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Landfrauentag

09.03.2018

Da, wo man verstanden wird

Rosa Metz aus Dettenhofen erzählte davon, wie es früher auf dem Dorf und auf den Höfen war, rechts neben ihr Kreisbäuerin Rita Behl.
Bild: Gisela Klöck

Beim Treffen in Eresing wird über das gesprochen, was Heimat ausmacht

Die Heimat zog sich als „roter Faden“ durch den Landfrauentag in Eresing. Und so begann der Tag mit einem Vortrag des ehemaligen Abtprimas Notker Wolf mit dem Titel „Wird man sich der Heimat bewusster in Zeiten der Globalisierung?“ Was Heimat ausmache, fragte er: „Geborgenheit, wo wir nicht zu fremdeln anfangen, die Sprache, der Dialekt, wo Vereine sind, man sich einsetzt füreinander, die lokale Kultur pflegt, da fühlt man sich zu Hause und kann auch andere aufnehmen.“ Zur Heimat gehörten auch die Richtschnur Glaube, die „Alltagskultur“, die sich beispielsweise in der Grußform ausdrücke, und Respekt vor dem Alter. „Erinnerungskultur“ werde durch die Erziehung geprägt. Fremde solle man heimisch werden lassen, von anderen Kulturen könne man lernen, es solle aber auch eingefordert werden, dass sich andere an unsere Grundsätze halten, sagte Notker Wolf weiter.

Kreisbäuerin Rita Behl warf einen liebevollen Blick auf die Heimat: „Dahoam ist, wo man verstanden wird, für mich der Blick aus dem Fenster auf Garten und Landschaft“. In diesem Zusammenhang bat sie die Bäuerinnen, sich beim Jahr der Biodiversität des Landkreises nicht auszuklinken, sondern mitzugestalten. „Jeder kann a bisserl was dazu tun, in den Gärten, mit Blühstreifen am Maisacker, unser Freistaat Bayern hat 100. Geburtstag, und wir wollen es grünen und blühen lassen in unserem Freistaat“.

Behl rief auch dazu auf, die jüngst vorgestellten Schilder mit den Worten „Interessiert? – Sprechen Sie uns an! Gerne zeigen wir unseren Betrieb“ auf den Höfen aufzustellen: „Bringt das Schild an, tut mit den Leuten reden, zeigt den Hof her, erklärt den Interessierten, wie gearbeitet wird, beantwortet die Fragen, macht mit bei der Öffentlichkeitsarbeit, denn ohne euch sind wir, eure Interessensvertreter, nichts.“

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Der Vorsitzende des Maschinenrings, Christian Leis, berichtete über sein „Heimatthema-Projekt“ an der Grund- und Mittelschule Weil, wo er Doppelstunden anbiete. Dabei erfahren die Schüler von ihm Wissenswertes über die wichtigsten Feldfrüchte (Weizen, Soja, Mais und Reis) und Tierarten (Huhn, Rind, Schaf und Schwein), die Fleisch, Milch, Ei und Wolle liefern.

Rita Behl interviewte auch ein „Urgestein der Landfrauenarbeit“, die 81-jährige Rosa Metz aus Dettenhofen. Sie war Ortsbäuerin und lange Jahre im Kreisvorstand. Metz erinnerte an die Zeit, als Knechte und Mägde mitarbeiteten, als dann der Fortschritt viele Höfe zu Nebenerwerbslandwirtschaften machte, die Jungen Berufe lernten, Männer und Kinder auf dem Hof fehlten und so immer wieder Zusatzarbeit für die Bäuerinnen dazukam. Doch zum jährlichen Landfrauentag habe man geschaut, dass man hinkommt, in den ersten Jahren noch mit dem Bus. Danach ging es noch zum Schlussverkauf. Es kam die Zeit, als auch die Bäuerinnen den Führerschein machten, sie erinnerte ans erste Telefon, die Selbstverständlichkeit von Selbstversorgung und Hausschlachtung.

Die Ausstellung „70 Jahre Landfrauen“ war im Nebenraum zu sehen. Sie zeigte, was damals die Gründe waren, sich zusammenzuschließen: die Frauen auf den Dörfern zu bilden, neue Haushaltsgeräte auszuprobieren und einen jährlichen Ausflug und den Landfrauentag abzuhalten. (klö)

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