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Landsberg

06.12.2020

Corona sorgt für hektische Tage am Förderzentrum in Landsberg

Christian Karlinger ist Rektor des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Landsberg. Dort wurden in der vergangenen Woche mehrere Corona-Infektionen festgestellt.
Bild: Julian Leitenstorfer

Plus Am Sonderpädagogischen Förderzentrum in Landsberg gibt es mehrere Corona-Fälle. Der Unterricht findet deswegen zu Hause statt. Warum es vereinzelte Kritik von Eltern gibt.

Es waren hektische Tage für Rektor Christian Karlinger vom Sonderpädagogischen Förderzentrum in Landsberg. Nachdem es in der Schule mehrere Corona-Fälle gibt, wechselt der Schulbetrieb bis zu den Weihnachtsferien vom Präsenzunterricht in den Distanzunterricht. Das hatte das Gesundheitsamt am Mittwoch angeordnet. Vereinzelte Kritik gab es an der Infopolitik der Schule. Unsere Zeitung hat mit Karlinger darüber gesprochen und nachgefragt, wie der Unterricht bis zum Ferienbeginn organisiert ist.

Mitte vergangener Woche lagen laut Landratsamt bei acht Schülern und einer Lehrkraft bestätigte positive PCR-Tests vor. Davon betroffen waren vier Klassen. Da an der Schule klassenübergreifender Unterricht stattfindet und die Schüler auch jahrgangsübergreifend mit Bussen zur Schule gebracht werden, reichen Quarantänemaßnahmen für einzelne Klassen als Reaktion darauf nicht aus, teilte das Gesundheitsamt mit. Im Förderzentrum gebe es ein diffuses Infektionsgeschehen, Infektionsketten könnten nicht mehr zurückverfolgt werden.

Reihentestungen bringen bislang eine weitere Infektion ans Licht

Am Donnerstag und Freitag wurden im Pandemiezentrum in Penzing auf Anordnung des Gesundheitsamts Reihentestungen durchgeführt. Rund 300 Schüler, Lehrer und Mitarbeiter des Förderzentrums wurden getestet, erläutert Wolfgang Müller, der Pressesprecher des Landratsamts. Er sagt, der Mittwoch sei ein hektischer Tag für Schulleitung sowie für die zuständigen Mitarbeiter im Gesundheitsamt und Landratsamt gewesen. Denn die Maßnahme hätte auch mit der Task Force des Landesgesundheitsamts abgestimmt werden müssen.

Am Sonntag lagen unterdessen die Ergebnisse für ungefähr die Hälfte der getesteten Schüler, Lehrer und Mitarbeiter vor. Laut Müller sei dabei ein Test bei einem weiteren Schüler positiv gewesen.

Das Landratsamt war schneller als die Schule

In den Sozialen Medien gab es vereinzelte Kritik an der Infopolitik von Schulleitung und Landratsamt. Christian Karlinger, der seit diesem Schuljahr die Leitung der Schule am Luisenhof übernommen hat, sagt, dass die Schulleitung am Mittwoch in der Mittagszeit in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt informiert worden war. Noch bevor das formale Antragsverfahren mit der Task Force des Landesgesundheitsamts abgeschlossen war. „Zu diesem Zeitpunkt war mit dem Gesundheitsamt vereinbart, die Eltern erst nach Abschluss des Verfahrens darüber in Kenntnis zu setzen“, sagt der 50-Jährige. Das endgültige „Go“ dafür erfolgte gegen 17 Uhr.

Nach mehreren Corona-Fällen wird jetzt in der Schule am Luisenhof in Landsberg nur noch aus der Distanz unterrichtet.
Bild: Julian Leitenstorfer

Zweieinhalb Stunden vorher informierte die Pressestelle des Landratsamts die Medien über die Corona-Fälle und den geänderten Schulbetrieb. Und so verbreitete sich die Nachricht im Internet und in den Sozialen Medien, bevor die Schule die Eltern informieren konnte. „Das war unglücklich“, räumt Pressesprecher Wolfgang Müller ein. Wie Christian Karlinger sagt, wurden die Eltern entsprechend nach 17 Uhr in persönlichen Telefonaten mit den Klassenlehrkräften informiert. Dieser Weg der Informationsweitergabe sei ein fester und wichtiger Bestandteil des schulischen Konzepts der gelebten Erziehungspartnerschaft.

Der Distanzunterricht ist stark differenziert

Bis zu den Weihnachtsferien findet für die 288 Schüler von der ersten bis zur neunten Klasse und die 39 Kindern der schulvorbereitenden Einrichtung der Unterricht zu Hause statt. An der Schule sind 88 Lehrkräfte tätig, einschließlich aller Kollegen, die im Moment in Elternzeit sind. Laut Rektor Christian Karlinger gibt es 24 Klassen am Förderzentrum und vier Gruppen in der schulvorbereitenden Einrichtung. Wie läuft der Unterricht jetzt ab? Der Distanzunterricht werde von den jeweiligen Klassenlehrkräften und den in den Klassen tätigen Lehrern organisiert. „Die Angebote des Distanzunterrichts sind abgestimmt auf die jeweiligen individuellen Förderbedürfnisse und die unterschiedlichen familiären Voraussetzungen“, sagt Schulleiter Christian Karlinger. Aus diesen Gründen finde er auf verschiedenen Kanälen statt.

Das reiche von telefonischer Betreuung und der Versorgung mit analogem Arbeitsmaterial bis hin zur differenzierten digitalen Unterrichtsorganisation. Vorgesehen seien zum Beispiel der Einsatz von Lernapps, aber auch differenzierte und individualisierte Lernangebote über Padlets, ebenso ein Angebot an selbsterstellten Lernvideos und die Unterrichtsgestaltung über Videokonferenzen. Im Einverständnis mit den Eltern unterstützen Schulbegleiter die jeweiligen Schüler im Distanzunterricht im häuslichen Umfeld, so Karlinger.

Auch an anderen Schulen gibt es vereinzelt Corona-Fälle

Der Schulleiter hatte von Mittwoch bis Freitag viele Telefonate zu führen. Besonders positiv unterstreichen möchte er die „sehr konstruktive, transparente und zielorientierte Zusammenarbeit“ mit dem Landratsamt, insbesondere mit den Mitarbeitern des Gesundheitsamts.

Und wie ist die Situation an den anderen Schulen im Landkreis? Wie Wolfgang Müller sagt, gibt es immer wieder vereinzelt Corona-Fälle an Schulen. Werde ein Schüler positiv getestet, müsse in der Regel die ganze Klasse in Quarantäne. Das sei auch am Förderzentrum der Fall gewesen. So erkläre sich oft auch der starke Anstieg der Kontaktpersonen, die in Quarantäne müssen.

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