Newsticker

Urlauber aufgepasst: Auf Mallorca und Co. gilt ab Montag eine strenge Maskenpflicht
  1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Damit die Wiese nicht zur Todesfalle wird

Natur

18.05.2020

Damit die Wiese nicht zur Todesfalle wird

Ein Rehkitz versteckt in einer Wiese. Wenn die erste Mahd ansteht, wird dieses Versteck zur tödlichen Falle für die Jungtiere.

Rehe verstecken ihren Nachwuchs gerne im hohen Gras. Doch jetzt wird auch gemäht

Die erste Mahd wird jedes Jahr zur Todesfalle für Tausende von Jungtieren. Denn die Futter-ernte fällt mit der Brut- und Setzzeit von Rehkitzen, Junghasen und Wiesenbrütern zusammen, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs sicher wähnen. Ihre Überlebensstrategie, das „Drücken“, schützt Kitze und Junghasen vor Fuchs und Greifvögeln, aber nicht vor dem Kreiselmähwerk.

Allein rund 100000 Rehkitze werden laut Bayerischer Landesanstalt für Landwirtschaft jährlich bei der ersten Grünlandmahd grausam verstümmelt oder getötet. Das Problem: Die Jungtiere laufen auch bei großer Gefahr nicht weg, sondern drücken sich instinktiv in ihr Versteck. Georg Duschl, Vorsitzender des Jagdschutz- und Jägervereins Landsberg, bittet die Landwirte, sich eng mit ihren Jägern vor Ort abzustimmen. Wenn die Landwirte ihre Jäger rechtzeitig über den Erntetermin informieren, habe der Jagdpächter die Möglichkeit, Wildscheuchen aufzustellen und die Wiesen und Felder nach Jungwild abzusuchen. Besonders gefährdet seien Wiesen und Futterflächen, die am Waldrand liegen. Denn die Rehgeißen setzen ihre Kitze besonders gern in die Wiese.

Um die Jungtiere zu retten, sind in den nächsten Wochen wieder Hunderte von Jägern mit ihren Hunden unterwegs und suchen die Wiesen und Futterfelder nach Kitzen und Junghasen ab. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, den Rehen den Aufenthalt in der Wiese zu verleiden. So stellen viele Jäger am Rand der Wiese Scheuchen auf, die die Rehe verunsichern sollen. Noch besser funktionieren sogenannte elektronische Wildscheuchen, die unterschiedliche Töne in unterschiedlicher Lautstärke aussenden. Immer öfter übernimmt heute eine Drohne die Suche nach dem versteckten Nachwuchs. In nur wenigen Minuten wird die ganze Wiese ohne Unterbrechung abgesucht. Nach dem Flug erhält man automatisch die genauen Koordinaten von der Stelle, an der ein Kitz oder der kleine Hase liegen könnte.

Auch die richtige Mähstrategie hilft, Jungtiere zu vor dem Mähwerk zu schützen. Beim Grünlandschnitt muss die Wiese grundsätzlich von innen nach außen gemäht werden, damit Rehe, Hasen und Fasane, während der Mahd noch die Möglichkeit zur Flucht haben. „Am wichtigsten ist die gute Abstimmung zwischen dem Landwirt und seinem Jäger“, so Duschl. (lt)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren