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Landsberg

01.03.2017

Coole Partymusik oder untragbarer Lärm?

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Roland Pupeter im ersten Stock seines Hauses. Auf der Fläche im Hintergrund stand das Partyzelt auf der Waitzinger Wiese.

Beim Umzug und rund um die Zelte war es am Lumpigen Donnerstag vor allem Anwohnern zu laut. Jetzt stellt sich die Frage nach Konsequenzen.

Roland Pupeter steht im ersten Stock seines Reihenhauses und blickt aus dem Fenster – hinüber zur wenige Schritte entfernten Waitzinger Wiese. Nur noch ein bunt bemalter Bus erinnert an die große Party, die dort am Lumpigen Donnerstag gefeiert wurde. Laute Musik und tiefe Bassfrequenzen gehörten dazu, bis 22 Uhr im Partyzelt und auf den Faschingswagen. Pupeter hat dafür kein Verständnis. Für ihn wurde das zumutbare Maß bei Weitem überschritten. Und mit dieser Meinung ist er nicht allein.

Eva Rehm wohnt im Vorderanger in der Altstadt. Sie sagt, die Lautstärke der Faschingswagen war unerträglich. „Ich glaube nicht, dass die Grenzwerte eingehalten wurden.“ Während des Umzugs sei es in den Häusern nicht auszuhalten gewesen. Viele alteingesessene Landsberger würden daher am Lumpigen aus der Stadt fliehen. Von vibrierenden Fensterscheiben, klirrenden Gläser in Schränken und körperlich spürbarem Bassdruck berichtet auch Roland Pupeter. Jeder, der am Umzug teilnimmt oder sich im Festzelt aufhält, tue dies freiwillig. „Wir, die Anwohner, sind gezwungen diesen Lärm zu ertragen“, sagt er.

Wie laut die Musik im Zelt und auf den Faschingswagen gespielt werden darf, regelt ein Bescheid des städtischen Ordnungsamtes. Denn die Stadt ist die Genehmigungsbehörde, sowohl für den Umzug als auch für die anderen Veranstaltungen am Lumpigen. Gerald Monschein vom Ordnungsamt kennt die Beschwerden. Er sagt aber auch, dass sich heuer lediglich eine Bürgerin diesbezüglich an die Stadt gewandt habe. Mit Roland Pupeter habe es am Mittwoch vor dem Lumpigen vor dessen Haus in der Benedikt-Haag-Straße eine Besprechung gegeben. Dabei sei während des Soundchecks im Zelt der Lärmpegel gemessen worden. Ergebnis: „Die Grenzwerte wurden eingehalten“, sagt Gerald Monschein.

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Roland Pupeter sagt, die Verantwortlichen der Stadt seien bemüht, eine für alle Seiten tragbare Lösung zu finden. „Sie verschanzen sich aber all zu sehr hinter den Verordnungen“, kritisiert er. Eine wirkliche Reduzierung des Lärms finde deshalb nur in sehr begrenztem Umfang statt. Auch Eva Rehm ist der Meinung, dass die Verantwortlichen viel konsequenter vorgehen müssten. Wer die Grenzwerte überschreitet, sollte sofort ausgeschlossen werden und für das nächste Jahr ein Teilnahmeverbot erhalten.

Stadt und Landkreis haben am Lumpigen Donnerstag Schallpegelmessungen durchgeführt. Das Sachgebiet Immissionsschutz des Landratamtes lediglich im Auftrag der Stadt, wie Pressesprecher Wolfgang Müller sagt. Wie bereits berichtet, hatten fünf Faschingswagen die Grenzwerte in der Altstadt überschritten, obwohl die Lautstärke vor Beginn des Umzugs geprüft worden war. Nicht nur Eva Rehm vermutet, dass die Zugteilnehmer die Lautstärke wieder hochgedreht haben.

„Die kommen nicht ungeschoren davon“, sagt Gerald Monschein über jene Faschingswagen, die die Grenzwerte während des Umzugs überschritten haben. Ihnen drohe ein Bußgeld. Anzeigen wegen Lärmbelästigung wird es wohl auch geben, wie Franz Kreuzer, der Pressesprecher der Landsberger Polizei, sagt. Denn von einigen Faschingswagen sei auch noch nach der Auflösung des Gaudiwurms laute Musik zu hören gewesen. Eine Vertreterin des Faschingsvereins, aber auch Anton Sirch von der Stadtverwaltung hätten versucht, die Musik abzustellen, dies sei aber erst auf Nachdruck mithilfe der Polizei gelungen.

Franz Kreuzer zeigt kein Verständnis für dieses Verhalten. Auch er plädiert dafür, ein Teilnahmeverbot für das nächste Jahr auszusprechen. Zudem sei es technisch möglich, in den Musikanlagen einen Lärmpegel-Begrenzer einzurichten, der verplombt werden könnte. Roland Pupeter hofft auf ein Einsehen der Politik: „Stadträte entscheiden zwar über die Aufstellung von Partyzelten, aber über die Auswirkungen machen sie sich offensichtlich keine ernsthaften Gedanken.“

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