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Landsberg

22.03.2020

Corona-Krise: Landsberger erleben bange Tage in der Karibik

Viele Touristen wissen derzeit nicht, wie sie nach Hause kommen sollen. Unser Bild stammt vom Flughafen in Manila auf den Philippinen.
Bild: Alejandro Ernesto//Alejandro Ernesto/DPA

Plus Die Corona-Krise beutelt die Tourismusbranche. Was das bedeutet, haben Eva und Gerhard Scharz aus Landsberg in der Dominikanischen Republik am eigenen Leib erfahren.

Zwei Wochen Dominikanische Republik im Sorglos-Paket einer Pauschalreise, das hatten sich Eva und Gerhard Scharz als Landsberg im Dezember gegönnt und eine Reise nach Punta Cana gebucht. Am Mittwoch, 18. März, sollte es wieder nach Hause gehen. Doch dann saßen die beiden tagelang in der Karibik fest. Die inzwischen weltweite Corona-Krise beutelt auch die Tourismusbranche in beispielloser Weise – und von Erholung und Entspannung war bei Eva und Gerhard Scharz keine Rede mehr. Wann sie zurückkommen, wussten sie bis Samstagabend nicht. „Wollen heim, sind am Ende“ schrieb Eva Scharz dem LT. Am Sonntagnachmittag dann die gute Nachricht: "Sind daheim."

Angeblich sitzen derzeit mehr als 100.000 Deutsche irgendwo im Ausland fest, auch wenn man bemüht ist, sie zurückzuholen. Auch in der Dominikanischen Republik: Dort hat die deutsche Botschaft in Santo Domingo zwar ab Punta Cana drei Rückflüge für Samstagabend, Sonntag und Montag angekündigt. Sie hätten auch Kontakt zur Botschaft und stünden auf einer Liste für die Rückführungen, schrieb Eva Scharz am Samstag, doch was das konkret bedeutet, wusste sie nicht. „Manche sagen, man soll mit dem Taxi zum Flughafen. Haben Gäste, die sollten zum Flieger, wurden nicht mitgenommen, mussten auf eigene Kosten ein Taxi nehmen und zurück zum Hotel und mussten alles zahlen.“

Die Abreise am Mittwoch platzte

Eva und Gerhard Scharz hatten bei einem der großen deutschen Reiseveranstalter ihren Urlaub gebucht. Am 4. März hob der Flieger in die Karibik ab, damals war Corona in Deutschland noch kein allzu großes Thema und eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts habe es nicht gegeben, schreibt Scharz. Die Probleme begannen, als es am Mittwoch zurück nach Hause gehen sollte. „An unserem regulären Abreisetag hieß es, dann müssen wir in ein anderes Hotel.“

Corona-Krise: Landsberger erleben bange Tage in der Karibik

Keine Informationen und zusätzliche Kosten

Da sei ihnen aber gesagt worden, sie stünden nicht auf der Liste und es sei kein Bett für sie frei. Nach drei Stunden sei ihnen schließlich eine „Absteige“ zugewiesen worden. „Wir konnten da nicht bleiben, weil es so nach Desinfektionsmittel stank“, berichtet Eva Scharz weiter. mit Hinweis auf Asthma hätten sie ein anderes Zimmer bekommen. Am Freitag um 19 Uhr sei ihnen mitgeteilt worden, die zwischenzeitliche Herberge akzeptiere keine Gäste ihres Reiseveranstalters mehr, sie müssten in ein anderes Hotel umziehen. „Da sind wir jetzt gestrandet, bekommen keine Informationen. Andere Gäste kommen weg, wir sitzen hier und sollen 115 Dollar die Nacht bezahlen. Und angeblich kommen für uns auch noch Kosten für die Rückholaktion zu. Wir können nicht mehr, einfach nur Chaos, wir wollen heim“, berichtete Eva Scharz.

Ihr Eindruck sei, dass sich ihr Reiseveranstalter nicht richtig um sie kümmere. Gäste eines anderen Touristikunternehmens seien rausgekommen, schrieb die 50-Jährige, und sie habe den Verdacht, dass ihr Reiseveranstalter vielleicht gar nicht mehr in der Lage sei, einen Rückflug sicherzustellen. Zudem, so Eva Scharz weiter, würden bald alle Hotels in Punta Cana schließen.

Eva und Gerhard Scharz sind verzweifelt: Sie wussten bis Samstagabend nicht, wie sie von ihrem Urlaub aus der Dominikanischen Republik nach Hause kommen sollen.
Bild: Gerhard Scharz


Auch die Dominikanische Republik ist nach Angaben der deutschen Botschaft nämlich inzwischen von der Corona-Krise erfasst worden. Die Botschaft spricht von einer „spürbaren Reduzierung der Transportmöglichkeiten“, was sich in den kommenden Tagen noch verschärfen könne. Außerdem gilt in dem Karibikstaat seit 20. März eine nächtliche Ausgangssperre. Aber immerhin seien entgegen einer früheren Ankündigung der dortigen Regierung weiterhin Flüge möglich. Die deutsche Botschaft in versucht, die Sorgen der Urlauber zu zerstreuen: „Machen Sie sich keine Sorgen: Wir tun alles, um Sie nach Deutschland zurückzuholen.“ Für Eva und Gerhard Scharz ging dann doch noch alles gut. Am Sonntagnachmittag waren sie wieder daheim in Landsberg.

Mehr zur Situation in der Luftfahrt- und Tourismusbranche lesen Sie hier: Airlines schränken ihr Angebot weiter ein

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