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Kaufering

13.01.2019

Damit die Welt zu den Kauferinger Senioren ins Haus kommt

Günther Honel engagiert sich auf vielfältige Weise für die Bewohner des Kauferinger Seniorenstifts.
Bild: Julian Leitenstorfer

Günther Honel engagiert sich ehrenamtlich im Kauferinger Seniorenstift. Der stille Held des Monats Januar bringt mit immer neuen Ideen Abwechslung in den Alltag der Bewohner.

Sie versehen ihre Tätigkeiten, ohne großes Aufheben darum zu machen. Sie helfen, unterstützen, begleiten und gehen voran. Es sind die ehrenamtlichen Bürger, ohne die das Gemeinwohl nicht funktionieren würde. Wir, das sind der Landkreis, die Sparkasse Landsberg-Dießen und das Landsberger Tagblatt, sagen „Danke“ und stellen monatlich einen dieser „Stillen Helden“ im Porträt vor. Heute: Günther Honel aus Kaufering.

Christkindlmarkt, Faschingsumzug, Modenschau, Oktoberfest, Lichterserenade – im Seniorenstift Kaufering ist das ganze Jahr über viel geboten. Die meisten Bewohner sind nicht mehr mobil und auf Hilfe angewiesen. Ihre Freizeit soll dennoch abwechslungsreich gestaltet werden und Anregung bieten. „Wenn die Bewohner nicht mehr zum Faschingsumzug gehen können, bringen wir ihn ins Seniorenstift“, beschloss Günther Honel vor einigen Jahren. Als Ehrenamtlicher sorgt er für einen großen Teil des Veranstaltungsprogramms. „Er ist ein Goldstück“, sagt Seniorenstift-Leiterin Gabi Schüder dankbar, „wir könnten das in der Pflege nicht leisten. Es ist toll, was er macht.“

Von Fasching bis Oktoberfest - im Seniorenstift ist einiges geboten

Seit der Kauferinger Rosenmontagszug mit Handwagen, einem kleinen Flugzeug und einem Miniaturschiff erstmals seine Runden durchs Erdgeschoss drehte, erweiterte Günther Honel das Veranstaltungsprogramm stetig – immer mit dem Rückhalt und der Unterstützung des Fördervereins. Auf den Faschingsumzug folgten die oben erwähnten Ereignisse. Höhepunkt im Jahr ist die Lichterserenade, bei der der Innenhof von 1000 Teelichtern und meterweise Lichterketten illuminiert wird. Bei den Aufbauten helfen die Hausmeister Palmerino Minutillo und Armin Reisch mit. „Allein könnte ich das gar nicht schaffen“, freut sich Günther Honel über die Hilfe. Auch Werkzeuge und Werkstatt stünden ihm zur Verfügung.

Christkindlmarkt mit Crêpes-Stand und Räuchermännchen-Bude, Oktoberfest mit Riesenrad und Achterbahn – die Ereignisse im Jahreslauf baut Günther Honel auf Tischen auf. Alles ist beleuchtet, vieles beweglich und mit Strom betrieben. Für jedes Ereignis überlegt sich Honel jedes Jahr eine neue Attraktion. Gerade entstand eine Kirche für den Christkindlmarkt, den Oktoberfest-Jahrmarkt soll 2019 ein Autoscooter ergänzen. Kleinere Requisiten ersteht er auf dem Flohmarkt oder seltener als Neuware, alles andere (auch die Kulissen) wird selbst gebaut. „Ich liebe Basteleien“, schwärmt er, „alles entsteht spontan und ohne Plan.“

Günther Honel ist ein Tüftler

Kleinere Ausgaben bestreitet der Pensionär aus eigener Tasche, größere Rechnungen übernimmt der Förderverein des Seniorenstifts. Dort findet er auch die Helfer, die zum Gelingen der Veranstaltungen beitragen. Sie bringen die Bewohner aus den Wohnbereichen zum Seniorencafé und wieder zurück oder betreuen beim Oktoberfest die Stände mit Dosenwerfen und Armbrustschießen.

Der 68-jährige pensionierte Elektrotechniker wollte sich nach dem Renteneintritt ehrenamtlich engagieren. Noch im Berufsleben – er pendelte zu dieser Zeit täglich von Kaufering nach Ulm – schloss er sich dem Netzwerk Kaufering an. Zunächst kümmerte er sich um eine blinde Dame, die er zum Einkaufen begleitete, später betreute er einen älteren Mann. Heute ist Honel fast jeden Vormittag im Seniorenstift anzutreffen.

Mit 68 ist er das jüngste Mitglied im Förderverein

Mehrmals pro Woche assistiert er den Senioren beim Abendessen, schmiert Brote, bereitet Tee zu oder reicht Brei. Neben dem Freizeitprogramm engagiert sich Günther Honel als Heimfürsprecher, ist als Bindeglied zwischen Bewohnern und Belegschaft tätig. Einmal pro Woche leitet er das Tanzcafé und bittet dann auch die Damen zum Tanz. Jetzt würde er sich über weitere Gleichgesinnte im Förderverein freuen, da er inzwischen das jüngste Mitglied sei.

Am Ehrenamt schätzt er die Ungebundenheit – zu kommen und zu gehen, wann er will. „Und wenn ich mal abends ins Kino gehen will, bin ich eben nicht da“, sagt Günther Honel, der sich auch Zeit für seine Frau und die vier Enkel nimmt. Im Sommer könne dann schon mal eine Woche vergehen, bis er die Senioren wieder besucht.

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