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Kaltenberg

11.01.2019

Das Comeback des Schwarzen Ritters auf Schloss Kaltenberg

Der Schwarze Ritter und Darsteller Frédéric Laforêt werden beim Kaltenberger Ritterturnier in einem Atemzug genannt. Deshalb wird es heuer auch ein vehement gefordertes Wiedersehen mit dem Publikumsliebling geben.
Bild: Thorsten Jordan (Archiv)

Zum 40. Geburtstag des Kaltenberger Ritterturniers legt Publikumsliebling Frédéric Laforêt wieder die dunkle Rüstung an. Prinz Heinrich von Bayern verrät, wie das Jubiläum ablaufen soll.

Sie jubeln ihm zu und fürchten ihn doch gleichermaßen. Und sie diskutieren, nein, sie fordern in den sozialen Internetforen geradezu seine Rückkehr. Denn kaum eine andere Figur der Mittelalter-Epen des Kaltenberger Kaltenberger Ritterturniers fasziniert die Besucher so, wie die des Schwarzen Ritters. Er ist die zentrale Figur in der Schlossarena, mehr als die Könige, Helden, Prinzessinnen und Zauberer. Und nun ist es soweit: Nach einjähriger Abwesenheit kommt es bei der 40. Auflage des internationalen Mittelalter-Festivals vom 12. bis zum 28. Juli zum Comeback des Schwarzen Ritters.

Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie vom Ritterturnier 2019:

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143 Bilder
Der Schwarze Prinz erobert Kaltenberg
Bild: Thorsten Jordan


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Alles begann mit 16 Rittern und einem Gaukler

„Er ist wieder da“ könnte daher das Motto des 40. Kaltenberger Ritterturniers heißen und irgendwie freuen sich alle darauf, dass der Schwarze Ritter schlechthin, Frédéric Laforêt, wieder seine tiefschwarze Rüstung anlegen wird, nachdem er sich im vergangenen Jahr in seinem für ihn ungewohnten Purpurumhang als „König Reginald der Gute“ doch einigermaßen unwohl fühlte. „Dass er heuer wieder in seine Lieblingsrolle schlüpfen kann, motiviert Frédéric ungemein“, glaubt auch Heinrich Prinz von Bayern, Chef des Ritterturniers und Veranstalter. Der Entschluss sei offenbar schon unmittelbar nach Ende des vergangenen, des 39. Ritterturniers, gefasst worden. Da steckten das Trio Prinz Heinrich, Regisseur Alexander May und der neue Texter, der Schauspieler Thomas Limpinsel (unter anderem Salzburger Festspiele, Tatort, der Untergang), die Köpfe zusammen und kam – neben der Rück-Besetzung der Figur des Schwarzen Ritters mit Frédéric – zu dem weiteren Ergebnis, Frauen wichtigere Rollen in der Arena zu übertragen. „Sie werden quasi zu Rettern des Tages“, verrät Prinz Heinrich erste Details.

Aktuell werden die Hauptrollen besetzt

Um den Jahreswechsel gab es für das Drehbuch den Feinschliff, dann werden die Hauptrollen besetzt. Anschließend reist Heinrich von Bayern gleich nach Frankreich, um zusammen mit Stunt-Koordinator Mario Luraschi „die Geschichte mit Leben zu erfüllen“.

Schließlich handelt es sich um ein besonderes Ritterturnier, das 40. seiner Geschichte. Es war im Jahr 1979, als Luitpold Prinz von Bayern sich erstmals einen Kindheitstraum erfüllte. Er veranstaltete auf Schloss Kaltenberg ein kleines Ritterturnier. 16 Ritter traten gegeneinander an, das Gauklerprogramm bestand aus einem Hofnarren mit einer Geige und einem Fanfarenzug. Das war’s damals auch schon, das Ritterturnier nur als Begleitprogramm für die Eröffnung einer Gastwirtschaft gedacht. Ein Jahr später ging das erste richtige Turnier über die Bühne. Heute, vier Jahrzehnte später, zählt die Veranstaltung zu den größten Mittelalter-Events der Welt.

Groß geworben wird mit dem Jubiläum nicht

Inzwischen wird das Festival in zweiter Generation gemanagt. Heinrich von Bayern, Sohn der beiden Turnierbegründer Prinz Luitpold und Prinzessin Beatrix, steht nun in der Verantwortung. Für ihn ist die Aufgabe „Verpflichtung und Ansporn“ gleichermaßen. Er hat die Richtung neu vorgegeben, ohne den bisherigen Weg zu verlassen. „Das Ritterturnier ist eine Weltmarke, deren Grundprinzip ich nicht anfassen möchte.“ Gleichwohl hat er in den fünf Jahren seiner „Regentschaft“ eine gesunde Mischung zwischen Alt-Bewährtem und neuen Attraktionen gefunden. So steht er treu zur bislang dritten Stunttruppe, der Cavalcade um Mario Luraschi, und auch zu den Musikern von Corvus Corax aus Potsdam, noch unter Prinz Luitpold zu königlichen Spielleuten geadelt. Die sind bereits seit fast drei Jahrzehnten zu Gast in Oberbayern. Klar, dass sich die Musiker ebenso wie die zahlreichen Mitwirkenden gerade im Jubiläumsjahr noch mehr Mühe geben werden.

In der Arena soll sich etwas ändern

Die Besucher, so wünscht es der Prinz, sollen aber nicht mit dem „Dampfhammer“ auf das Jubiläum aufmerksam gemacht werden. Es werde auf dem Gelände wohl keine speziellen Aktionen geben, anders als im Internet, wo auf die 40-jährige Geschichte des Ritterturniers zurückgeblickt wird – und das im wahrsten Sinn des Wortes. Prinz Luitpold: „Wir sind gerade am Sichten von altem Super-8-Film- und Bildmaterial.“ Freuen würde es ihn auch, den einen oder anderen „historischen“ Akteur ausfindig zu machen und noch einmal zum Festival zurückzuholen wie etwa den legendären Anton von Kaltenberg.

Nach vielen Jahren der technischen und infrastrukturellen Änderungen wird es erneut eine optische wie auch funktionelle Neuerung geben. So hofft Prinz Heinrich, dass das neue, große Arena-Tor mit Königsloge zum Festival-Auftakt, der Gauklernacht (12. Juli), fertiggestellt wird. „Das wird dramaturgisch ein großer Sprung.“ Die Baupläne sind zur Freigabe eingereicht und werden täglich vom Landratsamt zurückerwartet.

Und damit ist dann eine weitere Voraussetzung für ein wahrlich spektakuläres Comeback des Schwarzen Ritters geschaffen.

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