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Landsberg

31.01.2019

Damit Inselbad und Lechsteg nicht baden gehen

An dieser Stelle soll es im nächsten Jahr auf den Lechsteg gehen, der 2020 gebaut wird. Links im Bild: der Zaun des Inselbads. Jetzt soll ein Ideenwettbewerb stattfinden, wie das Umfeld und auch die Bereiche rund um Inselbad und Infanterieplatz umgestaltet werden können.
Bild: Thorsten Jordan

Wenn die neue Brücke über den Lech gebaut wird, soll auf der Ostseite einiges verändert werden. Der Stadtrat fürchtet Einschnitte fürs Inselbad. Kommen die Parkplätze am Infanterieplatz weg?

Heiße Debatte rund um den geplanten Lechsteg und das Landsberger Inselbad. Die erste Sitzung des Stadtrats im neuen Jahr war zum Teil von Emotionen geprägt. Denn, wenn der geplante Lechsteg 2020 gebaut wird, dann soll auch das Umfeld rund um den östlichen Brückenkopf, der unweit des Inselbads anlandet, entsprechend umgestaltet werden. Jedoch kam aus dem Stadtrat in mehrerlei Hinsicht Kritik: zum einen, dass der nördliche Teil des Inselbads im Planungsbereich liegt, zum anderen, dass es nicht nur einen Ideen-, sondern auch einen Realisierungswettbewerb geben soll.

Lesen Sie dazu auch: Keine Firma gefunden: Neue Lechbrücke verzögert sich

„Es ist wichtig, dass keine Flächen vom Inselbad wegkommen“, betonte Wolfgang Neumeier (UBV). „Wir können keine Flächen abgeben. Denn es gibt im Vergleich zur Wasserfläche des Inselbads fast zu wenig Liegewiese“, argumentierte er. Zudem müsse der nördliche Bereich auch von Stadtwerken und anderen Dienstleistern angefahren werden können. Zudem kritisierte er, dass man mit den Stadtwerken noch überhaupt nicht diesbezüglich gesprochen habe. Das Kommunalunternehmen betreibt das Inselbad. UBV-Sprecher Christoph Jell ging noch weiter: „Wir stimmen nur zu, wenn der Zaun des Inselbads nicht versetzt wird.“

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie viel der Lechsteg aller Voraussicht nach kosten wird: So viel soll der neue Lechsteg wirklich kosten

Momentan ist am geplanten Endpunkt des Lechstegs nur ein schmaler Kiesweg

Warum soll das Gebiet überhaupt verändert werden? Darüber gab Mathias Rothdach, der Referatsleiter für Stadtplanung und Umwelt, Auskunft: „Der Lechsteg wird für das Bauprojekt Urbanes Leben am Papierbach der Hauptzugang zur Altstadt. Deshalb braucht der Bereich eine hohe Empfangsqualität.“ Bislang existiere dort nur ein rund 1,50 Meter breiter Kiesweg. Und der neue Lechsteg werde Berechnungen zufolge in Zukunft pro Tag von rund 2500 Fußgängern und der gleichen Anzahl an Radfahrern genutzt. Deshalb müsse der Bereich, wo der Lechsteg auf das Ostufer treffe, in der zweiten Jahreshälfte 2020 ausgebaut werden.

Der rot umrandete Bereich zeigt den Planungsbereich rund ums Inselbad. Links: der geplante Lechsteg.
Bild: Stadt Landsberg


Den Erhalt der vorhandenen Sportanlagen (Fußballfeld, Hartplatz und Skaterbahn) forderte Jugendreferent Moritz Hartmann (Grüne). Sein Fraktionskollege Henrik Lüßmann sieht großes Potenzial in einer angedachten Umgestaltung des Infanterieplatzes. „Man sollte prüfen, ob man die Stellplätze zugunsten einer höheren Aufenthaltsqualität reduzieren kann. Das würde den Erweiterungsbau der Tiefgarage stärken.“ Zugleich brachte er als Pilotprojekt den Bau sogenannter Fahrradboxen für die Anwohner der Altstadt ins Gespräch. Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) schlug den Bau eines öffentlich zugänglichen Kneipp-Beckens im Bereich des Kinos vor, wo der Flößerbach verläuft.

Der OB glättet die Wogen

Dass der Bereich zwischen Infanterieplatz, Inselbad und dem Punkt, wo es auf den künftigen Lechsteg gehen soll, städteräumliche und strukturelle Schwächen aufweist – darauf wurde in der Sitzungsvorlage verwiesen. Zum einen gebe es Nutzungskonflikte, zum anderen sei die vorhandene Struktur mit oberirdischen Parkplätzen, Busparkplatz, Wertstoffcontainern, Inselbadnutzung mit Anlieferung und Abgrenzung erst nach und nach entstanden. Mangelhaft seien unter anderem auch der schmale, unbeleuchtete Fuß- und Radweg entlang des Lechs und eine fehlende Führung zu den einzelnen Stadteingängen. Für Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) ist es wichtig, dass die Nutzungskonflikte und Defizite in der Wegeführung gelöst werden: „Wenn ich eine attraktive Brücke baue, dannbrauche ich auch ein attraktives Umfeld. Und keiner will dem Inselbad etwas wegnehmen.“

Am Ende sind doch alle irgendwie glücklich

Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) sprach sich gegen den von der Verwaltung vorgeschlagenen Realisierungswettbewerb aus. Denn nach den Richtlinien müsse die Stadt mit der Entscheidung des Preisgerichts leben und sei daran gebunden, entsprechende Maßnahmen zu realisieren.

Am Ende waren aber alle wieder glücklich – alle Wünsche wurden mitaufgenommen und sollen in einen Ideenwettbewerb fließen. Die Kosten dafür belaufen sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag. Das Projekt wird städtebaulich gefördert.

Lesen Sie unseren Kommentar zum Thema: Lechsteg und Inselbad: Erst einmal Ideen sammeln

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31.01.2019

Die eigentlich vorhersehbare Folge des Vorgehens bei der Wegeplanung auf der Westseite.
Man kann nicht einfach "am Ende der Brücke mit dem Plan aufhören" , aber genau das tat man mit der Planung zum ULP.
Eine von Anfang an vollständige wegeführung ließe sich weniger emotional diskutieren. Leider kommt aus der Verwaltung immer wieder gern ein Umgriff in Puzzleteilchenform, schwer nachvollziehbar weil seltsam geschnitten und auf Nachfrage oft kaum begründbar.

Zugänge sind natürlich vorhanden. Ein Bäckertor. Ein Färbertor. Bereits da. Muß man nicht mehr bauen. Und sogar jarhundertelang bewährt, also so richtig erprobt im Vergleich zu den errechneten und visionierten Entrees. Wirklich toll was Landsberg so hat!

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