Newsticker

Koalitionsausschuss einigt sich auf milliardenschweres Konjunkturpaket
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Bürgermeisterwahl in Dießen: Heiße Eisen und eine ganz knifflige Frage

Dießen

08.03.2020

Bürgermeisterwahl in Dießen: Heiße Eisen und eine ganz knifflige Frage

Volles Haus in der Dießener Mehrzweckhalle. Zur vom Landsberger Tagblatt und Ammersee Kurier präsentierten Veranstaltung kamen rund 1000 Besucher, um die sieben Bürgermeisterkandidaten live auf dem Podium zu erleben.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Zum großen Kandidatentest zur Bürgermeisterwahl scheint ganz Dießen auf den Beinen zu sein. Die sieben Bewerber stehen in der Mehrzweckhalle drei Stunden lang vor rund 1000 Besuchern Rede und Antwort.

Da muss ein Bürgermeisterkandidat oft am Infostand stehen oder auf Wahlversammlungen sprechen, um so viele Bürger zu erreichen, wie am Freitagabend zur Podiumsdiskussion der sieben Dießener Bürgermeisterkandidaten gekommen waren. Rund 1000 Dießener wollten sich den direkten Vergleich der vier Frauen und drei Männer, die Nachfolger von Herbert Kirsch (Dießener Bürger) werden wollen, nicht entgehen lassen. So war der Abend.

Der stellvertretende Redaktionsleiter des Landsberger Tagblatts, Dominic Wimmer, moderierte den dreistündigen Kandidatencheck auf der Bühne der Mehrzweckhalle. Dort hatten sich – so hatte das Los entschieden – der Reihe nach Hannelore Baur (SPD), Florian Zarbo (Freie Wähler), Volker Bippus (UBV), Marianne Scharr (Gemeinsam für Dießen), Roland Kratzer (CSU), Sandra Perzul (Dießener Bürger) und Gabriele Übler (Grüne) versammelt.

Ein Jobangebot für Sandra Perzul

Sechs Themenblöcke arbeiteten die Kandidaten ab, dazu streute Moderator Dominic Wimmer auch etliche vorab gesammelte Bürgerfragen ein. Deutlich wurde an dem Abend aber auch, wie die Kandidaten das Bürgermeisteramt angehen wollen, und manche sorgten auch für inhaltliche Überraschungen. So ließ Gabriele Übler mit zwei Alleinstellungsmerkmalen aufhorchen. Zu Wimmers Frage, wofür in Dießen investiert werden müsse, erwähnte sie auch ein neues Feuerwehrhaus. Auch die aus dem Publikum gestellte Dießener Gretchenfrage, wie sie es mit einem Radweg an der Birkenallee halte, beantwortete sie offensiv: Man könne eine Art Holzwanne an der Allee errichten, die die Radfahrer vom Naturschutzgebiet abschirme. Ansonsten wurde dieses heiße Eisen nicht mehr angefasst.

Bürgermeisterwahl in Dießen: Heiße Eisen und eine ganz knifflige Frage

Die Fragen nach dem, was in Dießen fehle und wo investiert werden müsse, barg für die Kandidaten die Möglichkeit, ihr eigenes Profil darzustellen, aber auch vielleicht die Versuchung, reichlich Wahlversprechen in ihre Antworten hineinzupacken. Ausnahme war dabei Marianne Scharr: „Mir ist nichts eingefallen, was wirklich in Dießen fehlt“, sagte sie. Dass es oft auch die kleinen Dinge seien, die den Menschen wichtig seien, warf Sandra Perzul (Dießener Bürger) ein: Bei ihren Hausbesuchen sei auch von fehlenden Mülleimern und Sitzgelegenheiten für ältere Menschen im Ort gesprochen worden, nannte sie als Beispiel. Ihre wiederholten Hinweise auf den Dialog mit den Bürgern brachte ihr sogar ein Stellenangebot ein: Gabriele Übler sagte, Perzul wäre doch eine ideale Citymanagerin, die sie einstellen wolle.

Bürgermeisterwahl in Dießen: Heiße Eisen und eine ganz knifflige Frage
25 Bilder
Die Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Dießen
Bild: Julian Leitenstorfer

Andere hatten ganz viele Pfeile im Köcher. Florian Zarbo (Freie Wähler) ließ kaum ein Feld kommunaler Zuständigkeiten aus: Seeanlagenumgestaltung, Wohnungsbau, Straßensanierung und Radwegbauten, Spielplätze, Unterstützung der Vereine, Kinderbetreuung und Altenpflege. Andererseits deutete Zarbo, der Kämmerer in Utting ist, zumindest an, dass das alles auch irgendwie bezahlt werden müsse.

Sind das schon Hinweise für die Stichwahl?

„Was ich nicht möchte, ist, dass, wir Luftschlösser bauen“, meinte denn auch Hannelore Baur (SPD mit Blick auf begrenzte Ressourcen. Sie legte ihre Schwerpunkte auf die Bereiche Wohnraum und Nahverkehr. Volker Bippus (UBV) ergänzte diese Punkte um die Seeanlagen und das kulturelle Profil der Marktgemeinde. Roland Kratzer (CSU) sah die Notwendigkeit, vor allem in eine von Gas und Öl unabhängige Energiegewinnung zu investieren.

Nach einem insgesamt eher entspannt-freundlichen Abend herrschte am Schluss Hochspannung: Welchen anderen Kandidaten sie wählen würden, lautete eine letzte Bürgerfrage, die Dominic Wimmer stellte. Waren die Antworten schon Empfehlungen für die Stichwahl? Roland Kratzer blickte auf Sandra Perzul und Gabriele Übler, die dies mit ihren Stimmen für Kratzer erwiderten. Eine weitere Stimme sammelte Übler bei Marianne Scharr ein. Volker Bippus und Florian Zarbo (nach langem Nachdenken) entschieden sich für Hannelore Baur. Diese wiederum erklärte, nur sich selbst wählen zu wollen.

Einen weiteren Bericht zur Podiumsdiskussion finden Sie hier: Bürgermeisterwahl in Dießen: Bei den Publikumsfragen wird es spannend

Viel Anerkennung zollt den Bürgermeisterkandidaten LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger in ihrem Kommentar: Die Dießener Kandidaten: Die glorreichen Sieben

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren