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Dießen

15.01.2017

Damit es allen Dießenern gefällt

Zwölfmal in bronzener Ausführung und viermal in Silber gab es heuer beim Neujahrsempfang in Dießen die Bürgermedaille. Das Bild zeigt die Geehrten.
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Zwölfmal in bronzener Ausführung und viermal in Silber gab es heuer beim Neujahrsempfang in Dießen die Bürgermedaille. Das Bild zeigt die Geehrten.
Bild: Gerald Modlinger

Engagierte Bürger stehen beim Neujahrsempfang im Traidtcasten im Mittelpunkt. Und Bürgermeister Herbert Kirsch zeigt vor viel Publikum auch ein wenig seine satirische Seite.

Wenn man mehr als 20 Jahre Bürgermeister ist, kann man den alljährlich größten Auftritt vor den eigenen Bürgern gelassen und sogar etwas satirisch angehen: So hielt es Bürgermeister Herbert Kirsch auch am Samstag wieder beim traditionellen Neujahrsempfang der Marktgemeinde Dießen im Traidtcasten.

So schmückte sich der Rathauschef weder mit prominenten Grußrednern noch hielt er sich mit vielen Worten in kommunalpolitischer Sache auf, ließ es dabei aber auch nicht an Ironie fehlen. Im Mittelpunkt des Abends, dessen informeller Teil sich wie üblich noch weit über Mitternacht hinziehen sollte, standen die Bürger, vor allem jene, die sich ins gemeinschaftliche Leben einbringen. Einige davon wurden wieder mit bronzenen und silbernen Bürgermedaillen ausgezeichnet. Allerdings: Für die Gold-Stufe reichte es dieses Mal für keinen der 16 Geehrten (siehe Kasten).

Nachdem Kirsch in seiner Neujahrsbotschaft zunächst mit Hinweis auf das britische Brexit-Votum und die US-amerikanische Präsidentenwahl vor populistischen Strömungen gewarnt hatte („wer diese wählt, straft nicht die Politiker, die vorher im Amt waren, sondern die Bevölkerung“), kam er auf die Verhältnisse in Dießen zurück. Auch in der Marktgemeinde waren die politischen Entscheidungsträger zuletzt verstärkt unter Rechtfertigungsdruck geraten.

Aber, so versicherte der Rathauschef, „unsere Probleme sind lösbar“, und machte dies durchaus mit Augenzwinkern an zwei Beispielen deutlich: „Wir werden einen Kiosk in den Seeanlagen kriegen, der allen gefällt, da werden alle sagen, ,super, so einen Kiosk wollte ich immer schon’.“ Und auch wenn dann unter Durchführung eines weiteren Planungswettbewerbs die neuen Sozialwohnungen errichtet seien, „wird es heißen, die Gemeinde hat alles richtig gemacht“.

Auch beim Geld laufe es in Dießen bestens, setzte der Bürgermeister noch eins drauf: „Finanziell haben wir auch kein Problem, weil Sie alle so viele Steuern bezahlen, dass es der Gemeinde langt.“ Da war es dann keine Überraschung mehr, dass Kirsch mit den Worten schloss: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.“

Danach hatten die Geehrten ihren Auftritt: Die Sportlerriege fiel dabei kleiner als in früheren Jahren aus. Dafür konnten die Gäste jedoch umso tiefer in das Wesen des Sports und seiner Protagonisten blicken. So berichtete der Triathlet Stephan Mayer, dass er 2016 einen Triple Ultra Triathlon (11,4 Kilometer Schwimmen, 540 Kilometern Radfahren und 126 Kilometer Laufen) in knapp 51 Stunden bewältigte. Besonders aufmerksame Besucher werden dabei registriert haben, dass er im Jahr zuvor für dieselben Strecken noch 52 Stunden gebraucht hatte. Seine Triathlon-Kollegin Dr. Claudia Bregulla-Linke verteilte ihre Jahreskilometerleistung hingegen auf elf Wettbewerbsteilnahmen, bei denen sie herausragende Platzierungen erreichte.

Unter den neuen Trägern der Bürgermedaille sind heuer vor allem Maibaumfreunde aus Riederau und Schützen aus Dettenhofen. Sie Damen vom ökumenischen Seniorenkreis nutzten ihre Bronze-Ehrung, um Nachwuchs zu werben. Maria Steinle, die Vorsitzende des Frauenbunds, tat es ihnen gleich. Denn sie will im April nach zwölf Jahren ihr Amt als Vorsitzende aufgeben. Doch bislang ist noch keine Nachfolgerin in Sicht, erzählte sie im Gespräch mit dem Bürgermeister.

Das künstlerische Programm beim Neujahrsempfang bestand nicht nur aus Musik (schwungvoll dargebracht von der SOS-Kinderdorf-Band „Karacho“), sondern auch aus Schauspiel: Hannah Moreth, die Trägerin des Kulturförderpreises des Landkreises in der Sparte Schauspiel führte einen Ausschnitt aus Arthur Schnitzlers „Fräulein Else“ auf, währenddessen in der Küche des Traidtcastens die Sektkorken sachte ploppten.

Apropos Küche: Die Landfrauen, die wieder das Büffet bestückt hatten, bekamen heuer Verstärkung von den unbegleiteten jungen Flüchtlingen im ehemaligen Gasthof „Drei Rosen“: Sie fügten den beliebten Schnittchen-Platten noch Linsensalat, Rübencurry, Tomatensuppe und Gulasch in Gläsern hinzu.

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