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Lebenshilfe

31.12.2018

Damit die Angehörigen auch mal verschnaufen können

Über neue SAM-Paten würden sich (von links) Gründermutter Meike Wunder mit Marie, Patin Regine Lipps, die Psychologin Anna Vondung von der Lebenshilfe Landsberg und Gründermutter Charlotte Hamdorf mit Sammy freuen.
Bild: D. Hollrotter

Für Projekt mit behinderten Kindern werden Paten gesucht

Für Charlotte Hamdorf ist das Projekt SAM – „Soforthilfe, Achtsamkeit, Mitmenschlichkeit“ –eine große Entlastung. Sie kann endlich einmal etwas mit ihrem Partner unternehmen, in Ruhe einkaufen, zum Friseur gehen oder einfach nur kurz schlafen, wenn Patin Regine Lipps sich mit ihrem Sohn beschäftigt. Denn der Alltag mit einem mehrfach behinderten Kind ist anstrengend, die Nächte sind eine Herausforderung, wie die Lebenshilfe Landsberg informiert. Das von der Lebenshilfe begleitete Projekt SAM sucht deshalb Menschen, die ehrenamtlich als Paten wirken.

Viele Menschen haben Berührungsängste, wenn es um Kinder mit Behinderungen geht, meint Regine Lipps. Sie hat jedoch die Erfahrung gemacht, dass die Behinderung beim Spielen, Quatsch machen, Singen und Lachen mehr und mehr in den Hintergrund tritt. Gleichzeitig komme man zunehmend mit dem Wesen der Kinder in Kontakt, „und das ist total schön“, so die Patin.

Wie die Paten die Familie unterstützen, wird gemeinsam ausgehandelt, berichtet Psychologin Anna Vondung, die das Projekt begleitet. Oft genügt es zunächst, wenn die Paten mit dem Kind spielen und die Mutter im Nebenraum in Ruhe kocht, bügelt oder ein Nickerchen hält. Die Paten lernen die Kinder erst einmal in der Familie kennen und freunden sich dort mit ihnen an. Erst wenn die Paten es sich zutrauen, unternehmen sie alleine etwas mit dem Kind, betont Vondung. Doch „der Knoten platzt meist schnell“, meint Charlotte Hamdorf.

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Die Bandbreite reicht dann vom kleinen Spaziergang bis zum mehrstündigen Besuch im Zuhause der Patin. Die Paten unterstützen aber auch, indem sie sich um nicht behinderte Geschwisterkinder kümmern, mit ihnen Hausaufgaben machen oder den Hund ausführen. Bei SAM können sich auch Jugendliche engagieren, die zunächst im Beisein der Eltern des Kindes Erfahrungen sammeln. Das erforderliche Wissen, etwa zur Ersten Hilfe, aber auch zu Epilepsie oder zum Rücken schonenden Tragen und Heben, wird über Schulungen fortlaufend angeboten. Geplant sind zudem Supervisionen für die Paten sowie ein Austausch untereinander, so Regine Lipps. In ihren Augen müssen künftige Paten lediglich „ein Stück Selbstvertrauen, Neugier und die Bereitschaft, sich auf etwas Neues einzulassen“ mitbringen. Momentan gibt es fünf Paten – und etwa dreimal so viele Familien, die Unterstützung brauchen könnten.

Einen finanziellen Ausgleich für die Paten gibt es derzeit nicht, „dazu bräuchten wir einen zusätzlichen großen Sponsor“, meint Charlotte Hamdorf. Dafür entstehen enge zwischenmenschliche Beziehungen. Und auf Dauer soll auch das Krisentelefon eingerichtet werden, das die Mütter Charlotte Hamdorf und Meike Wunder vor einigen Jahren dazu bewogen hat, SAM ins Leben zu rufen. Finanziell wird das Projekt von der Schöffel-Stiftung getragen, die gemeinsam mit der Lebenshilfe auch organisatorisch tätig ist. (lt)

über Regine Lipps, Telefon 08191/9852452, Anna Vondung, Telefon 0160/8684722, oder unter www.sam-paten.de

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