1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. "Cold Water Grill Challenge": Die Piraten trotzen dem kalten Lech

Scheuring

16.01.2018

"Cold Water Grill Challenge": Die Piraten trotzen dem kalten Lech

jor020.JPG
3 Bilder
Das Scheuringer Faschingskomitee hat sich der „Cold Water Grill Challenge“ gestellt. Am Lech-Badestrand gingen die als Piraten verkleideten Mitglieder ins Wasser. Nicht fehlen durfte ihr Schiff vom Nachtumzug 2013.
Bild: Carina Pielmeier

Das Internetphänomen lockt momentan viele Vereine ins kalte Wasser. Das Scheuringer Faschingskomitee setzt die Herausforderung sehr kreativ um und nominiert das LT.

Der Trend kursiert schon seit ein paar Jahren im Internet, diesen Winter scheint er aber wieder besonders beliebt zu sein. Bei eisigen Temperaturen stellen sich Menschen mit den Füßen ins Wasser und gehen einer der beliebtesten Sommeraktivitäten nach: sie grillen. Die Rede ist von der sogenannten „Cold Water Grill Challenge“, auf Deutsch: „Kaltwasser Herausforderung.“

Hier sehen Sie das Video von der Challenge.

Wer herausgefordert wird, hat eine Woche Zeit, sich beim Grillen in einem kalten Gewässer zu filmen und den Videobeweis ins Netz zu stellen. Sonst ist man dem Herausforderer eine Brotzeit schuldig. Neben dem Unterhaltungswert hat die Aktion, die in sozialen Netzwerken die Runde macht, aber auch einen Sinn: Es sollen Spenden für wohltätige Zwecke gesammelt werden.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Auch das Komitee, das den Scheuringer Faschingsumzug organisiert, hat es erwischt. Es wurde von der Landjugend Winkl nominiert. Sich bloß mit dem Grill ins Eiswasser zu stellen, war den Scheuringern aber zu langweilig. „Man muss sich was einfallen lassen. Die Challenge ist schon lustig, aber viele sind nicht so kreativ“, sagt Lena Berghofer vom Faschingskomitee. Im Internet gibt es beispielsweise Videos von Musik- und Gesangsgruppen, die im Wasser spielen oder singen. Analog dazu haben die Faschingsleute einen Weg gefunden, ihr Spezialgebiet ins Wasser zu bringen: Der Piratenschiffwagen vom vergangenen Scheuringer Nachtumzug musste in den Lech.

Auch der Bürgermeister geht in Piratenmontur ins Wasser

Viele Zuschauer und Helfer haben sich zur Challenge am Scheuringer Badestrand getroffen. Die Teilnehmer waren alle in Piratenmontur gekleidet. Mit dabei waren auch viele Kinder. „Die meisten gehören zu meiner Tanzgruppe ´Dancing Starlet´. Es sind auch freiwillige aus dem Dorf dabei“, sagt Komiteemitglied Diana Berghofer. Ein Traktor hat das Schiff im seichten Flusswasser platziert. Über einen Steg aus Holzpaletten durften dann zunächst die Kinder trockenen Fußes auf das Schiff klettern.

Der Grill mit den Würstchen wurde in den Lech gestellt. Dann mussten Komiteemitglieder und Freiwillige, darunter auch Bürgermeister Manfred Menhard, ihre Hosen hochkrempeln. Bei zwei Grad Außentemperatur mussten sie im Wasser ausharren, bis Pfarrer Fritz Kahnert, ebenfalls in Piratenmontur, mit der Ansprache fertig war: Vor 1827 Tagen, so lange ist der letzte Nachtumzug mit dem Motto „Fluch der Scheuribik“ im Jahr 2013 her, sei das Schiff auf dem Grund des Lechs zu Eis erstarrt. Doch nun sei die Crew „völlig unverfroren“, so lautet das Motto des diesjährigen Umzugs, zurückgekehrt. Das ist das Stichwort für die Piraten, die sich bisher auf der Rückseite des Schiffs versteckt hatten. Mit Gebrüll stürmten sie hervor.

Aus dem Piratenschiff wird eine Arche

Dann haben die Piraten die Ehre, drei neue Kandidaten zur „Cold Water Grill Challenge“ herauszufordern. Nominiert wurden der Scheuringer Frauenchor „Vitamin C“, die Altherrenmannschaft vom FC Scheuring – und das Landsberger Tagblatt.

Schließlich bleibt noch zu erklären, für was gespendet wird. „Wir sind kein Verein und können deswegen keine Geldspenden machen“, erklärt Diana Berghofer. Stattdessen werde sich aber die komplette Truppe bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei typisieren lassen und einen öffentlichen Aufruf auf Facebook starten, um noch mehr Menschen dazu zu motivieren.

Dann ist es geschafft, die ersten Würstchen sind durch und die Piraten durften wieder an Land kommen. Nur die ersten Momente im Eiswasser seien hart. „Nach zwei bis drei Minuten spürt man nichts mehr. Das Rausgehen ist schlimm, weil alles kribbelt“, berichtete Manuel Pfänder vom Faschingskomitee.

Nach seiner Rettung aus dem Lech wurde das Piratenschiff nicht etwa angezündet, sondern ist erst einmal im Scheuringer Pfarrhof vor Anker gegangen. „Das bauen wir zur Arche Noah um“, meinte Diana Berghofer. Beim Familienfest im Sommer werde es dann zu einer Hauptattraktion für die Kinder.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Schwimmbad%20Greifenberg-4557.jpg
Greifenberg

Der Gemeinderat sagt Ja zu Hotel und Hallenbad

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen