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Landsberg

13.07.2018

Claus-Peter Reisch kritisiert den deutschen Staat

Claus-Peter Reisch, der Kapitän des Rettungsschiffes "Lifeline".
Bild: Roger Azzopardi/dpa

Der Landsberger Kapitän der „Lifeline“ fühlt sich im Stich gelassen. Deutschland habe nichts zur Lösung der Situation beigetragen.

Der Kapitän der „Lifeline“, Claus-Peter Reisch, wirft dem deutschen Staat vor, ihn im Stich gelassen zu haben. Mehrere Staaten hätten sich bereit erklärt, Flüchtlinge von seinem Schiff aufzunehmen, sagte der 57-Jährige aus Landsberg am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland hätte in seinen Augen nichts Erkennbares zur Lösung der Situation beigetragen. Als Staatsbürger fühle man sich „da ein Stück weit allein gelassen“.

Für einen erneuten Einsatz wäre er bereit

Claus-Peter Reisch kritisierte, dass private Seenotretter kaum noch im Mittelmeer unterwegs sein könnten. „Man zieht jetzt einfach einen Vorhang vor dieses Schmierentheater, damit niemand mehr sehen kann, was da passiert.“ Trotz des Prozesses in Malta will er weitermachen. „Ich denke, wenn die ,Lifeline’ einen Kapitän braucht, dann werde ich sicher zur Verfügung stehen“, sagte er. Viele in der Mannschaft wären ebenfalls zu einem erneuten Einsatz bereit.

Der 57-Jährige steht als Kapitän des auf Malta liegenden Rettungsschiffs „Lifeline“ vor Gericht. Ihm wird vorgeworfen, das Schiff ohne ordnungsgemäße Registrierung in maltesische Gewässer gesteuert zu haben. Die „Lifeline“ der in Dresden ansässigen Hilfsorganisation „Mission Lifeline“ war fast eine Woche auf dem Mittelmeer blockiert, nachdem sie rund 230 Migranten vor Libyen gerettet hatte.

Der nächste Gerichtstermin ist am 30. Juli

Erst nach der Vereinbarung, dass die Migranten unter Ländern der Europäischen Union aufgeteilt werden, erlaubte Malta die Einfahrt in einen Hafen. Deutschland war nicht darunter. Reisch darf bald nach Deutschland ausreisen, will aber zum nächsten Prozesstermin am 30. Juli nach Malta zurückkehren. (dpa)

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