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Utting

09.01.2019

CSU-Gemeinderat Karl Sauter will nicht mehr

Karl Sauter war über 22 Jahre lang mit Leib und Seele Gemeinderat. Über die Gründe seines Rücktritts kann nur spekuliert werden.
Bild: Julian Leitenstorfer (Archiv)

Karl Sauter tritt aus dem Uttinger Gemeinderat zurück. Zuletzt musste er wegen dem Strandbad viel Kritik einstecken.

In gut einem Jahr, im März 2020, entscheiden die Bürger bei den Kommunalwahlen wieder über die künftige Zusammensetzung ihrer Gemeinderäte. Einer wird dann nicht mehr mit an Bord sein: Karl Sauter aus Utting hat vor Weihnachten sein Mandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt. Über die Gründe schweigt sich der 62-jährige Uttinger aus. Als Nachrücker für Sauter ist der parteilose Unternehmer Peter Liebner vorgesehen, der gegenüber dem LT bereits bestätigte, dass er als Nachrücker zur Verfügung stehen werde.

Eigentlich war der zweite Tagesordnungspunkt der Gemeinderatssitzung am Donnerstag in Utting so gar nicht vorgesehen. Der Rücktritt von Karl Sauter kam nämlich auch für Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) offenbar völlig überraschend: „Ich hab vor Weihnachten plötzlich das schriftliche Rücktrittsgesuch auf den Schreibtisch bekommen.“ Es sei sehr knapp gehalten gewesen. Genauere Gründe, außer persönliche, hatte Sauter nicht angegeben, was er rechtlich auch nicht muss, bestätigt Josef Lutzenberger.

Eine Anfrage zum Strandbad und zum Sprungturm trat eine Lawine los

Zuletzt hatte Karl Sauter mit seiner Anfrage zur Haftungsfrage am Uttinger Strandbad eine öffentliche Diskussion angestoßen, die vor allem in den sozialen Medien sehr emotional geführt wird. Sauter war durch einen Beschluss im Nachbarort Dießen sensibilisiert worden, sämtliche im Umlauf befindliche Schlüssel für das Strandbad St. Alban einzuziehen. Damit soll, ebenfalls aus Gründen der Haftung, der Zugang außerhalb der Öffnungszeiten unterbunden werden.

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Lesen Sie dazu auch: Strandbad Utting: Im Winter kein Zutritt mehr?

In Utting hatte sich der Gemeinderat vor Weihnachten noch darauf verständigt, ein rechtswissenschaftliches Gutachten bei dem Münchner Professor für Strafrecht, Dr. Werner Leitner, in Auftrag zu geben. „Der Professor ist bereits mit der Expertise beschäftigt“, so Lutzenberger. Eigentlich sollte das Gutachten bis Weihnachten vorliegen, doch habe der Strafrechtler noch einige Nachfragen zu den von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Unterlagen gehabt. Josef Lutzenberger: „Dr. Leitner hatte die Fertigstellung des Gutachtens bis Heilig-Dreikönig angekündigt.“ Somit rechnet er in den nächsten Tagen mit dem Eintreffen der Expertise. Diese werde dann von der Verwaltung durchgearbeitet und in einer der darauffolgenden Sitzungen auch öffentlich präsentiert.

Erste Maßnahmen wurden im Strandbad bereits ergriffen

Bis also die rechtliche Einordnung der Haftungsfrage durch den Rechtswissenschaftler vorliegt, hat die Gemeinde am Strandbad erste Sofortmaßnahmen durchgeführt. So wurde laut Bürgermeister Lutzenberger eine etwa 1,75 Meter hohe Tür angebracht, die vor allem Kindern den Zugang zum Strandbad derzeit erschweren, wenn nicht gar unmöglich machen soll. Allerdings können Erwachsene die Tür öffnen. Der Absprungbereich beim Uttinger Sprungturm ist ebenfalls zusätzlich zur bereits vorhandenen Sperrkette durch ein großes Sperrbrett unzugänglich gemacht worden.

Auch auf LT-Nachfrage möchte der erfahrene CSU-Kommunalpolitiker – Karl Sauter ist seit 22 Jahren und acht Monaten im Gemeinderat – nicht näher auf seine Beweggründe eingehen. Allerdings ließ er durchblicken, dass die vergangenen Wochen und Monate und das in dieser Zeit Erlebte extrem belastend für ihn gewesen seien. „Ich habe mir den Schritt lange überlegt“, sagte er am Mittwoch, doch jetzt habe er sich für den Rücktritt entschieden.

Sauters Nachfolger ist kein Mitglied bei der CSU

Mit seinem potenziellen Nachfolger hat er schon gesprochen und freut sich, in Peter Liebner einen „integren Kandidaten“ zu wissen, dem das Gemeindewohl sehr am Herzen liege. Peter Liebner ist nicht Mitglied des CSU-Ortsverbandes, wird aber als Parteiloser über die CSU-Liste in den Gemeinderat nachrücken. Noch steht am Donnerstag (19.30 Uhr im Sitzungssaal im Feuerwehrhaus) im Gemeinderat die formelle Bekanntgabe der Niederlegung des Mandats als Gemeinderat bevor, wie Bürgermeister Josef Lutzenberger bestätigt. Anschließend werde Peter Liebner schriftlich angefragt, ob er das Mandat als Nachrücker annehmen möchte. Erst dann könne der 52-Jährige offiziell in den Gemeinderat aufgenommen werden.

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