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Corona-Demonstrationen: Wo bleibt da die Logik?

Corona-Demonstrationen: Wo bleibt da die Logik?
Kommentar Von Alexandra Lutzenberger
11.05.2020

Jeder hat das Recht zu demonstrieren, aber muss man Massenveranstaltungen ausgerechnet jetzt veranstalten. Gegenseitige Rücksichtnahme wäre gut und wäre doch einfach, sagt LT-Redaktionsleiterin Alexandra Lutzenberger.

Deutschland und Corona. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern hatte man hier die Erkrankung – so weit es ging – gut im Griff. Besonders Bayern reagierte schnell und hat so wohl das Schlimmste verhindert. Jetzt nehmen viele auch im Landsberger Einzelhandel ihren Betrieb wieder auf, auch bald die Gaststätten, und eigentlich könnten wir uns freuen. Und das merkt man dem Landsberger Einzelhandel auch an. Überall wird vorbereitet. Nach den ersten Lockerungen und Ende der Ausgangsbeschränkungen und Mundschutzpflicht wird aber jetzt auch demonstriert. Nicht von den Einzelhändlern, obwohl die wahrlich harte Zeiten hinter sich haben. Sondern von den Impf- und Maskengegnern.

Ist das jetzt der passende Zeitpunkt?

Die Frage stellt sich, ob dieser Zeitpunkt gut gewählt ist. Sind unsere Grundrechte gerade so in Gefahr, droht wirklich in Bayern/ Landsberg akut eine Zwangsimpfung? Viele Impfgegner befürchten das und haben anscheinend vor Corona und Ansteckung weniger Angst. Zumindest kann man das vermuten, wenn man die Bilder auf dem Hellmairplatz sieht. Denn viele Zuschauer im Außenbereich hielten sich nicht an die Abstandsregeln. Das Recht auf freie Meinungsäußerung hat natürlich jeder, nur muss man es gerade jetzt in Großveranstaltungen wahrnehmen? Festivals und Konzerte wurden verschoben, viele Veranstalter gehen pleite, aber Demos sind erlaubt? Das klingt seltsam, ist aber so. Also darf ich mich nicht mit 20 meiner Freunde auf dem Hauptplatz treffen, aber ich darf mich dort mit ihnen bei einer genehmigten Versammlung treffen. Wenn ich das früher gewusst hätte! Aber die Genehmigung dieser Demonstration lässt auch vieles, was vorher richtig schien, absurd erscheinen.

Die Maßnahmen waren wohl erfolgreich

Viele sind jetzt unzufrieden mit einer Regierung, die unpopulär, aber schnell und effektiv zum Schutz der Bevölkerung handelte. Zuerst gefiel das den meisten. Weil jetzt nicht so viele erkrankt sind, wie befürchtet, stellen wir all die Maßnahmen wieder infrage. Doch die Maßnahmen sind doch wohl der Grund für die entspannte Situation in Landsberg und ganz Bayern, das lassen die Erkrankungszahlen in anderen Ländern erkennen.

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Keine zweite Welle leichtsinnig provozieren

Natürlich war der Einzelhandel wirtschaftlich in dieser Zeit alles andere als entspannt und auf der Verliererseite und deshalb will man dort jetzt nur eins: Die versprochenen Sofortmaßnahmen, wieder aufsperren und keine zweite Corona-Welle leichtsinnig durch Massentreffen heraufbeschwören. Wären wir in Italien, hätten wir wohl gar keine Zeit zum Demonstrieren, denn diese Menschen haben ganz andere Sorgen. Dort gab es ein Corona-Desaster. In vielen Ländern wie den USA steht man dem Ganzen hilflos gegenüber. Die Demo in Landsberg war genehmigt für 50 Personen, vor allem die Zuschauer am Rande der Versammlung hielten sich nicht immer an die Auflagen. Keine leichte Aufgabe für die Polizei, sondern eine Gratwanderung. Denn die Demos wecken auch den Widerstand der anderen, die sich brav mit Mundschutz und Abstand bewegen. Widerstand gegen die Demo.

Der Bericht zum Thema:Nach Demo: Es hagelt Kritik für die Masken-Gegner

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