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Schondorf

15.05.2019

Das Bahnhofsareal in Schondorf wird nicht überplant

Der Güterschuppen am Bahnhof in Schondorf.
Bild: Julian Leitenstorfer

Der Schondorfer Gemeinderat kann sich nicht zu einem Ideenwettbewerb entschließen. Weshalb so lange schon Uneinigkeit besteht

Den von ihren Vorgängern geerbten Konflikt um den denkmalgeschützten Güterschuppen am Bahnhof werden die aktuellen Gemeinderäte wohl auch wieder in die neue Wahlperiode weitergeben. Der Versuch von Bürgermeister Alexander Herrmann (Grüne), einen Ideen- und Realisierungswettbewerb für das Bahnhofsareal und Umgebung auszuloben, wurde bei der jüngsten Schondorfer Gemeinderatsitzung bei acht zu acht Stimmen abgelehnt.

Im Februar hatte der Gemeinderat das Thema bereits diskutiert und vertagt. Zu den Möglichkeiten eines Wettbewerbs referierte Elisabeth von Mücke vom Sachgebiet Städtebau der Regierung von Oberbayern. Von Mücke sah es als Vorteil an, dadurch an viele Ideen zu kommen und Planer samt Vorplanung auswählen zu können. Qualitätsvolle Planung werde im Rahmen der Städtebauförderung bezuschusst, und eine solche lasse ein Wettbewerb, der etwa neun Monate Zeit in Anspruch nehme, auch erwarten. Das Honorar für die Vorplanung werde als Preis unter den ersten drei Siegern aufgeteilt. Für diesen Wettbewerb wurden 100.000 Euro an Gesamtkosten geschätzt, davon würde die Städtebauförderung 60 Prozent betragen. Für die Gemeinde blieben dann noch 40.000 Euro.

Seit sechs Jahren wird diskutiert

Es gab in der Vergangenheit gleich mehrere Planungen zum Schondorfer Bahnhof mit der Gaststätte Kuba, Rathaus mit Bücherei und Jugendhaus, der Feuerwehr, Parkplätzen, Bushaltestellen und dem seit sechs Jahren zur Diskussion stehenden Erhalt oder Abriss des Güterschuppens. Allerdings konnte keine davon die Gemeinderäte überzeugen. Der Güterschuppen zum Beispiel, der seinerzeit zugunsten einer Busspur abgerissen werden sollte, mündete in einen Bürgerentscheid, der den Abriss des als Denkmal geschützten kleinen Gebäudes vorsah.

Lesen Sie dazu auch: Schuppen am Uttinger Bahnhof: Kunstraum, Toilette oder Jugendhaus?

Wie sich im Nachgang herausstellte, hätte diese Planung seinerzeit aber gar nicht umgesetzt werden können, da Bahnflächen überplant wurden, die von der Bahn gar nicht freigegeben waren. Zudem wurde eine Erlaubnis für einen Abriss vom Landratsamt verweigert.

Stefanie Windhausen-Grellmann (Grüne) stellte fest, dass man sich in einer „Endlosschleife“ befinde, obwohl sich inzwischen viele Details geändert hätten. Gerade für Radfahrer fehlen Stellplätze am Bahnhof. Dies gehöre angepackt. Auch Kurt Bergmaier ( Freie Wähler) sah das Gebiet als Visitenkarte Schondorfs an, die gestaltet werden müsse. „Als Kommen und Gehen“ bezeichnete Thomas Betz ( CSU) die Funktion des Bereiches und meinte: „Ich kann es so lassen, wie es ist.“

Bahnhof als Ortsmitte

Dass der Bereich um den Bahnhof nun mal die Ortsmitte von Schondorf sei, darauf verwies Helga Gall (Grüne). Dort seien die Orte Unterschondorf und Oberschondorf zusammengewachsen. „Wir dürfen da auch gestalten“, sagte sie und verwies darauf, dass die meisten Gebäude in diesem Abschnitt der Bahnhofstraße im Besitz der Gemeinde seien. Zu einer Neugestaltung gehöre aber auch, dass man bereit wäre, beispielsweise das Jugendhaus zu versetzen oder die Bücherei zu verlegen, meinte Florian Gradl (Freie Wähler). Ansonsten sei der Handlungsspielraum zu klein.

Bürgermeister Herrmann verwies auch wieder darauf, dass die Fußgängerunterführung unter der Bahnlinie gerade einmal 2,70 Meter breit und 2,10 Meter hoch sei. „Das kann so nicht bleiben“, sagte er in Hinblick auf die kommende Wohnbebauung am Prixgelände. Aus bisherigen Gesprächen mit der Bahn sieht er aber lange Verhandlungen auf die Gemeinde zukommen. Mit einem Gesamtkonzept rechnet sich Wolfgang Schraml (Freie Wähler) bessere Chancen aus.

Seeanlagen neu gestalten?

Die Seeanlagen bis zum Wilhelm-Leibl-Platz brachte Rainer Jünger (CSU) als Gebiet mit der höchsten Wichtigkeit für eine Neugestaltung ins Spiel. Diese Zone gehöre auch in ein geplantes Sanierungsgebiet für die Städtebauförderung. Jünger sah daher „nicht so großen Handlungsbedarf für die kleine Fläche“ des Bahnhofsareals.

„Es geht auch um den Schuppen“, fasste Bürgermeister Herrmann das Ergebnis eines vorangegangenen Treffens der Fraktionssprecher zusammen und appellierte, den Konflikt nicht weiterzutragen und jetzt zu einer Lösung zu kommen. Dennoch votierten die Gemeinderäte mit acht zu acht Stimmen gegen die Durchführung eines Ideen- und Realisierungswettbewerbes Bahnhofsareal und Umgebung. „Bei Stimmengleichheit somit abgelehnt“, sagte Herrmann, der es schade fand, dass diese Chance nicht wahrgenommen wurde.

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