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Geltendorf

29.09.2019

Caro Hetényi: Ein Leben als Mutter, Schauspielerin und Sängerin 

Caro Hetényi aus Geltendorf ist Schauspielerin und Sängerin.
Bild: Julian Leitenstorfer

Als Schauspielerin mit Musical-Ausbildung ist Caro Hetényi aus Geltendorf breit aufgestellt und verkörpert unterschiedlichste Rollen. Was es mit ihrem besonderen Personal-Trainer auf sich hat.

Drei Mal die Woche Kampfsport und nach dem morgendlichen Lauftraining zum Frühstück gleich noch ein paar Zungenbrecher und Übungen zur Atemtechnik – ganz schön anstrengend? Caro Hetényi winkt ab: „Nicht, wenn einem das alles Spaß macht“, beschwichtigt sie, „ich habe mich immer gerne bewegt, viel Sport getrieben und schon früh angefangen zu tanzen.“ Deshalb sei für sie das Schauspielerleben bei aller Disziplin, die es fordere, nicht Arbeit, sondern Freude und ein „Geschenk in immer neuer Form – das man sich allerdings verdienen muss.“

Der Besuch muss sich durch lautes Klopfen bemerkbar machen

Nur ihren „sehr fordernden Personal Trainer“, zeigt die 39-Jährige aus Geltendorf auf den Staubsauger, der eben noch durch die Haustür zu hören war, den würde sie gern öfter schwänzen, doch auch der sei „leider regelmäßig gebucht“. Eigentlich, sagt Caro Hetényi, während sie das Gerät beiseitestellt, laufe bei ihr vieles „ganz normal“. Wenn ihre Lieben morgens aus dem Haus sind, macht sie erst mal klar Schiff. Da kann es passieren, dass sie die Klingel überhört und der angekündigte Besucher sich durch lautes Klopfen bemerkbar machen muss.

In der Tür erscheint dann nicht das resolute Frauenzimmer im Dirndl, das sie gelegentlich auf der Bühne verkörpert, sondern eine Frau in Jeans und lässigem Pullover, die den Neuankömmling mit festem Blick aus strahlend blauen Augen freundlich willkommen heißt und hereinbittet. „Ein Dirndl zu tragen“, kommt sie später darauf zu sprechen, „ist für mich schon seit meiner Kindheit im Dachauer Hinterland ganz normal, allerdings“, schränkt sie ein, „als Festtagsgewand und nicht jeden Tag.“

Caro Hetényi: Ein Leben als Mutter, Schauspielerin und Sängerin 

Die Sprache musste sie sich nicht antrainieren

Auch die Bühnensprache etwa des Komödienstadels, in dem sie schon mehrfach zu erleben war, musste sie sich nicht antrainieren: „Das Altbairisch, das dort gesprochen wird, ist meine Mutter- und auch Vatersprache. Aber dialektfrei geht natürlich auch“, beweist sie, indem sie das Gespräch ein paar Sätze lang „im fliegenden Wechsel“ als klangvoll bayerisch, nüchtern hochdeutsches Sprachmosaik fortführt.

Caro Hetényi geht voraus ins Wohnzimmer und entschuldigt sich mit Fingerzeig auf den Boden: „Nicht zu genau hinschauen, hier war gestern Malschlacht.“ Einige kleine Farbspritzer auf dem Holz lassen erkennen, dass es ein paar junge Nachwuchskünstler am Nachmittag vorher wohl nicht allzu genau genommen haben mit der Anweisung, am Tisch sitzen und mit den Farben auf der Malunterlage zu bleiben – aber auch, dass Mama Caro wohl nicht allzu streng über die Einhaltung ihrer Vorgaben gewacht hat. „Mutter sein ist die schönste Rolle überhaupt“, sagt sie und erklärt damit, weshalb sie in letzter Zeit keine ausgedehnten Theatertourneen, wie früher zusammen mit der Schauspielerin Ellen Schwiers, gespielt und auch monatelange Engagements, wie vor einigen Jahren bei den traditionsreichen Luisenburg-Festspielen unter der Intendanz von Michael Lerchenberg nicht angenommen hat. „Da versäume ich daheim einfach zu viel“, setzt Caro Hetényi klare Prioritäten.

Das Jodeln hat sie sich selbst beigebracht

Gut gebucht ist die Schauspielerin und ausgebildete Musicaldarstellerin dennoch. Das liegt nicht nur an ihrer Vielseitigkeit – das Jodeln hat sie sich noch selbst beigebracht –, sondern auch an ihrer enormen Bühnenpräsenz: Wenn die „Brettlhupferin“ in eine Rolle schlüpft, geht sie „da voll rein“. Und ist dann etwa in Erni Singerls legendärem „Heid bin i grantig“ in der Volkssänger-Revue Brettl-Spitzen „aber scho glei so zwider“, dass es den Zuschauern nur recht ist, wenn die übellaunige Dame oben auf der Bühne bleibt und sich nicht unter sie mischt, um dem einen oder anderen „a mordsdrum Watschn“ anzudrohen. Aber auch das sei wichtig, sagt Caro Hetényi, gerade in sehr ernsten Stücken: sicher wieder auszusteigen. Man bewege sich in einer Zwischenwelt, und wenn man beim Applaus verwirrt denke „was machen denn die 2000 Leute auf meinem Bauernhof“, sei es höchste Zeit, aufzutauchen und beispielsweise Tannöd zu verlassen. „Mit dem Kostüm“, erklärt sie, „lege ich auch die Rolle ab.“

Während Hetényis Schul- und Ausbildungsjahre ein „wildes Gespringe“ zwischen Dachauer Land, Ostallgäu, Augsburg und München waren, ist sie mit ihrer Familie seit sechs Jahren in Geltendorf sesshaft. „Man ist ja immer Mehreres auf einmal“, sagt sie, auch als „Familie, deren Kind in gesunder Luft aufwächst und wild durch den Garten saust und Eltern, die schnell zu ihrer Arbeit kommen wollen.“

Wo man Caro Hetényi erleben kann

Wer Caro Hetényi bei der Arbeit erleben möchte, hat dazu in den nächsten Monaten gleich mehrere Gelegenheiten: Am 1. Dezember ist im Bayerischen Fernsehen der neue Komödienstadel zu sehen, in der Münchner Drehleier wird es im Dezember eine Wiederaufnahme des Bavaricals „Gämsendämmerung“ mit geplant sechs Vorstellungen geben, demnächst finden die Aufzeichnungen zu den nächsten Brettl-Spitzen statt und das Familienmusical „Ristorante Allegro“ mit den Münchner Philharmonikern öffnet am Sonntag, 26. Januar, um 15 Uhr und Montag, 27. Januar, um 10 Uhr im Gasteig in München für Zuhörer von „5 bis 105 Jahren“.

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