehen. Drei Tage müssten dafür reichen und ich hätte noch Zeit für einen kurzen Osterurlaub.

Salzberger: Ich hätte bereits einen Nachfolger für die Vergabestelle bei der Stadt Landsberg. Er könnte am 1. Juni anfangen. Bis dahin würde meine Kollegin die Aufgabe übernehmen, die ich bis Ende März weiter einarbeiten würde.

Was wäre Ihre erste Amtshandlung?

Salzberger: Bei einem Termin mit den Beschäftigten der Verwaltung würde ich ihnen die gemeinsamen Ziele näherbringen.

Wagener-Bühler: Gleich am ersten Tag würde ich mit den Beschäftigten den groben Rahmen besprechen, später in Einzelgesprächen.

Welches war aus Ihrer Sicht das wichtigste Thema im Wahlkampf?

Wagener-Bühler: Ich wurde am häufigsten gefragt, wie ich zu den Tempo-30-Zonen stehe.

Salzberger: Die Tempo-30-Zonen waren das Thema im Wahlkampf.

Und? Bleiben die Tempo-30-Zonen, wenn Sie Bürgermeister werden?

Salzberger: Wir von der SPD haben uns frühzeitig für Tempo 50 auf Hauptstraßen und Tempo 30 in Wohngebieten ausgesprochen. Die jetzige Regelung kann nach dem Beschluss des Marktgemeinderats aber nur mit neuen Erkenntnissen geändert werden. Zum Beispiel, wenn es Unfallschwerpunkte gibt.

Wagener-Bühler: Ich würde darauf nicht warten, sondern die Regelung rechtlich prüfen lassen. Dass beinahe überall im Gemeindegebiet eine Tempo-30-Zone gilt, ist aus meiner Sicht nicht mit der Straßenverkehrsordnung vereinbar.

Salzberger: Das Landratsamt hat die Anordnung bereits geprüft.

Wagener-Bühler: Das muss endlich fachaufsichtlich geklärt werden.

Was haben Sie im Wahlkampf erlebt?

Wagener-Bühler: Bei meinen Hausbesuchen habe ich einige alte Bekannte aus Jugendzeiten getroffen, die sich gefreut haben, dass ich wieder nach Kaufering komme.

Salzberger: Ich wurde am Infostand gefragt, wann es Zeit wird für eine weibliche Bürgermeisterin. Da habe ich gesagt, wir haben mit Gabriele Triebel und Gabriele Hunger doch schon zwei Stellvertreterinnen.

Wie beurteilen Sie die geringe Wahlbeteiligung im ersten Durchgang?

Salzberger: Ich würde mir diesmal natürlich mehr als 60 Prozent wünschen. Aber der Trend geht überall nach unten – auch bei den Kreistagswahlen. Vielleicht fällt die Wahl bei einer Stichwahl leichter.

Wagener-Bühler: Der 4. März war der erste schöne Frühlingstag. Und unter fünf Kandidaten auszuwählen, war sicher nicht leicht.

Was ist bei den Kommunalwerken zu tun?

Wagener-Bühler: Ich habe mit dem Geschäftsführer des mit Kaufering baugleichen Heizkraftwerkes in Aichach gesprochen. Es wirft Gewinn ab. Wir brauchen einfach einen fähigen Betriebsleiter.

Salzberger: Die Stelle des Werkleiters ist seit Mitte 2017 vakant, weil geeignete Personen schwer zu finden sind. Daher habe ich mit den Stadtwerken gesprochen. Die wären an einer Kooperation interessiert.

Wie schaffen Sie mehr Wohnraum?

Salzberger: Am Berliner Ring finde ich eine Mischung ideal. Die Gemeinde baut einen Teil selbst, den anderen ein Bauträger. Unsere Wohnungen sollte eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft errichten und verwalten. Die Stadt Landsberg würde in diesem Bereich mit uns zusammenarbeiten.

Wagener-Bühler: Ich bin ein Anhänger der Sozialgerechten Bodennutzung. Gebaut wird durch Bauträger, wobei ein Anteil von 30 Prozent gefördertem Wohnungsbau vereinbart wird. Wir hätten die Einnahmen aus dem Grundstücksverkauf und müssten keine neuen Schulden machen. Zuallererst würde ich den Bedarf an Wohnungen abfragen sowie den zusätzlichen Bedarf an Plätzen in Kindertagesstätten ermitteln.

Gibt es noch Platz für Gewerbe?

Wagener-Bühler: Nein. Wir sollten die Betriebe unterstützen, die bereits da sind, und unsere Infrastruktur dahingehend ausbauen, dass Pendler gut wohnen können und gut zu ihren Arbeitsplätzen kommen.

Salzberger: In der Kolpingstraße ist noch Platz. Zum Beispiel auf dem ehemaligen Gelände der Firma Erdwich, die nach Igling gezogen ist. Es gibt auch noch Flächen südlich des bestehenden Gewerbegebiets in der Viktor-Frankl-Straße. Die sollte die Marktgemeinde erwerben.

Zum Abschluss: Warum sind Sie der bessere Bürgermeister?

Salzberger: Ich bin der geeignetere Kandidat, weil ich viel Erfahrung mitbringe: 20 Jahre in Kommunalpolitik und Vereinen, zehn Jahre im Marktgemeinderat und 32 Jahre in der Verwaltung.

Wagener-Bühler: Ich bringe die passende Berufserfahrung als studierte Juristin und Gesundheitsmanagerin sowie als zertifizierte Mediatorin und Coach mit. Ich war in der freien Wirtschaft und in der Verwaltung tätig. Und: Eine Frau an der Spitze würde Kaufering guttun. Interview: Thomas Wunder

Thomas Salzberger (SPD) ist 51 Jahre alt, in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Kinder. Seine Hobbys sind Musik und Fußball. Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte) ist 45 Jahre alt, Mutter von zwei Kindern und lebt von ihrem Mann getrennt. Sie geht gern wandern und auf Reisen.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren