1. Startseite
  2. Lokales (Landsberg)
  3. Das Chaos um das schnelle Internet

Apfeldorf

24.04.2018

Das Chaos um das schnelle Internet

_JOR7856.JPG
2 Bilder
Die Arbeiten für den Breitbandausbau in Apfeldorf gehen voran, aber es gibt Kritik.
Bild: Thorsten Jordan

Pfusch am Bau: Wie die Telekom die Probleme beim Breitbandausbau in Apfeldorf rechtfertigt.

Es sei viel passiert, resümierte Georg Epple: „Aber nicht zu unserem Vergnügen.“ Worauf der Apfeldorfer Bürgermeister in der Bürgerversammlung hinauswollte, hat einen sehr konkreten Namen: Breitbandausbau. Denn der bereitet der Gemeinde viel Verdruss. Dafür hatte sich der Leiter für die Projektierung und Baubegleitung bei der Telekom, Klaus Strauß, in die Höhle der Löwen gewagt. Es sei nicht die Absicht der Telekom gewesen, versicherte Strauß, Chaos anzurichten. „Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen, dass das jetzt nicht so besonders glücklich läuft.“ Strauß ist Teamleiter im Bereich Angebotserstellung und Strukturplanung und Ansprechpartner für die Gemeinde und die Bürger.

Das Bauunternehmen hat einen Subunternehmer aus Portugal

Um zu erklären, was passiert warum ist, musste Strauß ausholen. Man habe den Zuschlag für den Ausbau des Glasfasernetzes bis zur Grundstücksgrenze in Apfeldorf und weiteren Gemeinden erhalten. Und nachdem die Telekom den Tiefbau nicht mehr selbst übernimmt, habe man die Arbeiten ausgeschrieben: „Dafür haben wir seit vielen Jahrzehnten Auftragnehmer.“

Der Markt sei momentan schwierig, weshalb man lange gesucht habe. Den Zuschlag bekam eine Firma, mit der man bei verschiedenen Projekten zusammengearbeitet habe. Allerdings habe dieses Unternehmen dann einen Nachauftragnehmer benannt, der die Arbeiten ausführen sollte. Dazu hätten die Firmen das Recht, das müsse man anerkennen, so Strauß. Und eingesetzt worden seien portugiesische Bautrupps. Seitens der Telekom habe man nur die Forderung gestellt, dass eine deutschsprachige Bauleitung vor Ort zu sein habe – das habe leidlich funktioniert.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Seit Kurzem werden die Mängel beseitigt

Erstmals habe man dann im August festgestellt: „Das kann so nicht weitergehen.“ Man habe auf Terminen bestanden, bei denen die Pläne besprochen werden sollten. Mängel seien benannt worden, aber die Firma habe weiter bauen dürfen, so Strauß. Im Herbst dann habe man – nach entsprechenden Meldungen – eine Mängelliste aufgestellt und festgelegt, dass diese ab dem Frühjahr zu beseitigen und die Arbeiten abzuschließen seien.

Seit vergangener Woche nun seien die portugiesischen Bautrupps wieder zugange, um die Mängel zu beseitigen. Aber, betonte Klaus Strauß, nur die beauftragte Firma sei Ansprechpartner für die Telekom, nicht der Subunternehmer. Als Mängel habe man unter anderem festgestellt, dass in Teilen kein Sand über die Kabel geschüttet worden sei und man habe die Auffüllung nicht ausreichend verdichtet. Deshalb sacke der Untergrund an Fahrbahnrändern ab.

Der Vertragspartner hat die Chance, nachzubessern

Man sei nun so verblieben, dass man stichprobenartig wieder aufgrabe, um den Untergrund zu untersuchen – auch an asphaltierten Stellen. Strauß warb um Verständnis für das geplante Vorgehen. Denn jeder Auftragnehmer habe nach dem Vertragsrecht die Chance, Mängel zu beseitigen. Man sei als Telekom gegenüber dem Subunternehmer nicht weisungsbefugt und müsse eben abwarten, ob und wie die Mängel beseitigt werden. Einfach eine Ersatzfirma damit beauftragen, betonte Strauß, dürfe man nicht. Erst wenn die von der Telekom beauftragte Firma nicht nachbessere, könne man einen andere beauftragen.

Das weitere Vorgehen beschrieb Strauß dann so: Sobald alle Leerrohre verlegt sind, sei die beauftragte Baufirma raus. Dann werde man die aktuell rund 50 Hausanschlüsse mit einer eigenen Firma fertigstellen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren